SucheTrefferlisteRaucherinnen sind häufiger unfruchtbar – Wechseljahre früher
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Raucherinnen sind häufiger unfruchtbar – Wechseljahre früher

Donnerstag, 17. Dezember 2015

dpa

Buffalo/New York – Aktives, aber auch passives Rauchen kann die Fruchtbarkeit von Frauen herabsetzen. Dies zeigen die Ergebnisse einer Kohortenstudie in Tabacco Control (2015; doi: 10.1136/tobaccocontrol-2015-052510). Frauen, die früh zu rauchen angefangen hatten, kamen bis zu zwei Jahre früher in die Wechseljahre.  

Die etwa 4.000 Inhaltsstoffe des Tabakrauchs erreichen nach der Inhalation über die Blutbahn auch das Ovar. Sie können dort die Entwicklung der Eizellen, die Reifung der Follikel und die Hormonbildung stören. Bei Raucherinnen ist nach der Befruchtung auch der Transport des Embryos in den Uterus und die dortige Implantation gestört. Rauchen kann auch zu Durchblutungsstörungen in der Gebärmutter führen. Dies alles kann den Erfolg einer Schwangerschaft gefährden.

Anzeige

Wie hoch das Risiko auf eine Infertilität ist, hat ein Team um Danielle Smith vom Roswell Park Cancer Institute in Buffalo im US-Bundestaat New York jetzt an den Daten der Women's Health Initiative Observational Study untersucht, die mehr als 93.000 postmenopausale Frauen begleitet. Diese Frauen waren zu Beginn der Studie ausführlich nach ihren Lebensumständen befragt worden.

Dazu zählten auch Probleme beim Kinderwunsch. Fast jede sechste Frau hatte angegeben, trotz intensiver Bemühungen über 12 Monate keine Schwangerschaft erreicht zu haben (ohne dass es Hinweise auf eine Infertilität des Mannes gab). Beinahe jede zweite Teilnehmerin hatte ihre letzte Monatsblutung vor dem 50. Lebensjahr.

Die Analyse ergab, dass aktive frühere Raucherinnen zu 14 Prozent häufiger unter einer Fertilitätsstörug litten als Frauen, die niemals geraucht hatten. Und ihre Wechseljahre hatten zu 26 Prozent häufiger vor dem 50. Lebensjahr begonnen. Der Einfluss auf die Fertilität stieg mit der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten an.

Der Zeitpunkt der Menopause hing wesentlich davon ab, wann die Frau mit dem Rauchen begonnen hatte. Frauen mit dem höchsten Tabakkonsum (25 Zigaretten am Tag) kamen im Durchschnitt fast 22 Monate früher in die Wechseljahre, wenn sie die ersten Zigaretten vor dem 15. Lebensjahr geraucht hatten. Bei einem Beginn vor dem 25. Lebensjahr trat die Menopause 18 Monate früher ein als bei Nichtraucherinnen.

Nach den Ergebnissen der Studie kann auch Passivrauchen die Fertilität herabsetzen. Frauen, die als Kind zehn Jahre oder länger mit einem stark rauchenden Elternteil zusammenlebten oder später 20 Jahre oder länger mit einem starken Raucher verheiratet waren oder zehn Jahre oder länger ihren Arbeitsplatz mit einem starken Raucher teilten, hatten zu 18 Prozent häufiger Probleme mit dem Kinderwunsch angegeben. Die höchste Passivrauch-Exposition war auch mit einer um 13 Monate früher eintretenden Menopause assoziiert. 

Die große Fallzahl der Studie und die genauen Angaben zu Krankheiten und Lebensführung ermöglichten es Smith, viele andere Ursachen der Infertilität in ihren Berechnungen zu berücksichtigen und dennoch zu statistisch verwertbaren Ergebnissen zu kommen. Zu den Einschränkungen gehört, dass die Angaben auf den Erinnerungen der Teilnehmerinnen beruhten und in der Querschnittstudie nur einmal abgefragt wurden. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS

Zum Artikel

Fachgebiet

Fachgebiet

Anzeige

Stellenangebote

    Weitere...