NMHs im Real-World-Check: Unterschiedliche Sicherheitsprofile bei CAT
Real-World-Daten aus der RIETECAT-II-Analyse liefern neue Hinweise zur Therapie krebsassoziierter Thrombosen (CAT). Die Auswertung eines großen internationalen Registers zeigt: Von allen untersuchten Präparaten waren 1x täglich zu verabreichende NMHs mit weniger schweren Blutungen – besonders in den ersten 10 Behandlungstagen – bei vergleichbarer Rezidivprävention assoziiert. Was bedeuten diese Ergebnisse für Ihren klinischen Alltag?

Krebsassoziierte Thrombosen (CAT) gehen in der klinischen Praxis häufig mit schwierigen Therapieentscheidungen einher. Doch neue Real-World-Daten zu niedermolekularen Heparinen (NMHs) schaffen nun mehr Klarheit und legen nahe: 1x täglich zu verabreichende NMHs wie innohep® (Tinzaparin) bieten gegenüber Enoxaparin Sicherheitsvorteile – bei vergleichbarer Wirksamkeit [1].
Die Registeranalyse RIETECAT-II basiert auf Daten des internationalen RIETE-Registers mit mehreren tausend CAT-Patient:innen. Der große Vorteil: Die Real-World-Studie analysiert nicht selektierte Patient:innen, repräsentiert die klinische Praxis in vielen Ländern und liefert somit wertvolle Erkenntnisse für Ihren Praxisalltag.
Weniger schwere Blutungen [1]
Ein zentrales Ergebnis der Analyse: Im Vergleich zu Enoxaparin erlitten Patient:innen in der gepoolten Tinzaparin/Dalteparin-Gruppe (Anteil innohep®: 89 %) signifikant weniger schwere Blutungen (Abb. 1). Der Unterschied zeigte sich vor allem bei frühen schweren Blutungen innerhalb der ersten 10 Behandlungstage und blieb auch in mehreren Sensitivitätsanalysen stabil, was die Robustheit der Ergebnisse unterstreicht. Gleichzeitig war die Wirksamkeit zur Prävention von VTE-Rezidiven vergleichbar zwischen den Gruppen.

Geringere Mortalitätsrate [1]
Neben dem reduzierten Blutungsrisiko zeigte die Analyse noch einen weiteren wichtigen Punkt: Die Behandlung mit Tinzaparin/Dalteparin war gegenüber Enoxaparin mit einem signifikant niedrigeren Sterberisiko assoziiert (Abb. 2).

Fazit
Die Ergebnisse der Real-World-Studie sprechen für die bevorzugte 1x tägliche Gabe von NMHs wie innohep® bei CAT, insbesondere in der frühen Behandlungsphase.
[*] Errechnet über multivariable Cox-Regression mit Frequency Matching.
[**] Sensitivitätsanalysen beinhalteten Modelle mit nach dem Matching bereinigten Restungleichgewichten, Fine-Gray-Modelle für konkurrierende Risiken und Frailty-Modelle, welche die Variabilität zwischen den Zentren berücksichtigten. In allen Modellen blieb Enoxaparin signifikant mit einem erhöhten Risiko für schwere Blutungen assoziiert.
Quellen
Monreal M, et al.: Res Practice Thromb Haemost. 2025; 9(8): 103244.
MAT-93783