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Medizin

Yoga und Streckübungen lindern Kreuzschmerzen

Dienstag, 25. Oktober 2011

Seattle – Ein Yoga-Kurs hat in einer randomisierten klinischen Studie Kreuzschmerzen signifikant gelindert. Die gleiche Wirkung wurde laut dem Bericht in den Archives of Internal Medicine (2011; doi: 10.1001/archinternmed.2011.524) auch durch Streckübungen erreicht.

Schon vor sechs Jahren hatte Karen Sherman vom Group Health Research Institute, dem Forschungsinstitut einer US-Krankenkasse in Seattle, gezeigt, dass Yoga milde Rückenschmerzen lindern kann. Damals waren 101 Patienten zu gleichen Teilen auf einen 12-wöchigen Yoga-Kurs, auf Streckübungen oder auf eine Selbsthilfegruppe randomisiert worden.

Im Yoga-Kurs wurde Viniyoga gelehrt, eine Minimalvariante, die sich an den Möglichkeiten von Amerikanern mit überwiegend sitzender Tätigkeit orientiert. Die Unterrichtseinheiten dauerten jeweils 75 Minuten, und die Teilnehmer wurden angehalten, die Übungen täglich für 20 Minuten zu praktizieren. Die Streckübungen wurden ebenfalls in 75-minütigen Gruppensitzungen vermittelt.

Die Patienten lernten insgesamt 15 Übungen, bei denen sie bestimmte Muskeln in Knie- oder Hüftbereich für jeweils eine Minute anspannen müssen. In der Selbsthilfegruppe wurde lediglich ein Buch über Kreuzschmerzen verteilt, was allgemein nicht als wirksame Therapie angesehen wird.

In der früheren Studie (Annals of Internal Medicine 2005; 143: 849-856) wurden in der Yoga-Gruppe die besten Ergebnisse erzielt. Die Roland Disability Scale, Endpunkt der Studie besserte sich zwar auch unter den Streckübungen, doch der Unterschied war nicht signifikant.

Jetzt hat Sherman die Studie an 228 Erwachsenen wiederholt. Die Streckübungen wurden „angepasst“, und ihre Wirkung war jetzt der der Yoga-Übungen vergleichbar. Auch in der Selbsthilfegruppe kam es zu einer leichten, aber nicht signifikanten Verbesserung, was vielleicht erklärt, warum der Vorteil von Yoga gegenüber der Selbsthilfegruppe nicht mehr so deutlich ausfiel.

Betrug der Unterschied zwischen Yoga und Selbsthilfe in der ersten Studie noch 3,4 Punkte auf der Roland Disability Scale, waren es jetzt nur noch 2,5 Punkte auf der 23-Punkte-Skala. Damals wie heute blieb die Wirkung über das Ende des Kurses hinaus erhalten, auch nach 26 Wochen hatte sich die Situation stabilisiert. Der Unterschied zur Selbsthilfegruppe war jedoch geringer geworden, da es auch dort kleine Fortschritte gegeben hatte.

Dass die Dehnübungen fast die gleichen Wirksamkeit wie das Yoga erzielten, hat Sherman überrascht, die der indischen Lehre eine spezifische Wirkung zugesprochen hatte. Für den Editorialisten Timothy Carey von der University of North Carolina in Chapel Hill bedeuten die Ergebnisse, dass jetzt allen Patienten eine einfache und kostengünstige Therapie angeboten werden kann. Carey weist allerdings darauf hin, dass es sich um Patienten mit relativ geringen Kreuzschmerzen handelte, bei denen keine Ischiasbeschwerden und nur geringe funktionelle Einschränkungen vorlagen. © rme/aerzteblatt.de

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