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Politik

Telemedizinische Versorgung von Herzpatienten bewährt sich im Modellprojekt

Mittwoch, 28. Februar 2018

/verbaska, stockadobecom

Mainz – Die telemedizinische Begleitung bewährt sich bei Patienten mit Herzinsuffizienz, die in ländlichen Regionen leben. Ein positives Zwischenfazit eines entsprechenden Modellprojektes hat jetzt das Landesgesundheitsministerium von Rheinland-Pfalz in Mainz gezogen.

„Im Bereich der weit verbreiteten Herz-Kreislauf-Erkrankungen bietet die Telemedizin eine große Perspektive für eine gute Versorgung im ländlichen Raum. Durch das Telemonitoring können große Entfernungen überbrückt und Ärzte und Patienten entlastet werden“, sagte die Ge­sund­heits­mi­nis­terin des Landes, Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD).

Telemedizinzentrum eingerichtet

Das Projektteam unter Leitung der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke entwickelte im Mai 2015 das telemedizinische Betreuungskonzept „EHeR versorgt“, das bis Ende 2017 im Eifelkreis Bitburg-Prüm mit dem Marienhaus-Klinikum Eifel Bitburg, dem Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern, dem Fraunhofer IESE und der vitaphone GmbH durchgeführt wurde. Das Ministerium in Mainz förderte das Modellprojekt mit 800.000 Euro.

Im Rahmen des Modellprojektes wurden die Messdaten von Gewicht, Blutdruck und Puls über eine gesicherte Internetverbindung an ein eigens eingerichtetes Telemedizinzentrum drahtlos übertragen. Dort wurden die Werte täglich geprüft und die Patienten zum Umgang mit der Erkrankung geschult. Auf Basis der Informationen konnten die behandelnden Ärzte die Therapie individuell anpassen und auf Veränderungen des Gesundheitszustandes schnell reagieren. Zugleich stand das Telemedizinzentrum den Patienten jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.

Im Projektzeitraum wurden 43 Patienten über sechs Monate – zusätzlich zur persönlichen Vorstellung beim behandelnden Arzt – telemedizinisch betreut. Der allgemeine Gesundheitszustand verbesserte sich laut den Projektpartnern über den Betreuungszeitraum signifikant und die Schwere der Symptome wie Atemnot, Leistungsminderung, Müdigkeit und Ödeme nahm ab. Gleichzeitig stieg bei den Patienten das Wissen über die eigene Erkrankung und darüber, wie sie bei Veränderungen des Gesundheitszustandes vorgehen sollten.

„Wir sind mit den Ergebnissen der Auswertung sehr zufrieden und sehen ein großes Potenzial in der kontinuierlichen telemedizinischen Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz“, bewertete Thomas Helms, Vorstand der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke, die Ergebnisse der Vorauswertung. Er kündigte an, die Ergebnisse der Evaluation von „EHeR versorgt“ würden demnächst wissenschaftlich aufbereitet und veröffentlicht. © hil/aerzteblatt.de

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