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Psychosomatik: Klassiker mit aktuellem Praxisbezug

Dtsch Arztebl 2016; 113(50): A-2328

Hibbeler, Birgit

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Viele Patienten, die eine Hausarztpraxis aufsuchen, leiden unter psychosomatischen Beschwerden. Auch wenn die Symptome nicht vorrangig als psychosomatisch einzustufen sind, spielen häufig psychische Faktoren eine Rolle. Dass man den meisten Patienten nur mit einem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell gerecht wird, streitet kaum noch jemand ab. Doch in der Praxis geht dieser ganzheitliche Ansatz häufig unter. Ärzte empfinden ihn unter derzeitigen Rahmenbedingungen – geprägt von einer immer weiter fortschreitenden Öko­nomi­sierung – außerdem als kaum umsetzbar. Das Anliegen Thure von Uexkülls († 2004) einer „integrierten Heilkunde“ hat also nicht an Aktualität verloren. Die Psychosomatik ist mehr als eine Spezialdisziplin. Sie stellt eine grundlegende Sichtweise auf die Medizin dar. So haben die Herausgeber und Autoren des „Uexküll“ – des Standardwerks der psychosomatischen Medizin – in die 8. Auflage viel Arbeit investiert, um neben psychosomatisch tätigen Ärzten auch andere Disziplinen zu erreichen. Die Neuauflage ist viel stärker fallorientiert. Der Praxisbezug steht im Vordergrund. 33 der 104 Kapitel wurden neu verfasst. Insbesondere in der Allgemeinmedizin sehen die Autoren ein wichtiges „Brückenfach“ zur Psychosomatik. Hausärzte, aber auch Ärzte anderer Fachrichtungen können aus dem „Uexküll“ zuverlässige Informationen und Anregungen für die Arbeit gewinnen. Relevante Krankheitsbilder werden umfassend dargestellt und durch Kasuistiken veranschaulicht. Die Arzt-Patient-Beziehung und die ärztliche Gesprächsführung sind wichtige Punkte. Interessant ist das dargestellte Konzept der Medizin als einer Handlungswissenschaft, in dem sich ein pragmatischer Ansatz widerspiegelt. Der Arzt nutzt die Ergebnisse der theoretischen Wissenschaft, orientiert sich am Stand des gesicherten Wissens. Zugleich richtet sich seine Arbeit aber auf den Einzelfall. Ärztliches Handeln ist „Fallarbeit“. Der „Uexküll“ bereichert die Arbeit eines jeden Arztes. Die Lektüre bietet Anlass, das eigene Tun zu reflektieren. Dabei geht es um zwei zentrale Aspekte der Medizin: die grundlegende Sicht auf Krankheit und das ärztliche Selbstverständnis. Dr. med. Birgit Hibbeler

Thure von Uexküll: Psychosomatische Medizin. Theoretische Modelle und klinische Praxis. Mit Zugang zum Portal Psychosomatikwelt.de. 8. Auflage. Urban & Fischer, Elsevier GmbH, München 2016, 1 240 Seiten, gebunden, 189,99 Euro

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