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Schamgefühl verhindert oft professionelle Versorgung stigmatisierter Leiden

Donnerstag, 3. August 2017

/vchalup, stock.adobe.com

Köln – Mehr als jeder zweite Bürger in Deutschland leidet unter schambesetzten Gesundheitsproblemen wie Verstopfung, Haarausfall, Herpes, Hämorrhoiden, Fußpilz, Inkontinenz, Impotenz oder Angstzuständen/Nervosität.

Bei jedem Dritten blieben die Beschwerden unbehandelt, weil sich die Betroffenen häufig schämten und sich davor scheuten, Hilfe einzuholen. So berichtet es das Marktforschungs- und Beratungs­instituts YouGov nach einer Studie „Tabuthemen im Gesundheitsbereich“.

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Erschwerend kommt für Betroffene hinzu, dass in der Werbung und Kommunikation oft eine heile Welt dargestellt und Beschwerden nicht klar genug beim Namen genannt würden. Das führe nicht selten dazu, dass Menschen mit gesundheitlichen Beeinträch­tigungen sich nicht angesprochen fühlten, so die Autoren der Untersuchung. Weil vielen Patienten die Situation unangenehm oder peinlich sei, flüchteten sich viele in die anonyme Welt des Internets und informierten sich dort.

An einen Arzt wenden sich der Studie zufolge 55 Prozent der Befragten. Acht Prozent kontaktieren Freunde oder Bekannte. Online-Kanäle (32 Prozent) würden fast ebenso häufig befragt wie die Apotheke vor Ort (34 Prozent).

Der YouGov-Report zeigt auch, dass diejenigen, die es unangenehm finden, Produkte gegen tabuisierte Beschwerden zu kaufen, ihren Gesundheitszustand eher als mittel­mäßig oder schlecht bezeichnen.

Die Marktforscher haben für die Studie auf die hauseigene YouGov-Datenbank zuge­griffen, für die im Jahresverlauf 70.000 Deutsche kontinuierlich repräsentativ befragt werden. Kombiniert wurde die Analyse mit einer zusätzlichen bevölkerungs­repräsen­tativen Befragung von 2.058 Personen im Juni 2017. © hil/aerzteblatt.de

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