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Medizin

Brustkrebsoperation im hohen Alter birgt Risiken

Dienstag, 4. September 2018

/dpa

San Francisco – Eine Brustkrebsoperation, die bei jüngeren Frauen selten zu Komplikationen führt, kann für Pflegeheimbewohnerinnen ein tödliches Risiko sein. Geriater warnen in JAMA Surgery (2018; doi: 10.1001/jamasurg.2018.2736) vor der Operation.

Da die Brustkrebshäufigkeit mit dem Alter ansteigt, ist die Erkrankung in Pflegeheimen häufig. Die Ärzte stehen dann vor der Frage, ob sie einer 80-jährigen gebrechlichen Frau noch zu einer Operation raten sollen. Die Lebenserwartung einer 80-jährigen Frau beträgt in den USA noch 9 Jahre. Eine Hälfte der Frauen lebt noch 13 Jahre oder länger, während die andere Hälfte innerhalb von 5 Jahren stirbt.

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In den USA raten Ärzte den rüstigeren Pflegeheimbewohnerinnen immer häufiger zu einer Operation. Nach den Abrechnungsdaten von Medicaid, der staatlichen Krankenversorgung für Senioren, entfallen nicht weniger als 61 % aller größeren chirurgischen Eingriffe von Pflegeheimbewohnerinnen auf Brustkrebsoperationen.

Die Ergebnisse bleiben jedoch oft hinter den Erwartungen zurück. Wie Victoria Tang von der Veteranenbehörde in San Francisco ermittelt hat, starben 16 % der Patientinnen innerhalb von 30 Tagen. Die 1-Jahres-Sterblichkeit lag bei 31 %. Von den Überlebenden erlitten 55 bis 60 % im Jahr nach der Operation eine deutliche Verschlechterung ihrer funktionellen Fähigkeiten.

Die Ursachen kann die Studie nicht klären. Ein möglicher Grund könnte ein ungünstigeres Stadium der Erkrankung sein, da Frauen ab 75 Jahren nicht mehr zum Screening geraten wird. Auffällig war, dass bei vielen Frauen eine Mastektomie (27,5 %) oder eine Mastektomie mit zusätzlicher axillärer Lymphknotendissektion (ALND) durchgeführt wurde.

Interessanterweise war die Sterblichkeit der Frauen nach Mastektomie und ALND geringer als nach einer Lumpektomie. Tang vermutet, dass den am meisten gebrechlichen Patientinnen zu der am wenigsten invasiven Operation geraten wurde. Die hohe Sterblichkeit spreche aber dafür, dass die Ärzte die Kräfte ihrer Patientinnen überschätzen. Mangels Vergleichsgruppe lässt sich aber nicht sicher sagen, dass die Frauen ohne Operation länger überlebt hätten. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #705995
Hermione
am Montag, 24. September 2018, 09:31

30-Tage-Sterblichkeit: 3,2 Prozent nicht etwa 16 Prozent! Bitte mal die Publikation lesen...

Die 30-Tage-Sterblichkeit lag in der Untersuchung mitnichten bei 16 Prozent, wie im DÄB angegeben - sondern vielmehr bei 3,2 Prozent ("all-cause-mortality")! 16 Prozent betrug die Klinik-Wiederaufnahmerate (readmission rate") innerhalb von 30 Tagen.
Im DÄB sollte man da schon etwas mehr Sorgfalt erwarten können...
LNS