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Medizin

Herzchirurgie: Lichtsensor misst Blutgerinnung in Echtzeit

Mittwoch, 1. März 2017

/Andrii Pshenychnyi

Orlando – US-Ingenieure haben eine Methode entwickelt, mit der die Blutgerinnung in Echtzeit gemessen werden kann. In Nature Biomedical Engineering (2017; doi: 10.1038/s41551-017-0028) berichten sie über eine erste Anwendung in der pädiatrischen Herzchirurgie.

Die Bestimmung der Blutgerinnung erfolgt noch immer indirekt über die Auslösung chemischer Reaktionen. Die Ergebnisse von aktivierter Koagulationszeit und Throm­belastometrie liegen frühestens nach 15 oder 30 Minuten vor. Dies ist vor allem bei größeren Operationen hinderlich, da es kaum möglich ist, den Chirurgen zeitnah vor einem drohenden thrombotischen Ereignis zu warnen.

Insbesondere in der Herzchirurgie wäre eine Echtzeitkontrolle der Blutgerinnung hilfreich, vor allem beim Wechsel auf eine extrakorporale Zirkulation, die eine zuverlässige Antikoagulation erforderlich macht.

Die Lösung, die Aristide Dogariu vom College of Optics and Photonics in Orlando/Florida vorschlägt, misst die dynamische Lichtstreuung von Erythrozyten im fließenden Blut. Sie verändert sich bei einer Stase des Blutes, da Erythrozyten, die sich langsamer oder gar nicht mehr bewegen, das Licht in anderer Weise streuen. Das von den Ingenieuren konstruierte Messgerät lässt sich problemlos in einer Herz-Lungen-Maschine inte­grieren. Die Ergebnisse werden dem Operationsteam auf einem Monitor angezeigt.  

Der Herzchirurg William DeCampli vom Arnold Palmer Hospital for Children in Orlando hat das Messgerät im letzten Jahr bei Operationen an zehn Säuglingen getestet. Die Gabe von Heparin vor dem Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine war klar zu erkennen und auch der Einfluss von Protamin, mit dem nach der Wiederherstellung des natürlichen Kreislaufes die Heparinwirkung aufgehoben wird, zeigte sich deutlich.

Es bestand eine enge Korrelation zu den Ergebnissen der konventionellen Gerinnungstests. Das Team will in Kürze mit einer weiteren Studie beginnen. Außerhalb von klinischen Studien darf das Gerät erst nach einer Zulassung durch die Aufsichtsbehörde FDA eingesetzt werden. © rme/aerzteblatt.de

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