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RSV-Impfung bei Herzinsuffizienz: wirksamer Schutz vor schweren RSV-Verläufen

  • Donnerstag, 10. September 2026
  • Quelle: European Journal of Heart Failure
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Menschen mit Herzinsuffizienz profitieren in ähnlichem Maß von einer RSV-Impfung wie Personen ohne Herzinsuffizienz: Eine aktuelle Analyse der erweiterten DAN-RSV-Studie bestätigt eine deutliche Reduktion RSV-bedingter Hospitalisierungen in dieser besonders vulnerablen Patientengruppe.

/magicmine, stock.adobe.com
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Herzinsuffizienz erhöht das Risiko schwerer RSV-Verläufe

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) kann vor allem bei älteren Menschen und Personen mit chronischen Grunderkrankungen schwere Atemwegserkrankungen verursachen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Herzinsuffizienz: Ihr Risiko für eine RSV-bedingte Hospitalisierung ist etwa achtmal höher als bei Erwachsenen ohne Herzinsuffizienz. Zudem können akute Atemwegsinfektionen eine bestehende Herzinsuffizienz verschlechtern und mit kardiovaskulären Komplikationen einhergehen.

Damit kommt der Prävention schwerer RSV-Erkrankungen bei Menschen mit Herzinsuffizienz eine besondere Bedeutung zu. Ob die RSV-Impfung bei dieser Patientengruppe RSV-bedingte Hospitalisierungen ebenso wirksam verhindert wie bei Personen ohne Herzinsuffizienz, untersuchte eine aktuelle Analyse der erweiterten DAN-RSV-Studie.

Mehr als 9.000 Menschen mit Herzinsuffizienz in der Analyse

Die DAN-RSV-Studie ist eine große randomisierte Studie zur Wirksamkeit der RSV-Impfung. In der ersten Wintersaison 2024/2025 nahmen Personen ab 60 Jahren in Dänemark teil; in der zweiten Saison 2025/2026 wurde die Studie auf Erwachsene ab 18 Jahren in Dänemark und Galicien ausgeweitet. Die Teilnehmenden erhielten entweder den bivalenten RSV-Präfusions-F-Protein-basierten Impfstoff RSVpreF oder keine Impfung.

Die aktuelle Analyse umfasst 511.535 Personen, darunter 9.351 mit bereits bestehender Herzinsuffizienz. In dieser Gruppe lag das mittlere Alter bei 71,6 Jahren; 31,3 % waren Frauen. Die Diagnose Herzinsuffizienz basierte auf zuvor dokumentierten Krankenhausdiagnosen nach ICD-10.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie gut die Impfung RSV-bedingte Hospitalisierungen verhindert und ob die Wirksamkeit bei Menschen mit Herzinsuffizienz von derjenigen bei Personen ohne Herzinsuffizienz abweicht. Darüber hinaus erfasste die Analyse Krankenhausaufnahmen aufgrund von Erkrankungen der unteren Atemwege sowie kardiovaskulärer Erkrankungen und Herzinsuffizienz.

Deutlicher Schutz vor RSV-bedingten Hospitalisierungen

Der zentrale Befund der Analyse: Die RSV-Impfung senkte das Risiko einer Hospitalisierung aufgrund einer RSV-bedingten Atemwegserkrankung um 70,3 % (95%-KI 49,7–83,2 %). Bei Menschen mit Herzinsuffizienz war die Impfwirksamkeit vergleichbar mit derjenigen bei Personen ohne Herzinsuffizienz. Auch über verschiedene Subgruppen hinweg zeigte sich die Vakzineffektivität konsistent, unter anderem nach Alter, Geschlecht, Studienjahr und Land.

Für die weiteren untersuchten Endpunkte ergaben sich ebenfalls Hinweise auf einen Schutz: Die Vakzineffektivität gegenüber Hospitalisierungen aufgrund von Erkrankungen der unteren Atemwege lag bei 8,1 % (95%-KI 0,2–15,4 %), gegenüber kardiorespiratorischen Hospitalisierungen bei 6,2 % (95%-KI 1,2–11,1 %). Bei den kardiorespiratorischen Hospitalisierungen entfiel der Effekt nach Einschätzung der Autoren etwa zur Hälfte auf respiratorische und zur Hälfte auf kardiovaskuläre Ereignisse.

Fazit für die Praxis

Herzinsuffizienz ist ein wichtiger Grund, den RSV-Impfschutz bei älteren Patientinnen und Patienten aktiv zu prüfen. Die aktuelle DAN-RSV-Analyse zeigt, dass die RSV-Impfung auch bei Menschen mit Herzinsuffizienz wirksam vor RSV-bedingten Hospitalisierungen schützt und damit einen wichtigen Beitrag zur Prävention schwerer RSV-Erkrankungen leisten kann.

Dies entspricht auch der aktuellen STIKO-Empfehlung: Sie sieht eine einmalige RSV-Impfung für alle Personen ab 75 Jahren vor. Bei 60- bis 74-Jährigen wird die Impfung bei relevanten Grunderkrankungen – darunter schweren chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems – sowie für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen empfohlen. Für einen möglichst guten Schutz in der RSV-Saison sollte die Impfung idealerweise im September oder Anfang Oktober erfolgen.

Für den ärztlichen Versorgungsalltag bedeutet dies: Den Impfstatus bei älteren Menschen mit Herzinsuffizienz aktiv prüfen, die STIKO-Empfehlung berücksichtigen und die Impfung rechtzeitig vor Beginn der RSV-Saison anbieten.


Quelle (Originalpublikation): Skaarup KG et al. RSV vaccine for preventing respiratory and cardiovascular hospitalizations in heart failure: a prespecified analysis of the extended DAN-RSV trial. Eur J Heart Fail 2026: xuag282; https://doi.org/10.1093/ejhf/xuag282

Dr. Anja Lütke

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