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Ärzteschaft

Ovarialkarzinom: Vorsorge vor allem bei erblicher Vorbelastung wichtig

Donnerstag, 3. Mai 2018

/PIC4U, stockadobecom

Berlin – Eierstockkrebs gehört zu den seltenen, aber aggressiven Krebserkrankungen. Rund 7.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich daran. Auf die Bedeutung der Vorsorge bei Frauen mit erblicher Vorbelastung weist jetzt die Deutsche Gesellschaft für Pathologie hin.

„Die Eierstöcke haben etwa die Größe einer Mandel und sind damit sehr klein. Erst wenn sich die Krebsgeschwulst über den Eierstock und Eileiter hinaus auch im Bauchraum ausgedehnt hat und Beschwerden macht, wird sie in der Regel erkannt“, erläuterte Birgid Markiefka, geschäftsführende Oberärztin am Institut für Pathologie der Universitätsklinik Köln.

Aber je früher ein Karzinom aufgespürt werde, desto besser seien die Therapiechancen, erinnert die Referenzpathologin im Bereich familiärer Brustkrebs- und Ovarial­karzinome. Ärzte und Patienten sollten aufmerksam werden, wenn in einer Familie Fälle von Brust- und Eierstockkrebs mehrfach vorgekommen und diese deutlich vor dem durchschnittlichen Erkrankungsalter von Mitte 60 aufgetreten seien. 

„Betroffene und Ratsuchende können sich an eines der bundesweit 17 spezialisierten Zentren des deutschen Konsortiums wenden“, so Markiefka. Hier würden Keimbahn­analysen bei der Risikopatientin und gegebenenfalls auf Wunsch auch bei Angehörigen vorgenommen. Sollte von verstorbenen Familienmitgliedern eventuell noch in pathologischen Archiven verfügbares Gewebe vorliegen, werde auch das untersucht. Bestätige sich die erbliche Vorbelastung, seien weitere Maßnahmen sinnvoll.

„Bei Frauen mit einem stark erhöhten Risiko kann auch eine Entfernung der Eierstöcke und Eileiter sowie des Brustdrüsengewebes sinnvoll sein. In etwa drei Prozent dieser prophylaktisch entfernten Eierstöcke und Eileiter finden sich klinisch bis dahin unbe­kannte tumoröse Veränderungen“, so die Expertin. „Ein solcher Eingriff ist für die Betroffenen eine schwere Entscheidung, nimmt aber vielen die enorm belastende Angst und bedeutet eine Entscheidung für das Leben“, so Markiefka. © hil/aerzteblatt.de

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