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MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Metastasiertes Mammakarzinom: Endokrine Kombinationstherapie verlängert deutlich das Gesamtüberleben

Siegmund-Schultze, Nicola

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Foto: SciePro/stock.adobe.com
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Für Frauen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Hormonrezeptor-positivem (HR+) Brustkrebs ist eine endokrine Erstlinienbehandlung Standard. Häufig aber entwickeln sich im Verlauf der Behandlung Resistenzen gegen eine endokrine Therapie (ET). Cyclin-dependent-kinase-4/6-(CDK4/6-) Inhibitoren hemmen überaktivierte Signalkaskaden, die den Zellzyklus und damit die Proliferation regulieren, und wirken damit der Resistenzentwicklung entgegen.

Für den CDK4/6-Inhibitor Ribociclib belegen frühere Daten der MONALEESA-3-Studie, dass bei Frauen mit metastasiertem HR+/ HER2–-(HER2–) Mammakarzinom in Kombination mit Fulvestrant das progressionsfreie Überleben (PFS) verlängert wird im Vergleich zu Fulvestrant alleine (1). Nun liegen auch Daten zum Gesamtüberleben vor (2).

MONALEESA-3 ist eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Phase-3-Studie zur Evaluation der Wirksamkeit und Sicherheit von Ribociclib (600 mg/Tag für 3 Wochen, 1 Woche Pause) in Kombination mit Fulvestrant (500 mg/Tag) oder von Placebo plus Fulvestrant. 726 postmenopausale Patientinnen mit fortgeschrittenem HR+/HER2–-Mammakarzinom wurden 2:1 zu Verum (n = 484) oder Placebo (n = 242) randomisiert und nach Leber- und Lungenmetastasen und endokriner Vorbehandlung stratifiziert. Das mediane Follow-up betrug 39,4 Monate.

Das Gesamtüberleben nach 42 Monaten wird auf 57,8 % in der Gruppe Ribociclib plus Fulvestrant geschätzt und auf 45,9 % unter Fulvestrant-Monotherapie (2). Das relative Risiko zu sterben lag unter der Kombination bei 0,72 und unterschied sich damit von Placebo hoch signifikant (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI] [0,57; 0,92]; p = 0,0045). Der Median der Überlebenszeit war unter Verum noch nicht erreicht und betrug unter Placebo 40,0 Monate. Die Vorteile für die Kombination bestanden in allen Subgruppen. Für das PFS ergaben sich median 33,6 Monate unter Verum und 19,2 Monate für Placebo.

Fazit: „Die nun publizierten Daten der MONALEESA-3-Studie passen gut in den Kontext der schon früher veröffentlichten Studienergebnisse mit CDK4/6-Inhibitoren“, kommentiert Prof. Dr. med. Volkmar Müller, Leiter der Konservativen Gynäkologischen Onkologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Es konnte für alle drei zugelassenen Substanzen, also für Abemaciclib, Palbociclib und Ribociclib, ein Vorteil für die Kombination einer endokrinen Therapie mit einem CDK4/6-Inhibitor gezeigt werden: sowohl bei Progression unter endokriner Monotherapie als auch als ersten Therapieschritt bei prä- und postmenopausalen Patientinnen.“

Die Ergebnisse der Studie unterstützten die Empfehlungen nationaler und internationaler Leitlinien, eine Kombinationstherapie gegenüber einer Monotherapie zu bevorzugen, so Müller. Eine Chemotherapie als erster Therapieschritt sei in der metastasierten Situation bei HR+ Her2– Mammakarzinom nur noch in Ausnahmesituationen anzuraten.

Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze

  1. Slamon DJ, Neven P, et al.: Phase III randomized study of ribociclib and fulvestrant in hormone receptor-positive, human epidermal growth factor receptor 2-negative advanced breast cancer: MONALEESA-3. J Clin Oncol 2018;​ 36:​ 2465–72.
  2. Slamon DJ, Neven P, et al.: Overall survival with ribociclib plus fulvestrant in advanced breast cancer. N Engl J Med 2020 382: 514–24.

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