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Als Ergebnis der selektiven Literaturrecherche empfehlen die Autoren bei Patienten mit einer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance [CrCl] > 25–30 mL/min) den „präferenziellen Einsatz von NOAK bei Vorhofflimmern“ (1). Sie berufen sich dabei unter anderem auf die Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC), deren Qualität und Aussagekraft unter anderem dadurch eingeschränkt ist, dass fast alle Leitlinienautoren einschließlich der federführenden Autoren relevante finanzielle Interessenkonflikte haben und von der ESC keine Regeln zum Umgang mit Interessenkonflikten angewendet werden (2). Auch die Autoren der vorliegenden Arbeit haben relevante Interessenkonflikte: Herr Heine erhielt finanzielle Zuwendungen von 2 NOAK-Herstellern, Herr Brandenburg von 3 NOAK-Herstellern und Herr Schirmer sogar von allen 5 NOAK-Herstellern. Das Ergebnis ihrer selektiven Literaturrecherche entspricht den Interessen der pharmazeutischen Unternehmer.

Es widerspricht den Empfehlungen von Autoren, die keine Gelder von NOAK-Herstellern erhalten haben, wie zum Beispiel der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft und mit nur einer Ausnahme der Arbeitsgemeinschaft „Herz – Niere“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung und der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (3, 4). Diese Autoren raten bei einer CrCl < 30 mL/min vom Einsatz aller NOAK ab. Auch andere Experten empfehlen, zur Antikoagulation bei Patienten mit Niereninsuffizienz bevorzugt Vitamin-K-Antagonisten einzusetzen (Der Arzneimittelbrief 2017, 51, 87).

Gerade bei unzureichender Evidenz aus Studien sollten Empfehlungen zur Therapie von Patienten nur von Autoren erstellt werden, die frei sind von Interessenkonflikten durch finanzielle Beziehungen zu pharmazeutischen Unternehmern.

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0606a

Dr. med. Gisela Schott, MPH
Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, Berlin
gisela.schott@akdae.de

Dr.med. Niklas Schurig
Rastatt
schurig@mezis.de

Interessenkonflikt

Dr. Schott ist Mitglied bei MEZIS und arbeitet bei Leitlinienwatch mit.

Dr. Schurig ist Vorstandsmitglied vom MEZIS und arbeitet bei Leitlinienwatch mit.

1.
Heine GH, Brandenburg V, Schirmer SH: Oral anticoagulation in chronic kidney disease and atrial fibrillation—the use of non-vitamin K-dependent anticoagulants and vitamin K antagonists. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 287–94 VOLLTEXT
2.
ESC-Leitlinienbeurteilung bei leitlinienwatch.de; www.leitlinienwatch.de/esc-leitlinie-zum-management-des-vorhofflimmerns-esc-guidelines-for-the-management-of-atrial-fibrillation/ (last accessed on 11 May.2018).
3.
Leitfaden „Orale Antikoagulation bei nicht valvulärem Vorhofflimmern“ (2nd, revised edition 2016), https://akdae.de/Arzneimitteltherapie/LF/PDF/OAKVHF.pdf (last accessed on 11 May.2018).
4.
Schlieper G, Schwenger V, Remppis A: [Anticoagulation in patients with chronic kidney disease: Recommendations from the working group „Heart-Kidney“ of the German Cardiac Society and the German Society of Nephrology]. Internist 2017; 58: 512–21 CrossRef MEDLINE
1.Heine GH, Brandenburg V, Schirmer SH: Oral anticoagulation in chronic kidney disease and atrial fibrillation—the use of non-vitamin K-dependent anticoagulants and vitamin K antagonists. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 287–94 VOLLTEXT
2.ESC-Leitlinienbeurteilung bei leitlinienwatch.de; www.leitlinienwatch.de/esc-leitlinie-zum-management-des-vorhofflimmerns-esc-guidelines-for-the-management-of-atrial-fibrillation/ (last accessed on 11 May.2018).
3.Leitfaden „Orale Antikoagulation bei nicht valvulärem Vorhofflimmern“ (2nd, revised edition 2016), https://akdae.de/Arzneimitteltherapie/LF/PDF/OAKVHF.pdf (last accessed on 11 May.2018).
4.Schlieper G, Schwenger V, Remppis A: [Anticoagulation in patients with chronic kidney disease: Recommendations from the working group „Heart-Kidney“ of the German Cardiac Society and the German Society of Nephrology]. Internist 2017; 58: 512–21 CrossRef MEDLINE

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