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Hochschulen

Netzwerk soll Versorgung von Lungenkrebspatienten verbessern

Donnerstag, 5. April 2018

/psdesign1, stock.adobe.com

Bonn – Ein neues bundesweites Netzwerk soll Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs den Zugang zu molekularer Diagnostik und innovativen Therapien ermöglichen. Zu dem „nationalen Netzwerk Genomische Medizin (nNGM) Lungenkrebs“ schließen sich 15 universitäre Krebszentren in ganz Deutschland zusammen. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Vorhaben mit 2,94 Millionen Euro.

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Patienten mit Bronchialkarzinom profitieren dank der Fortschritte in der Genom­forschung mehr und mehr von personalisierten Therapien. Diese setzen aber eine umfassende molekulare Untersuchung voraus. Hierauf basierend können dann bei einem Teil der Patienten sogenannte Treibermutationen gezielt angegangen werden. Auch für die Immuntherapie werden zunehmend prädiktive molekulare Marker charakterisiert, die einen gezielteren Einsatz dieser neuen Therapieform ermöglicht.

Komplexe Innovationen

Bei der häufigen Form des nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) existieren laut dem Netzwerk beispielsweise mittlerweile für circa 25 Prozent der Patienten in inoperablen Tumorstadien zielgerichtete Therapien – hochgerechnet für Deutschland entspreche dies mehr als 7.000 Patienten.

„Wir müssen diese komplexen Innovationen schnell zu den Patienten bringen und dafür brauchen wir überall in Deutschland kompetente Brückenköpfe“, so der nNGM-Sprecher Jürgen Wolf, ärztlicher Leiter des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) an der Uniklinik Köln. Wolf ist zusammen mit Reinhard Büttner, Direktor der Pathologie an der Uniklinik Köln, Gründer und Sprecher von nNGM. Beide bilden mit Christof von Kalle, Direktor des Nationalen Tumorcentrums und Leiter der Abteilung für Translationale Onkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, das Koordina­tionsteam des neuen Netzwerkes.

Die neuen personalisierten Therapien sind laut dem Netzwerk der herkömmlichen Chemotherapie hinsichtlich Tumorkontrolle, Verträglichkeit, progressionsfreiem Überleben und Gesamtüberleben deutlich überlegen. Entscheidend sei jedoch, dass sie bei den richtigen Patienten zielgerichtet zum Einsatz kommen.

Für einen Teil der Patienten stünden bereits zugelassene Medikamente zur Verfügung, für einen weiteren Teil kämen Off-Label-Therapien zum Einsatz. Weitere Möglichkeiten seien personalisierte Therapien im Rahmen klinischer Studien. Für Erkrankungen ohne Treibermutationen drängten die Immuncheckpoint-Inhibitoren in die klinische Anwendung. „Wir werden künftig auch immer häufiger prädiktive diagnostische Verfahren wie Genmutationssignaturen anwenden, um bereits vor Verabreichung einschätzen zu können, bei wem die Substanzen besonders gut wirken“, erläuterte Büttner.

Kliniken und Praxen vernetzen

Im Rahmen des Netzwerkes sollen ausgehend von den universitären Spitzenzentren regionale Netzwerke aufgebaut werden, die Kliniken und Praxen zusammenführen. Die Spitzenzentren sollen die molekulare Diagnostik übernehmen und die regionalen Netzwerke zur therapeutischen Relevanz der Diagnostikergebnisse beraten. Die Behandlung der Patienten soll immer möglichst heimatnah bei den Koopera­tions­partnern stattfinden.

„Vorrangiges Ziel von nNGM ist die Verbesserung der Versorgung Betroffener mit innovativen, besser wirksamen und weniger toxischen Medikamenten und damit letztlich die Verlängerung der Überlebenszeiten von Patienten mit Lungenkrebs“, fasst von Kalle den Ansatz von nNGM zusammen. © hil/aerzteblatt.de

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