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Preis der DR WOLFGANG UND SIGRID BERNER STIFTUNG für herausragende Projekte in der Kinder-und Jugend-Medizin

Dr. med. Ivonne Bedei, diesjährige Preisträgerin der Berner-Stiftung, mit Stadtrat Stefan Majer (1.v.l.), Dezernent für Gesundheit und Personal der Stadt Frankfurt am Main, und Dr. jur. Olaf Henß, Stiftungsvorstand der Berner Stiftung (Bildmitte), bei der Preisverleihung.
Foto: Berner-Stiftung Sabine Antonius
Preisverleiher
DR WOLFGANG UND SIGRID BERNER STIFTUNG
Preisträger
Dr. med. Ivonne Bedei, Fachärztin für Kinder- und Jugendgynäkologie, Oberärztin am Klinikum Frankfurt Höchst
Dotation
10.000 €
Stifter der Dotation
DR WOLFGANG UND SIGRID BERNER STIFTUNG
Datum der Preisverleihung
24. Oktober 2019
Internet-Adresse
www.berner-stiftung.de
 
Die Dr. Wolfgang und Sigrid Berner Stiftung wurde 2003 als rechtfähige Stiftung aus dem Privatvermögen von Dr. Wolfgang Berner (1933-2003) und seiner Frau Sigrid (1934-2007) errichtet. Sie engagiert sich auf den unterschiedlichsten Gebieten für Kinder und Jugendliche in Frankfurt und Umgebung. In sporadischen Abständen vergibt die Berner Stiftung einen Preis in der Kinder-und Jugend-Medizin für herausragende Projekte.
Der diesjährige Berner-Preis geht an die Kinder- und Jugendgynäkologin Dr. med. Ivonne Bedei für ihr Engagement zur Verbesserung von Diagnose und Therapie beim Turner-Syndrom.

Ca. 1 von 2500 neugeborenen Mädchen ist vom Turner-Syndrom betroffen. Vorgeburtlich ist die Prävalenz um ein Vielfaches höher. Im Gegensatz zu vielen anderen genetischen Erkrankungen kann durch eine frühzeitige Diagnosestellung therapeutisch viel erreicht und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich gebessert werden. Leider ist das Turner-Syndrom in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt und auch bei verschiedenen ärztlichen Fachdisziplinen nicht in seiner ganzen Bandbreite präsent. Genetisch ist das Turner-Syndrom durch das Fehlen eines Geschlechtschromosoms determiniert. Darüber hinaus gibt es jedoch in fast 50% aller Fälle andere genetische Varianten. Klinisch wie genetisch ist das Turner-Syndrom sehr heterogen, was häufig die frühe Diagnosestellung erschwert und für die Betroffenen eine jahrelange Odyssee bis zur Diagnosestellung bedeutet. Typische Probleme sind Kleinwuchs, Infertilität, angeborene Herz- und Nierenfehlbildungen sowie verschiedene internistische Krankheitsbilder wie Bluthochdruck, teilweise bereits bei Jugendlichen, andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Hör- und Sehschwäche und vieles mehr. Ebenso können die Betroffenen an ausgeprägten körperlichen Stigmata leiden. Eine geistige Behinderung ist nicht typischer Bestandteil des Turner-Syndroms.

Teilweise wird die Diagnose jedoch erst gestellt, wenn die betroffen Frauen, die bis dato ein völlig unauffälliges Leben geführt haben, mit Fertilitätsproblemen vorstellig werden. Dann ist ein Fertilitätserhalt häufig nicht mehr möglich. Wegen des sehr heterogenen Erscheinungsbildes, der Vielzahl der unter Umständen involvierten Fachdisziplinen und der sehr unterschiedlichen Präsenz des Krankheitsbildes in den diagnostischen Algorithmen wird das Turner-Syndrom häufig (zu) spät erkannt und viele therapeutische Chancen vergeben. Ziel ist eine möglichst frühzeitige und spezifische Diagnosestellung, um den betroffenen Frauen und Mädchen ein möglichst normales Leben zu ermöglichen.

Ein postnatales Screening könnte viele der genannten Schwächen des pränatalen Tests umgehen und trotzdem eine frühere Diagnosestellung ermöglichen. Frau Dr. Bedei vereint hier ihre Expertise als Pränataldiagnostikerin mit ihrer Tätigkeit als Kinder- und Jugendgynäkologin. Gemeinsam mit der Turner-Syndrom-Vereinigung Deutschland und der Universität Gießen arbeitet Frau Dr. Bedei an einem neuen Konzept.

Kontakt
Stiftung und Preisverleihung: Walter Rau, Tel. 0172 69 41 807
Turner Syndrom: Dr. med. Ivonne Bedei, E-Mail: turner@bedei.org


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