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Medizin

Brustkrebs: Tai Chi lindert therapiebedingte Schlafstörungen

Freitag, 12. Mai 2017

CHW stock.adobe.com

Los Angeles – Tai Chi, eine chinesische Variante der Gymnastik mit langsamen meditativen Bewegungen, hat in einer randomisierten Studie im Journal of Clinical Oncology (2017; doi: 10.1200/JCO.2016.71.0285) die therapiebedingten Schlaf­störungen von Brustkrebspatientinnen ebenso gut gelindert wie eine kognitive Verhaltenstherapie.

Schlafstörungen sind eine häufige Folge der adjuvanten Chemotherapie beim Mammakarzinom. Zu den von der American Academy of Sleep Medicine empfohlenen Behandlungen gehört eine kognitive Verhaltenstherapie. Sie versucht, die negativen Gedanken und Verhaltensweisen zu identifizieren und zu verändern, die viele Patientinnen am Einschlafen hindern.

Wie jede Psychotherapie ist die Behandlung jedoch personalintensiv und die Wartezeiten lang. Ein Team um Michael Irwin vom Cousins Center for Psycho­neuroimmunology in Los Angeles hat in einer Studie untersucht, ob eine vereinfachte Tai-Chi-Variante den betroffenen Frauen helfen kann, ihre Schlafstörungen zu überwinden. Die Variante „Tai chi chih“ besteht aus 20 einfachen Bewegungen, die relativ leicht zu erlernen sind.

In einer klinischen Studie wurden 90 Brustkrebspatientinnen, die nach der Therapie über Schlafstörungen geklagt hatten, nach dem Losprinzip auf zwei Gruppen verteilt. Die eine Hälfte der Patientinnen nahm an einer kognitiven Verhaltenstherapie teil mit einmal wöchentlichen Sitzungen über drei Monate. Die anderen Patientinnen besuchten einen „Tai chi chih“-Kurs. Ein Jahr nach dem Ende der Therapien wurden die beiden Gruppen erneut untersucht.

In beiden Gruppen hatte sich die Schlafqualität gebessert. In der „Tai chi chih“-Gruppe hatten sich laut den Angaben im Pittsburgh Schlafqualitätsindex 46,7 Prozent der Frauen von den Schlafstörungen erholt gegenüber 43,7 Prozent in der Gruppe, die an der kognitiven Verhaltenstherapie teilgenommen hatte. In beiden Gruppen kam es laut Irwin zu „robusten“ Verbesserung der Schlafqualität und in der Begleitsymptomatik.

In der Polysomnographie wurde dagegen keine Verbesserung der Schlafeigenschaften gefunden. Irwin führt den Erfolg der Therapie auch auf das Bedürfnis vieler Brustkrebs­patientinnen zurück, die nach der überlebten Brustkrebserkrankung ihren Lebensstil ändern und aktiv etwas für ihre Gesundheit machen möchten. Die Tai Chi-Kurse könnten hier einen Bedarf decken, zumal sie heute vielerorts angeboten werden und es im Gegensatz zur Psychotherapie keine Wartezeiten gibt. Viele Teilnehmer hätten die Übungen nach dem Ende der Studie fortgesetzt, schreibt Irwin.

© rme/aerzteblatt.de

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