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Medizin

Infektionen mit Candida auris nehmen in Europa zu

Mittwoch, 25. April 2018

Hefepilz Candida auris in einer Petrischale /dpa

Stockholm – Der erst vor 9 Jahren entdeckte Hefepilz Candida auris, der in der Regel gegen Fluconazol resistent ist, droht sich in Europa auszubreiten. Nach mehreren Ausbrüchen in England und Spanien und sporadischen Erkrankungen in anderen Ländern ist das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) besorgt.

C. auris wurde erstmals 2009 in Japan bei einem Patienten mit einer Infektion des Gehörgangs isoliert. Seither wurde der Hefepilz in 4 von 5 Kontinenten (außer Australien) bei Patienten nachgewiesen. C. auris infiziert nicht nur den Gehörgang. Gefürchtet sind vor allem Wundinfektionen und eine Ausbreitung über dem Blutweg. 

Eine Umfrage der ECDC in 29 Ländern der Europäischen Union und des europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ergab, dass zwischen 2013 und 2017 insgesamt 620 Infektionen diagnostiziert wurden, davon 388 in Spanien und 221 in Großbritannien. Weitere Fälle wurden aus Deutschland (7), Frankreich (2), Belgien (1) und Norwegen (1) gemeldet. In Österreich wurde erstmals im Januar 2018 die Diagnose einer C.-auris-Infektion gestellt. 

In Spanien und Großbritannien traten die meisten Infektionen (573) im Rahmen von 4 Ausbrüchen auf. Die anderen Infektionen waren sporadisch. Da C. auris nur schwer von anderen Candida-Arten zu unterscheiden ist, gehen die Experten von einer Untererfassung aus.

Am meisten gefährdet sind nach Einschätzung der ECDC Patienten mit schweren Grunderkrankungen oder Abwehrschwächen. Dazu gehören Patienten mit Diabetes mellitus, chronischer Nierenerkrankungen, HIV-Infektion, soliden Tumoren und hämatologischen Malignomen. Neugeborene sind ebenfalls betroffen. Bei einem Ausbruch können sich jedoch auch leicht Patienten ohne schwere Grunderkrankung infizieren.

Die Infektionen traten häufig bei Patienten mit Zentralvenen- und Harnwegskatheter auf. Gefährdet sind zudem chirurgische Patienten und solche, die Breitspektrum-Antibiotika erhalten oder auf Intensivstationen betreut werden. Eine Behandlung mit systemischen Antimykotika scheint eine C.-auris-Infektion ebenfalls zu begünstigen.

Ein wichtiges Merkmal von C. auris ist seine Resistenz gegen Fluconazol, dem heute am häufigsten verwendeten Antimykotikum. Die Empfindlichkeit gegen andere Antimykotika (Azole, Echinocandine und Amphotericin B) ist variabel. In den USA wurden bereits Fälle von multiresistenten C. auris beschrieben, bei denen mehrere Antimykotika erfolglos eingesetzt wurden. © rme/aerzteblatt.de

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