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MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Obduktionen als Instrument der Qualitätssicherung

Post-mortem examination as a quality improvement instrument

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(39): 653-8; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0653

Wittekind, Christian; Gradistanac, Tanja

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Hintergrund: Obduktionen gelten als ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung in der Medizin. Gleichwohl sind die Obduktionsraten in vielen Ländern seit längerem rückläufig. Es stellt sich die Frage nach dem Stellenwert von Obduktionen in der modernen Medizin.

Methode: Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche zur Rolle der Obduktionen in der Qualitätssicherung.

Ergebnisse: Eine Reihe von Studien zeigt substanzielle Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen auf; die Rate der berichteten Diskrepanzen variierte zwischen 10 und 40 %. Bei den Goldman-I-Irrtümern, den bei Obduktion festgestellten Fehldiagnosen mit einem möglichen Einfluss auf das Überleben, reicht die Spanne von 2,4–10,7 %. Es ist davon auszugehen, dass mit zunehmender Obduktionsrate der prozentuale Anteil der schwerwiegenden Irrtümer abnimmt. Unabhängig davon verzeichnet eine größere Studie für den Zeitraum von 1988–2008 einen Rückgang um mehr als die Hälfte bei der Rate der Goldman-I-Irrtümer. Zahlreiche Studien belegen die Rolle der Obduktion als Instrument der Qualitätssicherung. Allerdings sind die Qualitätseffekte von Obduktionen schwierig zu messen. Inzwischen werden auch bildgebende und minimalinvasive oder endoskopische Verfahren postmortal eingesetzt, doch zeigen die vorliegenden Studien, dass diese Methoden noch keine zusammenhängende pathogenetische Einordnung von Krankheitsprozessen ermöglichen.

Schlussfolgerung: Im Interesse der Qualitätssicherung sind Obduktionen weiter erforderlich. Einheitliche Standards bei deren Durchführung und Berichterstattung könnten zu einer besseren Nutzung der so gewonnenen Daten beitragen. 

LNSLNS

Seit G. B. Morgagni (1) erstmals den wissenschaftlichen Nutzen von Obduktionen darstellte, sind im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Gründe aufgekommen, Obduktionen durchzuführen (2). Trotz der vielfältigen Indikationen ist die Rate der Obduktionen in den letzten Jahrzehnten überall auf der Welt stark zurückgegangen, auch in Deutschland. Die Ursachen für den Rückgang der Obduktionsraten werden kontrovers diskutiert. Unsere Erfahrung aus vielen Gesprächen ist, dass viele und besonders jüngere Ärzte glauben, dass Patientenbefunde und Todesursachen mit den zur Verfügung stehenden klinisch diagnostischen Verfahren ausreichend geklärt werden können, sodass Obduktionen nicht mehr notwendig sind. Dieser Einschätzung stehen zahlreiche Publikationen gegenüber, die belegen, dass es nach wie vor Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen gibt. Im Folgenden gehen wir auf Alternativen zur „klassischen“ Obduktion ein.

Definition der klinischen Obduktion und Indikationen

Unter einer klinischen Obduktion versteht man die von Ärzten vorgenommene makroskopische Untersuchung (möglichst) aller drei Körperhöhlen eines Verstorbenen, ergänzt durch klinische Angaben zur Krankengeschichte, Todesursache und klinischen Fragestellungen (Kasten 1).

Definition der klinischen Obduktion und Indikationen
Definition der klinischen Obduktion und Indikationen
Kasten 1
Definition der klinischen Obduktion und Indikationen

Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen sind in ihrer Bedeutung für die Behandlung der Patienten unterschiedlich zu bewerten und werden üblicherweise nach den Goldman-Kriterien klassifiziert (3):

  • Klasse-I-Irrtum: Fehldiagnose mit einem möglichen Einfluss auf das Überleben und wahrscheinlicher notwendiger Änderung der Therapie
  • Klasse-II-Irrtum: Fehldiagnose ohne möglichen Einfluss auf das Überleben und ohne Änderungen der Therapie
  • Klasse-III- und Klasse-IV-Irrtümer: Übersehene weniger wichtige Diagnosen ohne Bezug zum Verlauf der Erkrankung(en)

Unterschiede zwischen Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen

Beginnend im Jahr 1912 haben zahlreiche Untersuchungen bis zum Jahr 2002 und darüber hinaus erhebliche Unterschiede zwischen Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen nachgewiesen (Tabelle 1) (413, e2e5).

Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen (oder zusätzliche Erkenntnisse)
Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen (oder zusätzliche Erkenntnisse)
Tabelle 1
Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen (oder zusätzliche Erkenntnisse)

Shojania et al. (14) identifizierten 2003 in einer Literaturrecherche für den Zeitraum 1966–2002 insgesamt 45 Studien (53 verschiedene Autopsie-Serien). Unabhängig von methodischen Problemen, die sie erörterten, kamen sie zu den folgenden Ergebnissen: Im Durchschnitt lag die Rate der Klasse-I-Irrtümer bei 9 % (Bereich 0–20,7 %). Über die Jahrzehnte war mit einem relativen Rückgang von 33,4 % (95-%-Konfidenzintervall [KI]: [8,4; 51,6]) pro Dekade ein deutlicher Rückgang bei den Klasse-I-Irrtümern zu verzeichnen. Auf Grundlage der ausgewerteten Studien schätzten sie für 2003 den Anteil der Klasse-I-Irrtümer bei einer 5-prozentigen Obduktionsrate auf 6,7 % (95-%-KI [3,8; 11,4]), bei einer 37-prozentigen Obduktionsrate auf 5,8 % und bei einer 100-prozentigen Obduktionsrate auf 4,1 %. Diese Tendenz erklären die Autoren damit, dass bei einer niedrigen Obduktionsrate von einem höheren Anteil klinischer Verdachtsfälle bei den Obduktionen auszugehen sei.

Wittschieber et al. (15) berichteten über 1 800 Erwachsenenobduktionen in Berlin. Fälle der Jahre 1988, 1993, 1998, 2003 und 2008 wurden untersucht. Die Klasse-I-Irrtümer gingen von 25,8 % im Jahr 1988 auf 10,7 % im Jahr 2008 zurück (p < 0,00001; 95-%-KI: [7,7 %; 14,7 %]). Die Klasse-III-Irrtümer stiegen von 13,7 % (1988) auf 27,0 % (2008) (p < 0,00001). Die zeitliche Entwicklung der Klasse-I- und Klasse-II-Irrtümer ergab eine Abnahme von 43,4 % (1988) auf 27,1 % (2008) und eine Zunahme der Klasse-III- und -IV-Irrtümer von 16,4 % (1988) auf 33,0 % (2008) (p < 0,00001) (15). Erlmeier et al. (16) konnten in einer vergleichenden Untersuchung von zwei Universitätskliniken in Deutschland einen Rückgang der Obduktionen bestätigen (Klinik 1: Obduktionsfrequenz 2005: 20,8 % [243 Fälle], 2014: 11,1 % [167 Fälle]; Klinik 2: Obduktionsfrequenz im Jahr 2005: 11,5 % [118 Fälle], 2014: 7,3 % [85 Fälle]). Die Diskrepanzrate betrug in ihrem Kollektiv 6,6 % (88,9 % Übereinstimmung zwischen klinisch vermuteter Todesursache und Obduktionsergebnis, 4,5 % keine Angaben). Auch Marshall und Milikowski (17) fanden in einer retrospektiven sechs Jahre umfassenden Untersuchung von Erwachsenenautopsien in 9,9 % der Fälle (33 von 334) eine Klasse-I-Diskrepanz von Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnose.

Die Rate der Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen variierte nur wenig zwischen Patienten mit Tumorerkrankungen, mit Infektionen oder Zustand nach Traumata und war ähnlich bei Patienten von Intensivstationen (ICU), Intermediate-Care-Units (IMC) oder von Normalstationen. Tabelle 1 und Tabelle 2 zeigen die Diskrepanzraten und häufigen Fehldiagnosen.

Erkrankungen mit häufig auftretenden Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem Diagnosen [5–13]
Erkrankungen mit häufig auftretenden Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem Diagnosen [5–13]
Tabelle 2
Erkrankungen mit häufig auftretenden Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem Diagnosen [5–13]

In einer Metaanalyse, in der nur Studien zu Patienten, die in dem Zeitraum 1966–2011 auf Intensivstationen verstorben waren, berücksichtigt wurden, fanden sich 31 Studien mit 5 863 Obduktionen (18). Die Prävalenz der Fehldiagnosen reichte von 5,5–100 %, wobei 28 % der Obduktionen wenigstens eine Fehldiagnose aufwies, davon 8 % Klasse-I- und 18 % Klasse-II-Irrtümer Die errechnete Rate der Fehldiagnosen bei einer angenommenen hypothetischen Obduktionsrate von 100 % betrug 6,3 % (95-%-KI: [4,0 %; 7,5 %]). Die häufigsten Fehldiagnosen waren Lungenembolien, Herzinfarkte, Pneumonien und Aspergillosen. Die Autoren folgerten, dass etwa 34 000 (95-%-KI: [22 000; 40 500]) Patienten in den USA jährlich auf Intensivstationen als Folge von Klasse-I-Irrtümern sterben, in der Annahme, dass diese Fehleinschätzungen die Todesursachen waren.

In einer Studie an einem Krankenhaus der Regelversorgung, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Leipzig durchgeführt wurde, zeigte sich, dass mit Zunahme der Obduktionsrate von circa 3 auf 26 % eine Senkung der Prognose-relevanten Irrtümer (Klasse-I-Irrtümer) von 18,8 % (95-%-KI: [10,2; 31,9]) auf 11,6 % [95-%-KI: [7,4; 17,9]) beobachtet werden konnte (19).

In einer Arbeit aus dem Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Leipzig wurden für den Zeitraum 2000–2009 alle 4 592 Obduktionen ausgewertet. 263 maligne Tumoren waren zu Lebzeiten nicht erkannt worden, entsprechend 5,7 % aller Obduktionen oder entsprechend 20,2 % aller nachgewiesenen malignen Tumoren. 23 % der zu Lebzeiten nicht entdeckten malignen Tumoren waren todesursächlich. Am häufigsten fanden sich Prostatakarzinome (23,9 %), kolorektale Karzinome (16,3 %), Nierenkarzinome (13,0 %), Lungenkarzinome (12,7 %) und Leberkarzinome (6,5 %) (5, e1).

Neben der Detektion von Diskrepanzen bei Patienten mit Tumorerkrankungen spielen nach unserer Erfahrung Obduktionen vor allem in der Entdeckung klinisch unklarer Entzündungsherde bei diagnostizierter Sepsis oder Septikopyämie heute noch eine häufig unterschätzte Rolle.

Möglichkeiten der Qualitätssicherung durch Obduktionen

Neben den Gründen der American Society for Clinical Pathology (ASCP) (20) (Kasten 2) scheint eine Qualitätssicherung in folgenden Bereichen möglich zu sein:

  • Pathologie-interne Qualitätskontrolle durch Audits der Obduktionen
  • Evaluation der Effizienz und potenzieller Nebenwirkungen neuer Medikamente, neuer chirurgischer Techniken und neuer Methoden des genetischen Engineering
  • Gewinnung von Erkenntnissen über neue Muster alter Erkrankungen (zum Beispiel Tuberkulose und Syphilis)
  • Erlangung von Informationen für Angehörige.
Statement der American Society for Clinical Pathology (ASCP) (20) zu den Zielen von Obduktionen
Statement der American Society for Clinical Pathology (ASCP) (20) zu den Zielen von Obduktionen
Kasten 2
Statement der American Society for Clinical Pathology (ASCP) (20) zu den Zielen von Obduktionen

Wesentlich ist die Forderung der ASCP, die Bedeutung der Obduktionen in der Qualitätssicherung in der Aus- und Weiterbildung deutlicher darzustellen und somit längerfristig das Obduktionsverhalten beeinflussen zu können.

Häufigkeit der Obduktionen in Deutschland

In einem Artikel von Grassow-Narlik et al. (21) wurde der Rückgang der Obduktionen von 2005 bis 2014 mit 30 % angegeben. Circa 4 % der in Deutschland 2014 Verstorbenen wurden obduziert. In Universitätskliniken lag die Obduktionsquote um 5 % höher als in nichtuniversitären Krankenhäusern.

Einschätzung der Obduktionsergebnisse aus Sicht der Kliniker und der Tumorzentren

2017 wurden aus der Sicht verschiedener klinischer Fachrichtungen die Erwartungen an die Ergebnisse von klinischen Obduktionen formuliert, um erkenntnisreichere Aussagen für die Kliniker zu erhalten. Aus Sicht der Kliniker verschiedener Fachrichtungen wurde auf bestimmte Anforderungen an eine „gute“ Obduktion hingewiesen – einschließlich einer adäquaten und zeitgerechten Kommunikation der Obduktionsergebnisse (2225).

Hofstädter (26) hat betont, dass geplante gesetzliche Vorgaben wie Zertifizierungsprogramme für Versorgungsstrukturen nur dann wirksam werden können, wenn die klinische Obduktion auch in der klinischen Krebsregistrierung positioniert wird.

Mögliche Ursachen für die Abnahme der Obduktionszahlen

Die Zahl der Obduktionen sinkt seit Jahrzehnten. Wenn man bei Klinikern und Pathologen nach den Gründen dafür fragt, wird meistens auf die abnehmende Zustimmungsbereitschaft von Angehörigen hingewiesen. Die wahren Gründe sind komplexer (2, 27, 28), dazu zählen:

  • die medizinische Ausbildung und die Einstellung der Klinker
  • die Rolle des Pathologen
  • finanzielle Gründe
  • die Rolle der Familien und Angehörigen.

Medizinische Ausbildung und Einstellung der Kliniker

Vielen jüngeren Kolleginnen und Kollegen wurde im Medizinstudium die Bedeutung der Obduktionen nicht nahe gebracht, sodass sie nicht ausreichend über die möglichen Erkenntnisgewinne der Obduktionen informiert sind. Der Zeitpunkt, an dem die Zustimmung zu einer Obduktion eingeholt werden soll, ist eine Phase höchster psychischer Anspannung für die Ärztinnen und Ärzte, die den Tod mitteilen müssen und für die Familien, die die Todesnachricht empfangen. Jüngere Ärztinnen und Ärzte, die diese Gespräche führen, sind auf solche Situationen nicht vorbereitet und werden oft die Möglichkeit einer Obduktion nicht erwähnen oder nicht nach der Zustimmung fragen.

Mitunter besteht auch die Furcht, dass eventuelle Behandlungsfehler durch die Obduktionen aufgedeckt werden könnten. Die Angst vor der Entdeckung eigener Fehler kann dazu führen, dass Angehörige verstorbener Patienten gar nicht nach einer Zustimmung zu einer Obduktion gefragt werden.

Rolle der Pathologen

Einige Pathologen – sowohl in akademischer Umgebung als auch in privater Praxis – berichten über ihre Abneigung gegenüber Obduktionen (16). In der Zeit, die für eine Obduktion verwendet werden muss, kann man nicht wissenschaftlich arbeiten und publizieren. Neue molekularpathologische Befunde in der Forschung bieten bessere Gelegenheiten, High-Impact-Publikationen zu erlangen (2). Viele Pathologen lassen sich theoretisch über die Wichtigkeit von Obduktionen aus, unternehmen aber keine Initiativen, um die Obduktionsrate zu erhöhen.

Finanzielle Gründe

Finanzielle Gründe werden mit hohem Wahrheitsgehalt als Grund für die Abnahme der Obduktionen angegeben. Eine komplexe Obduktion, eingeschlossen die Konsultation mit den Klinikern und die Fertigstellung der Obduktionsberichte, erfordert viele Stunden. An realen Kosten für eine Obduktion sind in Abhängigkeit vom Schwierigkeitsgrad 700–1 200 € zu kalkulieren.

Der finanzielle Ausgleich ist schlechter als in der Biopsie-Pathologie. Auch im gesamtfinanziellen Rahmen eines Klinikums fehlt es häufig an Geld (= Zeit) bei den Klinikern, um sich den Konsultationsverpflichtungen, die mit einer Obduktion verbunden sind, widmen zu können.

Rolle der Familien und Angehörigen

Auch die Betroffenheit und Verunsicherung von Familien und Angehörigen spielen eine Rolle bei der Ablehnung von Obduktionen. Es hat sich in einer kürzlich erfolgten Umfrage gezeigt, dass bei einfühlsamer Befragung 40–50 % der Angehörigen einer Obduktion zustimmen (29). Die Bereitschaft von Angehörigen, einer Obduktion zuzustimmen, ist sicherlich nicht der Hauptgrund, der die Zahl der Obduktionen limitiert.

Messung der Qualitätseffekte durch Obduktionen

Die Obduktion selber ist nicht fehlerfrei, da Pathologen – wie alle Ärzte – mitunter auch Fehldiagnosen stellen. Es gibt bisher keine Studien, die die Rate der Fehldiagnosen bei Obduktionsdiagnosen überprüft haben (30). Es existieren zudem keine systematischen Untersuchungen zur Frage, wie häufig bei einer Obduktion keine (eindeutige) Todesursache festgestellt werden konnte. Obduktionsprotokolle und -berichte werden keineswegs einheitlich verfasst, praktisch jedes Institut hat eine eigene Art, mit Obduktionsdaten, -diagnosen und -berichten umzugehen. Diese Tatsache macht einen systematischen Vergleich der Obduktionsbefunde schwierig.

Vonseiten des Bundesverbandes Deutscher Pathologen und der Deutschen Gesellschaft für Pathologie wurde kürzlich eine S1-Leitlinie zur Durchführung von Obduktionen vorgestellt, in der viele Probleme, Werkzeuge et cetera im Umgang mit Obduktionen angesprochen, beschrieben und diskutiert werden (31). Diese Vorgaben zu einer Vereinheitlichung der Obduktionsberichte sollen ein wichtiges Qualitätsinstrument seitens der Pathologie sein. Friemann hat 2017 festgestellt (32) (Zitat): „Eine nachhaltige Neubewertung klinischer Obduktionen durch die Ärzteschaft setzt voraus, dass es gelingt, flächendeckend einen ausreichenden Qualitätsstandard dieser Obduktionen zu erreichen. Zu den Qualitätsmerkmalen gehört auch, dass die Obduktionsberichte in einem Zeitraum die Klinik erreichen, in der der verstorbene Patient noch nicht vergessen ist.“

Es gibt keine Daten, die den verbreiteten Glauben unterstützen können, dass Obduktionen zu einer Verbesserung in der Patientenversorgung führen (33). Das kann bedeuten, dass der Glaube an die qualitative Bedeutung von Obduktionen wirklich eine „Glaubensfrage“ ist, und sich die Zweifler auf fehlende Evidenz stützen können. Demgegenüber kennen viele Kliniker und Pathologen die Lerneffekte, die durch unerwartete Obduktionsdiagnosen erzielt werden können und die Patienten mit identischen Krankheitsbildern nachhaltig über viele Jahre helfen können. Eine Messung der Qualitätsverbesserung wird schwierig bleiben.

Aus unserer Sicht ist es notwendig, die Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen festzuhalten und über definierte Zeiträume zu vergleichen. Eine Möglichkeit, den Nutzen von Obduktionen nachträglich zu ermitteln, besteht darin, kurze Fragebögen zu versenden, die wesentliche Merkmale der Bewertung des Nutzens der Obduktion (durch die Kliniker) erfassen sollen (eFragebogen). Eigene Auswertungen haben ergeben, dass ein Rücklauf dieser Fragebögen von circa 60 % der Teilnehmer erreicht werden kann und dass Obduktionen – nach Bewertung der Kolleginnen und Kollegen in der Klinik – in circa 60 % der Fälle diagnostisch und/oder therapeutisch relevante Informationen erbracht hatten.

Neue gesetzliche Grundlagen

Nicht zuletzt die von den Pathologen erstellten Vorgaben zur Qualität von Obduktionen (S1-Leitlinie) waren ein Baustein auf dem Weg zur Entwicklung sozialgesetzlicher Grundlagen zur Finanzierung von Obduktionen (31). Mit dem Inkrafttreten des Krankenhausstrukturgesetzes am 1. 1. 2016 wurde erstmals in der Sozialgesetzgebung verankert, dass Obduktionen als wertvolles Instrument der Qualitätssicherung unter bestimmten Voraussetzungen durch Zuschläge finanziert werden können. Auf der Grundlage von derzeit laufenden Verhandlungen arbeiten der GKV-Spitzenverband mit dem Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rungen und die Deutsche Krankenhausgesellschaft an einer Vereinbarung zu klinischen Obduktionen gemäß § 9 Absatz 1a N3. 3 KHEntgG (34).

Alternative Verfahren zur klassischen Obduktion

Angesichts der zurückgehenden Obduktionszahlen in verschiedenen Ländern wurden neue Techniken entwickelt, die die Gewinnung von postmortalen Befunden möglich machten. Dabei wurden bildgebende Verfahren postmortal angewendet (Computertomografie, Magnetresonanztomografie, Angiografie) mit der Möglichkeit, aus verdächtigen krankhaften Bereichen postmortale Biopsien zu gewinnen und diese mikroskopisch zu untersuchen. Weitere Verfahren sind unter anderem

  • die minimalinvasive Autopsie
  • endoskopische Autopsien
  • virtuelle Autopsien (3440, e6).

Diese Verfahren können Einblicke in umschriebene Krankheitsprozesse geben und auch Hinweise auf Todesursachen. Eine zusammenhängende pathogenetische Einordnung von Krankheitsprozessen ist damit nicht möglich (Tabelle 3). In einer aktuellen Arbeit (40) wird zusammengefasst (Zitat): „Die postmortale Bildgebung kann bislang die klinisch-pathologische Obduktion nur ergänzen und keinesfalls ersetzen.“

Vergleiche zwischen postmortalen Unterschungen und Obduktionen
Vergleiche zwischen postmortalen Unterschungen und Obduktionen
Tabelle 3
Vergleiche zwischen postmortalen Unterschungen und Obduktionen

Fazit für die Praxis

Bei einer über die Jahre konstant bleibenden Diskrepanzrate von Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen von circa 10 % werden von den meisten Klinikern und Pathologen Obduktionen weiterhin für notwendig gehalten. Die Rate von Obduktionen lässt sich dadurch steigern, dass Standards in der Durchführung und Berichterstattung befolgt werden. Vonseiten des Gesetzgebers sind Änderungen auf den Weg gebracht worden, die die Obduktionen als Instrument der Qualitätssicherung anerkennen und Bedingungen für eine bessere Kostenerstattung vorgeben sollen. Verschiedene Verfahren zur postmortalen Untersuchung können bisher die konventionelle Obduktion nur ergänzen, aber nicht ersetzen.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 6. 11. 2017, revidierte Fassung angenommen: 18. 6. 2018

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Christian Wittekind

Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Leipzig

Liebigstraße 26, 04103 Leipzig

Christian.Wittekind@medizin.uni-leipzig.de

Zitierweise
Wittekind C, Gradistanac T: Post-mortem examination as a quality improvement instrument. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 653–8. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0653

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit3918 oder über QR-Code

eFragebogen:
www.aerzteblatt.de/18m0653 oder über QR-Code

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Prof. Dr. med. Christian Wittekind, Dr. med. Tanja Gradistanac
Definition der klinischen Obduktion und Indikationen
Definition der klinischen Obduktion und Indikationen
Kasten 1
Definition der klinischen Obduktion und Indikationen
Statement der American Society for Clinical Pathology (ASCP) (20) zu den Zielen von Obduktionen
Statement der American Society for Clinical Pathology (ASCP) (20) zu den Zielen von Obduktionen
Kasten 2
Statement der American Society for Clinical Pathology (ASCP) (20) zu den Zielen von Obduktionen
Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen (oder zusätzliche Erkenntnisse)
Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen (oder zusätzliche Erkenntnisse)
Tabelle 1
Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem-Diagnosen (oder zusätzliche Erkenntnisse)
Erkrankungen mit häufig auftretenden Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem Diagnosen [5–13]
Erkrankungen mit häufig auftretenden Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem Diagnosen [5–13]
Tabelle 2
Erkrankungen mit häufig auftretenden Diskrepanzen zwischen Prä-mortem- und Post-mortem Diagnosen [5–13]
Vergleiche zwischen postmortalen Unterschungen und Obduktionen
Vergleiche zwischen postmortalen Unterschungen und Obduktionen
Tabelle 3
Vergleiche zwischen postmortalen Unterschungen und Obduktionen
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