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Almanach deutschsprachiger Schriftsteller-Ärzte

Dtsch Arztebl 2004; 101(8): A-495 / B-414 / C-406

Tobolt, Stephan

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Almanach
Große Vielfalt
Stephan Tobolt (Hrsg.): Almanach deutschsprachiger Schriftsteller-Ärzte. 26. Jahrgang. Manstedt, Druckerei + Verlag, Marquartstein, 2003, 580 Seiten, kartoniert, 17,50 €
Der Almanach ist auch in seinem 26. Jahrgang ein handliches Paperback-Buch, von großer Vielfalt, mit achtsam ausgesuchten und zusammengestellten Texten – bestens auch für den Reisekoffer geeignet. Der Reihe nach beinhaltet er Lyrik und Aphorismen, Prosa, Analysen und Berichte, Quodlibet, auch einzelne Bilder.
Das Cover, gestaltet unter Verwendung einer Collage von Jürgen Schwalm (von 1978 an Lektor, ab 1985 bis 2002 Herausgeber des Almanachs), zeigt den Blick aus einem Zimmer – entlehnt bei Adolph von Menzel – in die Natur hinaus. „Der andere Raum“ spielt auf den Raum an, der durch Worte gestaltet und beschrieben wird. Er ist in uns, um uns, in der Natur, im Alltag, in Praxis und Klinik, im Traumhaften, in der Fantasie, im Religiösen.
58 Autoren (47 Männer, elf Frauen) sind an diesem Werk beteiligt. Da gibt es Gereimtes und Ungereimtes, da äußern sich mahnende, aber auch lose Mundwerke, ernste oder mit den Worten hinreißend spielende Schreiber, da bekommt man Trockenes und Köstliches, mal kräftig gewürzt, mal eher fad. Es melden sich Autoren zu Wort, die um ihre Erlebnisse in Praxis und Klinik kreisen, Autoren, die dem Arbeitsalltag entfliehen und von fernen Ländern erzählen, Autoren, die ganz konkret schildern, was sie bewegt, Autoren auch, die mit Symbolen und Metaphern jonglieren. Zu erwähnen sind ferner die Plauderer im Gegensatz zu den Puristen, die mit wenig Worten viel anregen können.
Blättert man im Verzeichnis der Autoren, so fallen die „Vielzeiler“ auf, die akribisch alles, beruflich und/oder literarisch, aufzählen. Es gibt aber auch „Einzeiler“, die knapp und bündig, prägnant oder einfach nur sparsam vorgehen. Viele Lebensläufe geben jedoch darüber Auskunft, wie abwechslungsreich der ärztliche Beruf sein kann und mit wie viel Engagement er ausgeübt wird.
Diese Vielfalt und die Leidenschaft gerade für das Schreiben liegen dem Band spürbar zugrunde und erfreuen beim Lesen. Man darf überblättern, auch diagonal lesen, um dann plötzlich fasziniert, verwirrt oder staunend, auch amüsiert in einem Text hängen zu bleiben.
Aber der Almanach lädt nicht nur zum Stöbern ein. Er fordert auf, nachzusehen, ob in der eigenen Schublade vielleicht ein Text verborgen liegt, der es schon lange verdient hätte, gedruckt und gelesen zu werden. Und das Buch animiert zu eigenen Schreibversuchen – vorausgesetzt, man lässt sich infizieren und hat Freude am Umgang mit Sprache. Vielleicht sind es nicht gleich die ersten Texte, die das Plazet des sorgsam redigierenden Herausgebers finden. Denkbar wäre es freilich . . .
Texte für den nächsten Almanach bitte druckfertig, in Maschinenschrift, DIN-A4, doppelte Ausfertigung, dazu biografische Angaben einschließlich belletristischer Publikationen, senden an
Dr. Stephan Tobolt, Schuhstraße 28, 29525 Uelzen.
Einsendeschluss: 28. Februar 2004. Katrin Wehmeyer-Münzing
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