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Kein Recht auf Sperma des verstorbenen Ehemanns

Donnerstag, 23. Februar 2017

München – Eine Witwe hat nach einem vorläufigen Urteil keinen Anspruch auf das tiefgefrorene Sperma ihres verstorbenen Ehemanns. Das Oberlandesgericht (OLG) München wies gestern – wie zuvor auch schon das Landgericht – die Forderung der Frau auf Herausgabe des in einer Klinik gelagerten Spermas zurück. Nachdem zu Lebzeiten Versuche einer künstlichen Befruchtung mit dem Sperma des Verstorbenen gescheitert waren, wollte die 35-Jährige nach dessen Tod neue Versuche unternehmen.

Das OLG München wies die Forderung mit Hinweis auf das Embryonenschutzgesetz zurück. Dieses stellt die künstliche Befruchtung einer Eizelle mit dem Sperma eines bereits verstorbenen Mannes unter Strafe. Die Klinik, die die Spermaproben des Verstorbenen verwahrt, fürchtete deshalb, sich bei einer Herausgabe der Beihilfe zu einer Straftat schuldig zu machen.

Das OLG ließ aber die Revision gegen die Entscheidung zu, so dass die Witwe nun noch zum Bundesgerichtshof ziehen kann.

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Das Paar hatte ab Juni 2014 über künstliche Befruchtungen erfolglos versucht, ein Kind zu bekommen. Wegen eines Kranken­haus­auf­enthalts ab April 2015 ließ der Mann weitere Spermien einfrieren, damit seine Frau trotz seiner Abwesenheit weitere Versu­che unternehmen könne. Im Juli 2015 starb der Mann nach einer Herztransplantation. Im ersten Verfahren kam das Landgericht zu dem Schluss, dass der Gesetzgeber ausdrücklich die Interessen des Kindes im Auge gehabt habe, weil dieses durch die Abstammung von einem zur Zeit der Zeugung bereits Verstorbenen belastet würde. © afp/aerzteblatt.de

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