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Hitzewelle: Arbeitgeber für Gesundheit der Mitarbeiter verantwortlich

Mittwoch, 25. Juli 2018

/dpa

Erfurt/Stuttgart – Arbeitgeber sind bei der anhaltenden extremen Hitze für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter verantwortlich und müssen entsprechende Maßnahmen ergreifen. Darauf hat gestern das Arbeitsministerium Thüringen hingewiesen. Vor allem bei Arbeiten im Freien müssten die Arbeitgeber für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter aktiv werden. Das Ministerium ist die oberste Arbeitsschutzbehörde im Freistaat.

In den nächsten Tagen würden die Temperaturen auf bis zu 34 Grad ansteigen. Vieler­orts könne es noch wärmer werden, hieß es. Wer im Freien arbeitet, bekomme daher mehr krebserzeugende ultraviolette Strahlung ab als Beschäftigte in geschlossenen Räumen. Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sollten immer dann verwendet werden, wenn anderer Schutz nicht möglich sei. Grundsätzlich gilt: Schon bei einem Aufenthalt von wenigen Minuten im Freien ist im Sommer Schutz notwendig.

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In Deutschland arbeiten nach Angaben des Ministeriums rund drei Millionen Menschen überwiegend oder zeitweise im Freien und sind damit Hitze, UV-Strahlen und Ozon ausgesetzt. Über die Sommermonate sei die Belastung einzelner Berufsgruppen so verschieden wie ihre Arbeit. Deshalb sei eine „maßgeschneiderte“ Vorbeugung wichtig.

Hitze kann lebensbedrohlich werden

„Temperaturen, die über einen längeren Zeitraum hinweg bei über 30 Grad liegen, können Kreislaufbeschwerden und körperliches Unwohlsein auslösen. Im schlimmsten Fall kann die große Hitze lebensbedrohlich sein“, warnte Baden-Württembergs Ge­sund­heits­mi­nis­ter Manne Lucha (Grüne).

Wie gut Personen die Hitze verkraften, hängt laut Angaben des Gesundheits­minis­teriums stark vom körperlichen Befinden ab. Für gesunde Erwachsene sind bei normaler Lebensführung und ausreichender Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme auch längere Hitzeperioden in der Regel nicht mit gesundheitlichen Gefahren verbunden. Ein erhöhtes Risiko besteht jedoch für Säuglinge und kleine Kinder, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen und vor allem für ältere, pflege­bedürftige Menschen.

Lucha betonte, dass Kinder oder gesundheitlich geschwächte Personen niemals – auch nicht für kurze Zeit – in einem geparkten Fahrzeug zurückgelassen werden dürfen. Er rief die Bevölkerung außerdem dazu auf, auf die Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes zu achten und den Alltag danach auszurichten.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) rief draußen arbeitende Menschen auf, sich gegen die Hitze zu schützen. Neben UV-Schutz sei regelmäßiges Trinken wichtig. „Sonnenmilch und Wasserflasche gehören genauso zum Job wie Mörtel und Maurerkelle“, sagte der Bezirksvorsitzende der IG Bau Stuttgart, Mike Paul.

Wichtig sei es außerdem, möglichst viele Teile des Körpers mit Kleidung zu bedecken. In den Mittagsstunden empfiehlt die IG Bau, alle Arbeiten in den Schatten zu verlegen. „Hilfreich ist die Faustregel: Wenn der eigene Schatten kleiner ist als die Körpergröße, dann ist die Gesundheitsgefahr besonders hoch“, sagte Paul.

Neben Sonnenstrahlen und Schwitzen macht auch die Luft den Arbeitern unter freiem Himmel bei hohen Temperaturen zu schaffen: Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg erwartete gestern, dass die Ozonkonzentration im Südwesten am Nachmittag die Schwelle von 180 Mikrogramm überschreiten wird. Eine zu hohe Konzentration des giftigen, unsichtbaren Gases kann zu Atembeschwerden und Schleimhautreizungen führen.

Der Malteser Hilfsdienst und andere Hilfsorganisationen riefen die Menschen dazu auf, Vorsichtsmaßnahmen gegen die Hitze zu treffen. Es sei unter anderem wichtig, ausreichend zu trinken, körperliche Belastung zu vermeiden, prallen Sonnenschein möglichst zu meiden. Krankenkassen schalteten Telefonhotlines zum Thema Hitze frei. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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