SucheTrefferlisteTherapeutische Tai-Chi-Übungen beugen Stürzen im Alter in Studie besser vor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Therapeutische Tai-Chi-Übungen beugen Stürzen im Alter in Studie besser vor

Dienstag, 11. September 2018

/Monkey Business - stock.adobe.com

Shanghai – Eine therapeutische Variante der meditativen Bewegungs-Choreografie Tai-Chi hat in einer randomisierten Vergleichsstudie ältere Menschen besser vor wieder­holten Stürzen im Alter geschützt als ein multimodales Training oder Dehnungs­übungen. Die Ergebnisse wurden in JAMA Internal Medicine (2018; doi: 10.1001/jamainternmed.2018.3915) vorgestellt.

Stürze sind ein häufiges Problem alter Menschen. Zur Prävention können kranken­gymnastische Übungen verordnet werden, die Muskelkraft und Ausdauer verbessern. Als Alternative bieten sich Tai-Chi-Übungen an. Ihre Vorteile könnten in einer beruhigenden Wirkung und in einem Training der Körperbalance liegen. Die langen Bewegungsfolgen des traditionellen Tai-Chis sind jedoch nicht leicht zu erlernen, und nicht alle Senioren sind mehr mobil genug, um die Übungen im Stehen durchzuführen. 

Anzeige

Ein Team um Peter Harmer von der Willamette University in Salem im US-Staat Oregon hat deshalb zusammen mit chinesischen Forschern eine für Senioren geeignete Variante entwickelt, die sie „Tai Ji Quan: Moving for Better Balance“ (TJQMBB) nennen. Sie besteht aus einzelnen kleineren Übungen, die teilweise auch im Sitzen durchgeführt werden können.

In einer randomisierten Studie haben die Entwickler die Effektivität von TJQMBB mit einem multimodalen Sportprogramm und Dehnungsübungen verglichen. Das von den Centers for Disease Control and Prevention empfohlene multimodale Sportprogramm hat sich in früheren Studien als effektiv erwiesen. Die Dehnungsübungen sind vermutlich nicht effektiv. Sie dienten als Kontrolle der Studie.

An der Studie nahmen 670 Senioren im Alter von durchschnittlich 77,7 Jahren teil, die in den vorangegangenen 12 Monaten mindestens einen Sturz erlitten hatten.

Die Interventionen bestanden aus zwei 60-minütigen Unterrichtsstunden pro Woche über 24 Wochen. Endpunkt war die Zahl der Stürze in den darauffolgenden sechs Monaten. 

In dieser Zeit kam es bei 324 der 670 Teilnehmer zu insgesamt 733 Stürzen. Die Sturzfrequenz betrug in der TJQMBB-Gruppe 11 pro 100 Personen und Monat. In der multimodalen Sportgruppe waren es 16 pro 100 Personen und Monat und in der Kontrollgruppe 27 pro 100 Personen und Monat.

Die Sturzrate war nach den Berechnungen von Fuzhong Li, PhD von der School of Kinesiology in Shanghai und Mitarbeiter in der TJQMBB-Gruppe zu 58 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe (relative Inzidenzrate IRR 0,42; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,31 bis 0,56). In der multimodalen Sportgruppe betrug der Rückgang gegenüber der Kontrollgruppe 40 Prozent (IRR 0,60; 0,45-0,80). Beide Behandlungen erzielten damit eine signifikant Sturzprophylaxe.

Im direkten Vergleich war die Sturzrate in der TJQMBB-Gruppe zu 31 Prozent niedriger als in der multimodalen Sport-Gruppe (IRR 0,69; 0,52-0,94).

Die wichtigste Einschränkung ist sicherlich, dass die Studie von den Entwicklern selbst durchgeführt wurde, was die Zählung der Stürze, auf Angaben der Patienten beruhte, beeinflusst haben könnte. Wenn die Patienten von der Wirksamkeit der Tai-Chi-Übungen überzeugt waren, beurteilten sie möglicherweise nicht jedes Stolpern als Sturz. Es bleibt deshalb abzuwarten, ob andere Gruppen die Ergebnisse bestätigen können. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS