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Medizin

Sport treibt HDL-Cholesterin in die Höhe

Mittwoch, 30. Mai 2007

Tokio – Regelmäßiger Sport erhöht auf die Dauer die Konzentration des HDL-Cholesterins im Blut und bessert dadurch möglicherweise das kardiovaskuläre Risikoprofil. Nach den Ergebnissen einer Meta-Analyse in den Archives of Internal Medicine (2007; 167: 999-1008) sind einzelne längere Übungszeiten besser als viele kurze Übungen. 

In den HDL-Lipoproteinen wird das Cholesterin von den Körpergeweben zurück zur Leber transportiert. Damit sinkt die Gefahr, dass Cholesterin in die Wand von Blutgefäßen eingebaut wird, die daraufhin verkalken. Ein hoher HDL-Cholesterinwert ist deshalb günstig. Die Auswirkungen von aeroben Übungen, also sportlichen Betätigungen unterhalb der Laktatschwelle, sind in den letzten Jahren in 25 randomisierten Studie untersucht worden, die Satoru Kodama und Mitarbeiter der Universität Tokio in einer Meta-Analyse zusammen ausgewertet haben. 

An den Studien beteiligten sich 1.404 Patienten im Alter von 23 bis 75 Jahren, die 27 Wochen lang ein Sportprogramm absolvierten oder aber ihren bisherigen Lebensstil beibehielten. Die Sportprogramme bestanden aus durchschnittlich 3,7 Trainingseinheiten von jeweils etwa 40 Minuten Länge, in denen die Teilnehmer rund 1.000 Kalorien pro Woche zusätzlich verbrauchten. 

Um den HDL-Cholesterinwert zu steigern, mussten die Teilnehmer mindestens 120 Minuten in der Woche trainieren und 900 Kalorien verbrauchen, wobei die Menschen mit hohem Gesamtcholesterin (220mg/dl oder höher) oder Übergewichtige (Body-Mass-Index 28 oder höher) am meisten profitierten.

In der Studie steigerten die aeroben Übungen den HDL-Cholesterinwert um durchschnittlich 2,53 mm/dl. Nach den Ergebnissen aus Beobachtungsstudien kann man erwarten, dass ein Anstieg des HDL-Cholesterins um 1 mg/dl das kardiovaskuläre Risiko bei Frauen und Männer um 2 bis 3 Prozent senkt. In der Meta-Analyse wurde das kardiovaskuläre Risiko nach den Berechnungen der japanischen Forscher um 5,1 Prozent bei Männern und 7,6 Prozent bei Frauen gesenkt. Das sei deutlich weniger als durch eine medikamentöse Hebung des HDL-Cholesterins mit Fibraten oder Niacin erreichbar sei, räumen die Forscher ein.

Doch die Trainingseinheiten in den Studien waren relativ kurz bemessen. Eine Verlängerung der einzelnen Einheiten um 10 Minuten könne den HDL-Wert um jeweils 1,4 mg/dl steigern, meinen sie. Dieser Effekt sei durch die Meta-Analyse für Trainingseinheiten von 23 bis 74 Minuten Länge belegt. Einige wenige, dafür aber lange Trainingseinheiten seien auf jeden Fall günstiger als häufige kurze sportliche Anstrengungen. © rme/aerzteblatt.de

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