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Onkologie: Aktualisierte S3-Leitlinie zum Speiseröhrenkrebs erschienen

Dtsch Arztebl 2019; 116(5): A-224 / B-188 / C-188

Hillienhof, Arne

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Die Neufassung der Leitlinie enthält unter anderem neue Erkenntnisse zu Risikofaktoren bei der Entstehung eines Ösophaguskarzinoms. Foto: Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com
Die Neufassung der Leitlinie enthält unter anderem neue Erkenntnisse zu Risikofaktoren bei der Entstehung eines Ösophaguskarzinoms. Foto: Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com

Eine Aktualisierung der S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Plattenepithelkarzinome und Adenokarzinome des Ösophagus“ ist als endgültige Fassung im Leitlinienprogramm Onkologie erschienen. Federführend war die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten.

„Speiseröhrenkrebs ist aufgrund seiner Lage und wegen häufiger Begleiterkrankungen komplex in der Therapie und muss interdisziplinär behandelt werden. Daher kommt der Leitlinie, die das diagnostische und therapeutische Vorgehen beim Ösophaguskarzinom fächerübergreifend regelt, eine besondere Bedeutung zu“, betonen die Initiatorinnen und Initiatoren des Leitlinienprogramms. Sie weisen darauf hin, dass in Deutschland nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts im Jahr 2018 etwa 5 700 Männer und 1 700 Frauen neu an Speiseröhrenkrebs erkrankt sind.

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Die Erstfassung der Leitlinie ist vor drei Jahren erschienen. „Gemäß des ‚living
guideline‘-Ansatzes werden wir die Leitlinie zukünftig jährlich auf Basis aktueller Studiendaten, neuer Publikationen und Rückmeldungen aus den Leitliniengruppen prüfen und gegebenenfalls überarbeiten“, sagt Prof. Dr. med. Rainer Porschen, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Bremen Ost und Koordinator der aktuellen Leitlinie. So sei sichergestellt, dass aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in den klinischen Alltag überführt würden und Patienten von einer Behandlung nach neuestem wissenschaftlichen Standard profitierten.

Die Autorinnen und Autoren haben in die aktualisierte Fassung unter anderem neue Erkenntnisse zu Risikofaktoren aufgenommen, die die Entstehung eines Ösophaguskarzinoms begünstigen. Aktuelle Studien stützen zum Beispiel die Annahme, dass Alkohol das Risiko für ein Plattenepithelkarzinom – eines der beiden Typen des Ösophaguskarzinoms – erhöht. Die Evidenz dafür wurde daher von Stufe 3a auf 2b angehoben. Wer im Tagesdurchschnitt mehr als 53 Gramm Alkohol zu sich nimmt, hat demnach ein rund fünffach erhöhtes Karzinomrisiko. Bei Menschen, die zusätzlich stark rauchen, steigt das Risiko auf das 8,5-fache.

Auch das Risiko, das von einer Refluxkrankheit ausgeht, wird nun mit einem höheren Evidenzgrad bewertet. Einer Analyse einer US-Datenbank zufolge gehen etwa 13 Prozent der Adenokarzinome – neben dem Plattenepithelkarzinom der zweite Tumortyp im Ösophagus – auf einen chronischen Reflux zurück. hil

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