SucheTrefferlisteInvasive und nichtinvasive Beatmung bei COVID-19-Patienten
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Hintergrund: Vor dem Hintergrund hoher Mortalitätszahlen auf der Intensivstation bei COVID-19-Patienten ist eine Diskussion entstanden, ob bei dieser Erkrankung zu früh intubiert wird und ob entsprechend die nichtinvasive Beatmung einen höheren Stellenwert bekommen sollte.

Methode: Es wurde eine selektive Literaturrecherche bis zum 12. Juni 2020 durchgeführt, die Publikationen zur invasiven und nichtinvasiven Beatmung beim Lungenversagen bei COVID-19 berücksichtigt. Im Weiteren wurden Leitlinienempfehlungen und Studiendaten beim Lungenversagen außerhalb von COVID-19 sowie aktuelle Zahlen des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin berücksichtigt.

Ergebnisse: Hohe Mortalitätszahlen bei invasiver Beatmung aus internationalen Beobachtungen sind nicht auf die aktuelle Situation in Deutschland übertragbar. Es fehlen Studiendaten zur Beatmung bei COVID-19-Patienten, um der besonderen Pathophysiologie dieser Erkrankung gerecht zu werden. Eine zu frühe wie auch eine zu späte Intubation scheinen mit Risiken für den Patienten verbunden zu sein. Besondere Bedeutung kommt der prolongierten Spontanatmung mit oder ohne nichtinvasiven Atemhilfen zu, da eine gesteigerte Atemarbeit eine wesentliche Verschlechterung des Atemversagens bedingen kann. Eine zu frühe Intubation aus der Sorge um die Ansteckung des medizinischen Personals während der nichtinvasiven Beatmung ist klar abzulehnen.

Schlussfolgerung: Der nasaler High Flow, die nichtinvasive Beatmung sowie die invasive Beatmung nach Intubation sollen im Rahmen eines Stufenkonzepts unter adäquatem intensivmedizinischen Monitoring sowie unter Einhaltung aller Hygienevorschriften erfolgen. In Deutschland bestehen hierfür auch im internationalen Vergleich mit hohen Intensivkapazitäten und einem deutschlandweiten, fachübergreifenden Intensivregister zur Steuerung und Koordination der intensivpflichtigen Patienten sehr gute Bedingungen.

LNSLNS

In Deutschland ist eine Debatte über die optimale medizinische Versorgung von COVID-19-Patienten entstanden, die eine maschinelle Beatmung benötigen (1, 2, 3). Dies hat zu einer erheblichen Verunsicherung unter Medizinern unterschiedlicher Fachrichtungen, aber auch Nicht-Medizinern geführt. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) hat als direkte Antwort auf die Diskussion ausführliche „Wissenschaftliche Empfehlungen zur Beatmungstherapie bei COVID-19“ erarbeitet und sich dabei insbesondere auf den Umgang mit der nichtinvasiven Beatmung (NIV) konzentriert (1).

Gleichwohl fehlen weiterhin kontrollierte, randomisierte Studien zur Beatmungstherapie bei COVID-19. Aus diesem Grund leiten sich aktuelle Empfehlungen zur Beatmungstherapie primär aus den Erfahrungen und Studien bei anderen Patientenkollektiven ab (1, 4, 5). Die vorliegende Übersicht versucht dennoch, wissenschaftliche Aspekte und Erkenntnisse zu beleuchten, die für die Entscheidungshilfe hinsichtlich einer Beatmungstherapie explizit bei COVID-19-Pneumonie unter dem Blickwinkel der aktuell geführten Diskussion hilfreich sein können.

NIV und invasive Beatmung: kompetitive oder komplementäre Therapieansätze?

In der aktuellen Diskussion zur „zu frühen“ Intubation wird ein kompetitiver Ansatz von NIV und invasiver Beatmung angenommen. Diese Annahme spiegelt aber gar nicht die wissenschaftliche Evidenz und die klinische Behandlungsrealität wieder. Für die Akut-NIV steht eine Vielzahl von randomisierten kontrollierten Studien außerhalb von COVID-19 zur Verfügung, in welchen NIV und invasive Beatmung gar nicht miteinander verglichen werden (4). Vielmehr wird NIV zusätzlich zu einer Standardtherapie (Sauerstoffgabe, medikamentöse Therapie) in einer eher frühen Krankheitsphase verglichen mit einer alleinigen Standardtherapie. Wesentliche Outcome-Parameter sind hier die Vermeidung der Intubation, die Kranken­haus­auf­enthaltsdauer und die Letalität. Die NIV ist somit nicht besser oder schlechter als die invasive Beatmung, sondern grundsätzlich primär als additiv im frühen Krankheitsgeschehen im Sinne eines Stufenkonzepts zu betrachten, wenn noch keine Intubationskriterien bestehen. Somit verfügt die NIV grundsätzlich über das Potenzial, Intubationskriterien zu verzögern oder gar zu verhindern, weshalb sie fester Bestandteil der Intensivmedizin ist.

Sind die internationalen Daten zur Intubation bei COVID-19 auf Deutschland übertragbar?

In einer Studie aus China wurde eine Sterblichkeit von 97 % der intubierten Patienten bei einer Dauer der Beatmung von im Median vier Tagen berichtet (6). In einer weiteren Analyse aus China wurden aber von insgesamt 80 409 COVID-19-Patienten aller Krankheitsschweregrade auch nur 3,2 % tatsächlich intubiert (7). Daten einer italienischen Intensiv-Kohorte von 1 591 Patienten zeigen, dass 88 % intubiert worden sind, wobei die Letalität bei abgeschlossener Intensivbehandlung 64 % betrug (8). Zudem lag die Intubationsfrequenz einer französischen Studie bei knapp 69 % (9). Gemeinsame Daten aus England, Wales und Nordirland konnten eine Letalität von 67 % bei 1 795 invasiv Beatmeten nachweisen (10). Schließlich zeigen aktuelle Daten aus dem Großraum New York City, dass von 1 151 invasive Beatmeten 3 % überlebten und 25 % gestorben sind (11). Allerdings reflektiert dies nur Momentaufnahmen, da 72 % noch stationär behandelt wurden.

Die Verhältnisse in diesen Ländern sind keineswegs auf die Situation in Deutschland übertragbar. Erste Daten aus Deutschland zeigen die bereits lange Dauer der intensivmedizinischen Behandlung von im Median 10 Tagen bei zudem noch laufender Intensivbehandlung (12). Im Weiteren hat Deutschland die höchste Dichte an Intensivstationsbetten überhaupt (13). Da die Pandemie Deutschland später getroffen hat als beispielsweise Italien, bestand eine längere Vorbereitungszeit. Wesentlich war hier die Erhöhung der Intensivkapazitäten, zum Beispiel durch interne Umstrukturierung mit Aussetzung elektiver Eingriffe und konsekutiver Schaffung von Intensivbettenkapazitäten im Bereich der operativen Intensivmedizin. Hierdurch ist es auch unter der Gewährleistung langer Behandlungszeiten auf der Intensivstation, anders als in anderen Ländern, bis dato zu keinerlei Engpässen in der intensivmedizinischen Behandlung in Deutschland gekommen. So zeigen auch sehr aktuelle Daten aus den USA eine deutlich niedrigere Letalität bei invasiv Beatmeten (36 %), was auf längere Vorbereitungszeiten und höhere Intensivbettenkapazitäten zurückgeführt wird (14). Schließlich kamen die Autoren eines aktuellen systematischen Review-Artikels ebenfalls zu dem Schluss, dass die hohen Mortalitätszahlen der frühen Publikationen am ehesten den eingeschränkten intensivmedizinischen Ressourcen entsprechen (15).

Welche Rolle kann das deutschlandweite DIVI-Intensivregister haben?

Wesentlich war zudem die extrem rasche und Bundesland-übergreifende Bereitstellung eines Intensivregisters durch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) (16). Hier werden Intensivkapazitäten tagesaktuell dargestellt und ermöglichen die regionale und überregionale Koordination der Intensivbettenkapazitäten sowie die wissenschaftliche Auswertung der intensivmedizinischen Daten.

Überfüllte Notaufnahmen und Intensivstationen haben in anderen Ländern zu chaotischen Abläufen geführt. Hier mögen vielleicht in der Tat die Möglichkeiten einer NIV oder auch einer nasalen High-Flow-Therapie (NHF) nicht voll ausgeschöpft gewesen sein, sodass eine unkoordinierte Intubation mit eingeschränkter intensivmedizinischer Überwachung erfolgen musste. So hat kürzlich ein Bericht wesentliche Punkte in der Einschränkung der intensivmedizinischen Versorgung in China zusammengefasst: die Engpässe an Betten und Personal, das unterschiedliche Level der intensivmedizinischen Versorgung, das isoliert hohe Patientenaufkommen sowie die hohe Infektions-bedingte Ausfallrate des medizinischen Personals (17). So zeigt der Tagesreport des Intensivregisters in Deutschland eine Sterblichkeit von lediglich 25 bis 30 % der abgeschlossenen Intensivbehandlungen (18). Hierbei handelt es sich allerdings nicht um Studiendaten, was die Interpretierbarkeit limitiert. Erste noch weiter zu differenzierende Daten aus Deutschland werden die Letalität bei beatmeten, hospitalisierten Patienten aber mit etwas mehr als 50 % beziffern.

Welche Grenzen hat die NIV bei akuter Hypoxämie?

Die NIV muss vor dem Hintergrund der beiden folgenden Punkte kritisch betrachtet und möglicherweise nach Analgosedierung/Intubation als invasive Beatmung fortgesetzt werden:

  • Eine wesentliche Hypothese ist, dass es durch einen gesteigerten Atemantrieb mit erhöhten pleuralen Druckschwankungen zu einem durch den Patienten selbst zugefügten Lungenschaden kommen kann („patient self-inflicted lung injury“[P-SILI]) (19). Hierbei wird letztlich ein vorbestehendes kapilläres Leck und konsekutiv das Lungenödem vergrößert (Grafik 1 und 2). Eine aktuelle Arbeit zeigt hier, dass die Messung des Ösophagusdrucks als Surrogat für den Pleuradruck früh und akkurat ein NIV-Versagen bei akutem hypoxämischen Versagen voraussagen kann (20). So waren bei denjenigen Patienten mit NIV-Erfolg die tidalen Veränderungen des Ösophagusdrucks nach 2 Stunden unter NIV signifikant niedriger als bei den Patienten mit NIV-Versagen.
  • Eine große epidemiologische Studie aus 50 verschiedenen Ländern („Lung Safe Study“) konnte zeigen, dass die NIV mit einer erhöhten Letalität verbunden war, wenn der Horovitz-Index (PaO2/FIO2) < 150 mm Hg gewesen ist (21). Dies deckt sich auch mit früheren Arbeiten, die zu dem Schluss gekommen sind, dass eine Verzögerung der Intubation prognostisch ungünstig ist (4).
Selbst zugefügter Lungenschaden
Grafik 1
Selbst zugefügter Lungenschaden
Unterschiedliche mögliche Ursachen der Entstehung eines klassischen ARDS bei COVID-19-Pneumonie
Grafik 2
Unterschiedliche mögliche Ursachen der Entstehung eines klassischen ARDS bei COVID-19-Pneumonie

COVID-19: Eine Sonderform des ARDS?

Es bestehen zunehmend Hinweise darauf, dass das hypoxäme Lungenversagen bei COVID-19-Pneumonie durchaus anders und mitunter heterogen im Vergleich zu anderen Entitäten verläuft (1, 22, 23). Im Sinne einer Systemerkrankung geht sie auch mit Schädigung des vaskulären Endothels sowie konsekutiv mit der Gefahr eines Multiorganversagens einher (23).

In der Initialphase zeigen sich radiologisch milchglasartige Infiltrate subpleural und entlang der Fissuren gelegen, wobei die Elastizität der Lunge erhalten sein kann. Gleichwohl kann bereits zu diesem Zeitpunkt eine mitunter schwere Hypoxämie bestehen, die unter anderem durch einen Verlust der Fähigkeit zur Hypoxie-getriebenen Vasokonstriktion sowie durch Perfusions-Regulationsstörungen erklärt werden kann, was konsekutiv mit deutlich erniedrigter Ventilations-Perfusions-Rate (low VA/Q) einhergeht. Dies entspricht dann dem sogenannten hypothetischen L-Typ („low elastance, low ventilation to perfusion ratio, low lung weight, low recruitability“) (22, 23).

Im weiteren Verlauf entwickelt sich bei einem Teil der Patienten ein schwerer Lungenschaden mit radiologisch flächenhaften Konsolidierungen, wobei die Entstehung eines klassischen „acute respiratory distress syndrome“ (ARDS) verschiedene Ursachen haben kann. Dabei besteht eine Abnahme der Compliance der Lunge im Zuge der Ödembildung mit Abnahme der belüfteten Lungenanteile, was konsekutiv mit einer Zunahme des Rechts-Links-Shunts und Aggravierung der Hypoxämie verbunden ist. Dies entspricht dem sogenannten hypothetischen H-Typ („high elastance, high right-to-left shunt, high lung weight, high recruitability“) (22, 23). Hier kann es zusätzlich zu relevanten bakteriellen und fungalen Superinfektionen kommen.

Es bleibt aber festzuhalten, dass die Einteilung nach L-Typ und H-Typ hypothetisch ist und mitunter nicht auf alle Verläufe gleichermaßen anzuwenden bleibt. Eine aktuelle Autopsie-Studie hat im Weiteren gezeigt, dass fulminante wie auch periphere Lungenembolien und nicht zuletzt tiefe Beinvenenthrombosen häufig bei COVID-19 zu finden waren (24). Eine weitere Autopsie-Studie hat zudem an kleinen Fallzahlen COVID-19 typische und im Vergleich zu Influenza divergente histopathologische Muster darlegen können, insbesondere einen schweren Endothelschaden, vermehrte Thrombosierungen bei Mikroangiopathie sowie eine Angiogenese (25). Zusammenfassend bestehen unter Betrachtung atemphysiologischer, klinischer, radiologischer und histopathologischer Merkmale starke Hinweise darauf, dass das ARDS bei COVID-19 krankheitseigenen Mechanismen unterlegen ist, was weiterer Untersuchungen bedarf. Auch wenn in der ersten Phase des Lungenversagens die physiologischen Kriterien eines ARDS erfüllt sein mögen, besteht zumindest zu diesem Zeitpunkt nicht automatisch auch ein diffuser Alveolarschaden, wie er später in Autopsien regelhafter zu finden ist (24, 25). In der ersten Phase (L-Typ) können somit nichtinvasive Therapiestrategien (zum Beispiel NIV, NHF) eine Therapieoption darstellen. Wichtig ist hier zunächst die Erhöhung der inspiratorischen Sauerstoffkonzentration mit definierten Grenzen.

Bei Ineffektivität oder Inakzeptanz nichtinvasiver Therapiestrategien kann somit aber bereits in dieser Phase (L-Typ) eine Intubation notwendig werden. In dieser Phase sollten niedrige Tidalvolumina (6 mL/kg „predicted body weight“) zur Anwendung kommen (26). Mitunter reichen hier auch moderate „positive and expiratory pressure“(PEEP)-Werte aus, da ein schwerer Lungenschaden mitunter noch gar nicht besteht (26). Insbesondere können zu hohe PEEP-Werte bei nicht oder wenig eingeschränkter Compliance negative hämodynamische Auswirkungen haben, während ein Vorteil durch Rekrutierung nicht regelhaft zu erwarten ist (22, 23). Allerdings bleibt festzuhalten, dass keine Studien vorliegen, die die PEEP-Einstellungen in der Frühphase von COVID-19 evaluiert haben. Aus diesem Grund sind individuelle Therapieentscheidungen unumgänglich. Wenn sich aber im Weiteren das fortgeschrittene Stadium der Erkrankung (H-Typ) entwickelt, müssen spätestens jetzt neben einer PEEP-Anpassung nach ARDS-Network-Tabelle weitere Komponenten der lungenprotektiven Beatmung, gegebenenfalls Bauchlagerung und mitunter extrakorporale Verfahren, zum Tragen kommen (5, 26, 27). Neue Beobachtungen anhand kleiner Fallserien haben aber auch zeigen können, dass insbesondere eine Bauchlagerung schon in einem früheren Stadium des Atemversagens bei COVID-19 zur Verbesserung der Oxygenierung und der Tachypnoe sinnvoll sein kann, nämlich sowohl unter Spontanatmung (28) als auch unter laufender NIV (29). Dies bleibt wissenschaftlich aber weiter zu untersuchen.

Wann soll bei COVID-19-Pneumonie intubiert werden?

Vor dem Hintergrund dieser Frage müssen die klassischen aber bisher nicht eindeutig definierten Intubationstrigger genauer betrachtet werden. Einen wichtigen Parameter stellt die persistierende Tachypnoe trotz NIV dar (Atemfrequenz ≥ 30/min). Allerdings reflektiert die gesteigerte Atemfrequenz nicht nur die gesteigerte Atemanstrengung. Veränderungen der Atemmechanik, Auswirkungen der Inflammation auf den Atemantrieb sowie nicht zuletzt die Wirkung von Atemantriebs-modulierenden Medikamenten können bei der alleinigen Bewertung der Atemfrequenz mit der tatsächlichen Atemanstrengung interferieren (30, 31).

Am zuverlässigsten kann die erhöhte Atemarbeit über die Messung des Ösophagusdrucks erfolgen, was im klinischen Setting vielfach schwierig ist und meist wissenschaftlichen Fragestellungen vorbehalten ist. Klinisch einfacher ist dagegen die Palpation der phasisch gesteigerten Kontraktion der Atemhilfsmuskulatur, insbesondere des Musculus sternocleidomastoideus (31).

Da eine Hypoxämie nicht zwangsläufig zu Endorganschädigungen führen muss, kann diese alleine nicht als Intubationstrigger fungieren (30, 31). Hier bleibt zu reflektieren, dass das Sauerstoffangebot im Gewebe nicht allein von der Sauerstoffsättigung, sondern auch vom Hämoglobin-Wert und vom Herzzeit-Volumen abhängig ist. Im Weiteren liegt der Grund für die Luftnot des Patienten häufig nicht allein an einer eingeschränkten Oxygenierung, sondern häufig auch an einer Einschränkung der Atemmechanik (30, 31). Entsprechend zeigen klinische Beobachtungen bei COVID-19, dass trotz schwerer Oxygenierungsstörung nicht notwendigerweise auch eine schwere Dyspnoe besteht, insbesondere wenn die Compliance noch nicht wesentlich eingeschränkt ist. Allerdings darf eine Einschränkung der Oxygenierung auch nicht unterschätzt werden, wie erhöhte Raten an Herz-Kreislauf-Stillständen infolge COVID-19 nahelegen (32).

Wesentlich ist die Frage, ob die eingeschränkte Oxygenierung auf einer erniedrigten Ventilations-Perfusions-Rate beruht oder auf einem tatsächlichen intrapulmonalen Rechts-Links-Shunt. Im ersteren Fall ist durch eine Erhöhung des Sauerstoffangebots durchaus eine substanzielle Verbesserung der Oxygenierung zu erwarten, weshalb eine Intubation in dieser Situation tatsächlich mitunter zunächst vermieden werden kann. Anders ist die Situation bei Nicht-Ansprechen auf eine Erhöhung des Sauerstoffangebots, was am ehesten auf einer Zunahme des Rechts-Links-Shunts beruht. In diesem Fall ist das Gasvolumen reduziert, was eine lungenprotektive Beatmung mit entsprechend angepassten PEEP-Werten, vor allem Bauchlagerung und gegebenenfalls eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) erfordert (26).

So ist es primär die Summe unterschiedlicher Parameter, auf die eine individuelle Entscheidung zur Intubation fußen sollte (26, 31, 33). Wesentlich sind hier zusammenfassend Hinweise auf eine erhöhte Atemarbeit und eine schwere Therapie-refraktäre Hypoxämie als Hinweis auf einen Rechts-Links-Shunt trotz nichtinvasiver Therapiestrategien sowie eine subjektive Inakzeptanz gegenüber solchen, insbesondere unter der Annahme langer Behandlungszeiten von zum Teil länger als zwei Wochen. Dabei sei an dieser Stelle auch auf den Therapiealgorithmus zum Einsatz der apparativen Differenzialtherapie hingewiesen (Grafik 3), wie ihn die DGP formuliert hat (1) und wie er auch von den intensivmedizinischen Fachgesellschaften in der aktualisierten S1-Leitlinie übernommen worden ist (26).

Mögliche apparative Therapieeskalation bei akuter respiratorischer Insuffizienz infolge COVID-19 entsprechend des Positionspapiers Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP)
Grafik 3
Mögliche apparative Therapieeskalation bei akuter respiratorischer Insuffizienz infolge COVID-19 entsprechend des Positionspapiers Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP)

Wann ist eine Intubation kritisch zu hinterfragen?

Folgende Bedingungen seien hervorgehoben, unter welchen eine Intubation trotz gegebener physiologischer Intubationstrigger kritisch hinterfragt werden sollte:

  • Die Intubation und invasive Beatmung müssen dem aktuellen Patientenwillen entsprechen. Bei DNI („do not intubate“)-Order können primär nichtinvasive Behandlungsmethode zur Anwendung kommen und gegebenenfalls palliativmedizinische Therapiestrategien verfolgt werden (4).
  • Die Angst vor einer Ansteckung des medizinischen Personals sollte keinen Intubationstrigger darstellen (1). Aus diesem Grund hat der Schutz des Personals oberste Priorität. Hier haben die Fachgesellschaften klare Empfehlungen zum Umgang mit der NIV auch unter den Gesichtspunkten von Hygienemaßnahmen publiziert (1, 26).
  • Die Problematik zur Frage der Intubationskriterien bei COVID-19 besteht darin, dass vielfach beim konventionellen ARDS aufgrund des dort vorherrschenden hohen intrapulmonale Shunts die schwere Oxygenierungsstörung das primäre Intubationskriterium darstellt, während man im Gegensatz dazu bei COVID-19 in der Initialphase aufgrund der erniedrigten VA/Q-Anteile (L-Typ) häufig ein gutes Therapieansprechen auf eine Sauerstoffgabe/NIV findet. Hier bietet die NHF-Therapie ebenso eine erfolgsversprechende Behandlungsmöglichkeit, wobei eine relevante Abgabe infektiöser Aerosole bei dicht sitzendem Interface zur Minimierung der Leckage weder bei der NIV noch bei der NHF-Therapie erwartet wird (1, 34).
  • Aufgrund der fließenden Übergänge in der Pathophysiologie mit der Möglichkeit rascher klinischer Verschlechterungen müssen alle nichtinvasiven Behandlungsmethoden unter einem strengen intensivmedizinischen Monitoring und ständiger Intubationsbereitschaft durchgeführt werden (1, 4).
  • Schließlich muss die Intubation mit invasiver Beatmung immer im Gesamtkonzept der medizinischen Behandlung betrachtet werden. So ermöglicht sie zwar oftmals erst den ausreichenden Transfer des Sauerstoffs in den Körper des Patienten und damit das Weiterleben des Patienten. Bei fortgeschrittenem Alter, Vorerkrankungen und weiteren Organdysfunktionen müssen aber insbesondere bei langen Beatmungszeiten wie bei COVID-19 immer auch mögliche Probleme bei der Entwöhnung („weaning“) von der Beatmung antizipiert werden (35). Hier kann ein Weaning-Versagen mit zum Teil erheblichen Einschränkungen in der Prognose und auch in der Lebensqualität verbunden sein (36, 37, 38). Aktuelle Daten aus Deutschland zeigen hier, dass bei etwa 36 % der Patienten im prolongierten Weaning die Entwöhnung erfolglos bleibt (circa 15 % Tod, ca. 21 % invasive außerklinische Beatmung) trotz der Behandlung in auf das prolongierte Weaning spezialisierten Zentren (38). Auch wenn zum prolongierten Weaning nach COVID-19-Pneumonie keine wissenschaftlichen Daten existieren, muss auf der Basis der aktuellen Erkenntnis eine Intubation bei Patienten mit Risikofaktoren für ein Weaning-Versagen kritisch erfolgen.

Danksagung

Die Autoren danken Prof. Dr. Uwe Janssens herzlich für die kritische Durchsicht des Manuskripts.

Interessenkonflikt

Prof. Windisch erhielt Honorare für Vortragstätigkeiten von Heinen und Löwenstein, Res Med und Philips International. Er hat Gelder für ein von ihm initiiertes Forschungsvorhaben von Weinmann, Vivisol, Heinen und Löwenstein und VitalAire/Deutschland erhalten.

Prof. Weber-Carstens erhielt Gelder für ein von ihm initiiertes Forschungsvorhaben von Dräger.

Prof. Kluge erhielt Forschungsunterstützung der Firmen Ambu, E.T.View Ltd, Fisher & Paykel, Pfizer und Xenios. Für Vorträge bekam er Honorare von ArjoHuntleigh, Astellas, Astra, Basilea, Bard, Baxter, Biotest, CSL Behring, Cytosorbents, Fresenius, Gilead, MSD, Orion, Pfizer, Philips, Sedana, Sorin, Xenios und Zoll. Für Beratertätigkeiten wurde er honoriert von den Firmen AMOMED, Astellas, Baxter, Bayer, Fresenius, Gilead, MSD, Pfizer und Xenios.

Prof. Karagiannidis wurde für Beratertätigkeiten honoriert von Bayer und Xenios. Er erhielt Erstattung von Reise- und Übernachtungskosten von Bayer und wurde honoriert für Vortragstätigkeiten von Bayer und Xenios.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 2. 5. 2020, revidierte Fassung angenommen: 25. 6. 2020

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Wolfram Windisch
Lungenklinik, Kliniken der Stadt Köln gGmbH
Universität Witten/Herdecke
Ostmerheimer Strasse 200
51109 Köln
windischw@kliniken-koeln.de

Dieser Beitrag erschien online am 10. 7. 2020 (online first) auf
www.aerzteblatt.de

Zitierweise
Windisch W, Weber-Carstens S, Kluge S, Rossaint R, Welte T, Karagiannidis C: Invasive and non-invasive ventilation in patients with COVID-19. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 528–33. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0528

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

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Lungenklinik, Kliniken der Stadt Köln gGmbH, Universität Witten/Herdecke: Prof. Dr. med. Wolfram Windisch, Prof. Dr. med. Chrisitian Karagiannidis
Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin, Charité, Universitätsmedizin Berlin: Prof. Dr. med. Steffen Weber-Carstens
Klinik für Intensivmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Prof. Dr. med. Stefan Kluge
Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Aachen der RWTH Aachen: Prof. Dr. med. Rolf Rossaint
Direktor Krankenversorgung der MHH, Deutsches Zentrum für Lungenforschung, Medizinische Hochschule Hannover: Prof. Dr. med. Tobias Welte
Selbst zugefügter Lungenschaden
Grafik 1
Selbst zugefügter Lungenschaden
Unterschiedliche mögliche Ursachen der Entstehung eines klassischen ARDS bei COVID-19-Pneumonie
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Unterschiedliche mögliche Ursachen der Entstehung eines klassischen ARDS bei COVID-19-Pneumonie
Mögliche apparative Therapieeskalation bei akuter respiratorischer Insuffizienz infolge COVID-19 entsprechend des Positionspapiers Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP)
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Mögliche apparative Therapieeskalation bei akuter respiratorischer Insuffizienz infolge COVID-19 entsprechend des Positionspapiers Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP)
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