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Medizin

Pioglitazon: Studie bestätigt Blasenkrebsrisiko

Dienstag, 14. August 2012

Philadelphia – Die in der Behandlung des Typ-2-Diabetes eingesetzten Thiazolidinedione (Glitazone) begünstigen die Entwicklung von Blasenkrebs. Das Risiko steigt einer Studie im Journal of the National Cancer Institute (2012; doi: 10.1093/jnci/djs328) zufolge mit der Anwendungsdauer und der Zeitspanne seit Beginn der Behandlung.

Das Blasenkrebsrisiko von Pioglitazon und (dem in Deutschland nicht mehr verfügbaren) Rosiglitazon war bereits mehrmals Gegenstand von Sicherheitswarnungen der Arzneibehörden diesseits und jenseits des Atlantiks. Die Gefahr schien jedoch gering zu sein, und die EMA stellte ausdrücklich fest, dass es den Einsatz des beliebten Wirkstoffs bei Patienten, die mit Metformin allein keine ausreichenden Blutzuckerwerte erzielen und kein Insulin spritzen wollen, nicht infrage stellt.

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Auch die FDA hat die Anwendung, sieht man einmal von einer Kontraindikation bei Patienten mit Blasenkrebs ab, nicht wesentlich eingeschränkt. Die letzte ausführliche Bewertung der FDA vom Juni 2011 geht von einem mäßigen Anstieg des Risikos aus. Die Hazard Ratios lagen im Bereich von 1,4. Bei einer Anwendung über mehr als ein Jahr rechnet die FDA mit 27,5 zusätzlichen Erkrankungen auf 100.000 Personenjahre. Auch die französische AFSSAPS kam zu ähnlichen Zahlen.

Ronac Mamtani von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia und Mitarbeiter kommen in einer Kohortenstudie jetzt zu deutlich höheren Hazard Ratios, was mit der längeren Beobachtungszeit zusammenhängen dürfte. Die Epidemiologen haben die Daten des britischen Health Improvement Network für den Zeitraum zwischen Juli 2000 und August 2010 ausgewertet.

Im Vergleich zu Typ-2-Diabetikern, die mit Sulfonyl­harnstoffen behandelt wurden, kam es unter der Therapie mit einem der beiden Glitazone nach 5 oder mehr Jahren Therapie 3,25-fach häufiger zu Blasenkrebs (95-Prozent-Konfidenzintervallzu 1,08-9,71). Auch der Zeitraum seit Beginn der Therapie vor 5 oder mehr Jahren ging mit einem 2,53-fachen Anstieg einher (1,12-5,77).

Mamtani macht darauf aufmerksam, dass bereits die Diabeteserkrankung selbst die Inzidenz von Blasenkrebs von 30 auf 40 pro 100.000 Patienten erhöhe. Unter der Therapie mit einem Sulfonylharnstoff waren es nach der Studie 60 Blasenkrebs­erkran­kungen auf 100.000 Patienten und unter einer Therapie mit den Thiazolidinedione 170 Blasenkrebserkrankungen auf 100.000 Patienten. Unterschiede zwischen Pioglitazon und Rosiglitazon fanden die Epidemiologen nicht. © rme/aerzteblatt.de

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