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Medizin

Gene für die Entwicklung der Gicht wichtiger als gedacht

Dienstag, 16. Oktober 2018

/dpa

Otago – Nach der Auffassung neuseeländischer Forscher ist die Ernährung für die Entwicklung einer Gicht weit weniger wichtig als bislang angenommen. Entscheidend sei vielmehr die genetische Disposition der Betroffenen, meint die Arbeitsgruppe um Tony Merriman von der University of Otago, im British Medical Journal (2018; doi: 10.1136/bmj.k3951). 

Gicht kann bekanntlich starke Schmerzen und Schwellungen verursachen. Die Krankheit ist am häufigsten bei Männern ab 40 Jahren. Charakteristisch ist überschüssige Harnsäure im Blut (Hyperurikämie), die Kristalle bildet.

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Seit Jahrhunderten gilt die Ernährung als Risikofaktor für die Entwicklung von Gicht. Neuere Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Lebensmittel, zum Beispiel Fleisch, Schalentiere, Alkohol und zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, mit einem höheren Gichtrisiko verbunden sind, während andere wie Obst, Gemüse, fettarme Milchprodukte und Kaffee eine schützende Wirkung haben.

Um besser zu verstehen, wie Ernährung und Gene die Entwicklung von Gicht beein­flussen könnten, analysierte das neuseeländisches Forscherteam aus 5 Kohorten­studien der USA Daten von 8.414 Männern und 8.346 Frauen europäischer Abstammung. Die Teilnehmer waren über 18 Jahre alt, ohne Nierenerkrankungen oder Gicht, und nahmen keine urinsenkenden oder diuretischen Medikamente ein. Bluthochdruckmessungen und genetische Profile wurden aufgezeichnet. Faktoren, die die Ergebnisse hätten beeinflussen können wie Geschlecht, Alter, Body-Mass-Index, tägliche Kalorienzufuhr, Bildung, Trainingsniveau und Rauchstatus, wurden ebenfalls berücksichtigt.

Gene haben mehr Einfluss als Lebensmittel

Die Ernährungsanalyse ergab 7 Lebensmittel, die mit einem erhöhten Harnsäurespiegel in Verbindung gebracht werden: Bier, Likör, Wein, Kartoffel, Geflügel, Erfrischungs­getränke und Fleisch. Acht Lebensmittel konnten die Forscher mit einem reduzierten Harnsäurespiegel in Verbindung bringen, nämlich Eier, Erdnüsse, kaltes Getreide, Magermilch, Käse, Vollkornbrot, Margarine und Früchte ohne Zitrone.

„Jedoch erklärte jedes dieser Lebensmittel weniger als ein Prozent der Schwankungen des Uratspiegels“, berichten die Forscher. Im Gegensatz dazu ergab die genetische Analyse, dass gemeinsame genetische Faktoren fast ein Viertel (23,9 %) der Variation der Uratspiegel erklärten.

„Unsere Daten stellen die weit verbreitete Wahrnehmung in Frage, dass Hyperurikämie in erster Linie durch Ernährung verursacht wird, und zeigen, dass genetische Varianten einen viel größeren Beitrag zur Hyperurikämie leisten als die Exposition durch Ernährung“, so das Fazit der Forscher.

Die Forscher weisen aber auf einige Einschränkungen in ihrem Studiendesign hin, zum Beispiel die Verwendung verschiedener Lebensmittelfragebögen zwischen den Studien und die Tatsache, dass sich die Studie auf Personen europäischer Abstammung beschränkte. 

© hil/aerzteblatt.de

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