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ImpresU-Studie: Methenaminhippurat zur Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen bei älteren Frauen

  • Montag, 8. Juni 2026
  • Quelle: Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH
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Rezidivierende unkomplizierte Harnwegsinfektionen stellen bei älteren Frauen eine große Belastung dar. Sie verursachen wiederkehrende Symptome, wie schmerzhaftes Wasserlassen, häufigen Harndrang oder Unterleibsschmerzen, und erhöhen durch mehrmalige Antibiotikatherapien das Risiko für Resistenzen. Vor diesem Hintergrund testet das ImpresU-Protokoll Methenaminhippurat als nicht-antibiotische Präventionsstrategie in einer Phase-IV-Studie [1].

© Moyo Studio

Studienpopulation und Studiendesign der Erhebung

ImpresU ist ein randomisierter, kontrollierter, dreifach-verblindeter klinischer Trial des ImpresU-Konsortiums (Norwegen, Schweden, Polen, Niederlande). Eingeschlossen wurden 289 ältere Frauen mit dokumentiertem rezidivierenden Harnwegsinfekt, welcher als ≥ zwei Antibiotikabehandlungen wegen Harnwegsinfekten in den letzten sechs Monaten und/oder ≥ drei Antibiotikabehandlungen wegen Harnwegsinfekten in den letzten zwölf Monaten definiert wurde. In die Hauptanalyse gingen 281 Patientinnen ein, die über einen Zeitraum von 6 Monaten entweder 1 g Methenaminhippurat zweimal täglich oder Placebo erhielten. Primärer Endpunkt war die Zahl der antibiotisch behandelten Harnwegsinfektionen während der Behandlungsphase [1].

Die Studienergebnisse im Überblick

Unter Methenaminhippurat zeigte sich eine reduzierte Inzidenz antibiotisch behandelter Harnwegsinfektionen im Vergleich zu Placebo. Das Inzidenzratenverhältnis lag bei 0,75, was einer relativen Reduktion der Ereignisrate um etwa 25 % entspricht. Dieser statistisch signifikante Effekt lässt schlussfolgern, dass Methenaminhippurat als effektive Prophylaxe zu bewerten ist. In der Nachbeobachtungsphase zeigte sich eine erhöhte HWI-Rate in der zuvor behandelten Gruppe. Als mögliche Erklärung diskutieren die Autoren eine vorübergehende Suppression asymptomatischer Bakteriurie, die potenziell protektiv wirkt, wodurch nach Absetzen eine Besiedlung mit virulenteren Erregern begünstigt werden könnte. Die Daten sprechen dafür, dass der prophylaktische Nutzen eng an die kontinuierliche Einnahme gebunden ist und wahrscheinlich auf der sterilisierenden, pH‑abhängigen Wirkung von Formaldehyd im Harn beruht, solange das Präparat eingenommen wird [1].

Klinische Einordnung der Studie

Methenaminhippurat kann bei älteren Frauen mit rezidivierenden Harnwegsinfekten die Häufigkeit antibiotisch behandelter Episoden während der Einnahme reduzieren. Der in der Nachbeobachtungsphase beobachtete Anstieg der Infektrate deutet jedoch darauf hin, dass dieser Effekt nicht über das Therapieende hinaus anhält und an die Dauer der Einnahme gebunden ist. Die Autoren schlussfolgern jedoch, dass es aufgrund des geringen Potenzials zur Selektion von Antibiotikaresistenzen sowie der milden Nebenwirkungen potenzielle Vorteile gegenüber einer niedrig dosierten Antibiotikaprophylaxe bietet.

Die ImpresU-Studie schließt Evidenzlücken für ältere Frauen, ergänzt die ALTAR-Studie [2] (bei der eine jüngere Kohorte betrachtet wurde) und stärkt Antibiotic Stewardship. Als Limitationen werden der Fokus auf ≥ 70-Jährige sowie keine direkte Antibiotikakontrolle genannt. Insgesamt zeigt sich, dass Methenaminhippurat eine gut verträgliche, nicht‑antibiotische Option zur Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen bei älteren Frauen darstellt. Methenaminhippurat (Cystohipp®) ist bald neu in Deutschland erhältlich [3].





Quellen

  1. Heltveit-Olsen SR, Arnljots ES, Sundvall PD, et al.: Methenamine hippurate as prophylaxis for recurrent urinary tract infections in older women-a triple-blind, randomised, placebo-controlled, phase IV trial (ImpresU). Clin Microbiol Infect. 2025; 31(11): 1873-1879.

  2. Harding C et al.: Methenamine hippurate compared with antibiotic prophylaxis to prevent recurrent urinary tract infections in women: the ALTAR non-inferiority RCT. Health Technol Assess. 2022; 26(23): 1–172.

  3. Fachinformation Cystohipp®; Stand: Januar 2026

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