Europäische Adipositas-Leitlinie: Ein bedeutender Meilenstein für die Adipositas-Versorgung
Die European Association for the Study of Obesity (EASO) hat die erste europaweite Leitlinie zur medikamentösen Adipositas-Therapie veröffentlicht. Adipositas-bedingte Komplikationen werden darin als zentraler Ausgangspunkt für individuelle Behandlungsansätze definiert. Damit setzt die Leitlinie neue Maßstäbe in der Adipositas-Versorgung.

Ein bedeutender Meilenstein in der Adipositas-Versorgung ist erreicht: Die European Association for the Study of Obesity (EASO) hat im Oktober 2025 eine europaweite Leitlinie zur medikamentösen Adipositas-Therapie in der Zeitschrift Nature Medicine veröffentlicht. Dieses offizielle Rahmenwerk bietet erstmals eine strukturierte, multinationale Orientierungshilfe und könnte somit die Behandlungsmöglichkeiten grundlegend verändern.
Im Fokus der EASO stehen Adipositas-bedingte Komplikationen als zentrale Determinanten der Therapieentscheidungen [1]. Besonders hervorgehoben wird die Rolle von Mounjaro® (Tirzepatid) [2, *]: der GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonist, der neue Maßstäbe in der Adipositas-Therapie setzt, gilt als Schlüsseltherapie.
Die europäische Adipositas-Leitlinie – was ist neu?
Bei diesem Ansatz richtet sich die Wahl der medikamentösen Therapie nicht mehr allein nach dem Body-Mass-Index (BMI), sondern vor allem nach den Komplikationen von Adipositas. Dies ermöglicht es, Behandlungsentscheidungen an dem individuellen Risikoprofil von Menschen mit Adipositas auszurichten [1].
Die Leitlinie unterscheidet zwischen mechanischen Belastungsfolgen, wie obstruktiver Schlafapnoe (OSA), und metabolisch-entzündlichen Störungen, wie Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes. Zusätzlich zu Lebensstiländerungen, die weiterhin als Basistherapie dienen, gibt die Leitlinie klare Empfehlungen für medikamentöse Behandlungsoptionen. Darüber hinaus diskutieren die Autor:innen auch die Therapiekosten bei Adipositas: Nach Ansicht der EASO sollte ein stärkerer Fokus auf die langfristige Kosten-Nutzen-Bilanz gelegt werden, da Adipositas unbehandelt zu erheblichen Folgekosten führen kann [1].
Die besondere Stellung der Mounjaro®-Therapie in der europäischen Adipositas-Leitlinie
Mounjaro® (Tirzepatid) ist gemäß der europäische Adipositas-Leitlinie grundsätzlich ein Mittel der Wahl bei der Behandlung der Adipositas – unabhängig davon, ob weitere Risikofaktoren vorliegen oder nicht [1]. Doch auch im Kontext diverser Komorbiditäten oder Risikofaktoren wird Mounjaro® (Tirzepatid) empfohlen. Bei Menschen mit Adipositas und obstruktiver Schlafapnoe (OSA) hebt die EASO Mounjaro® (Tirzepatid) sogar als einzige medikamentöse Option hervor [1]. Denn der GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonist erzielte bei etwa der Hälfte dieser Patient:innen eine Verbesserung zu einer milden asymptomatischen OSA oder sogar eine OSA-Remission [2, 3]. Auch bei Adipositas in Verbindung mit Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes wird der Einsatz von Mounjaro® (Tirzepatid) empfohlen [2, 4].
Eine neue Ära der Adipositas-Versorgung ist angebrochen
Zusammengefasst heißt es also: Auf Empfehlung der europäischen Adipositas-Leitlinie ist Mounjaro® (Tirzepatid) das Mittel der Wahl bei der medikamentösen Behandlung der Adipositas – sowohl mit als auch ohne Adipositas-bedingten Komorbiditäten. Warum das so bedeutend ist? Eine starke Gewichtsreduktion kann Folge- und Begleitkomplikationen entgegenwirken, und sollte daher in der Therapieentscheidung einbezogen werden. Je nach Komplikation ist dazu eine starke Gewichtsreduktion von mehr als 15 % notwendig.
PP-TR-DE-3676
[*] Mounjaro® (Tirzepatid) ist angezeigt als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Diät und erhöhter körperlicher Aktivität zum Gewichtsmanagement, einschließlich Gewichtsabnahme und Gewichtserhaltung, bei Erwachsenen mit einem Ausgangs-BMI von ≥ 30 kg/m2 (Adipositas) oder ≥ 27 kg/m2 bis < 30 kg/m2 (Übergewicht) bei Vorliegen mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung (Hypertonie, Dyslipidämie, obstruktive Schlafapnoe, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes mellitus) [2].
Literatur
McGowan, B., Ciudin, A., Baker, J.L. et al.: Nat Med 2025; 31: 3229–3232.
Fachinformation Mounjaro®, aktueller Stand.
Malhotra A, et al.: N Engl J Med 2024; 391: 1193–1205.
Jastreboff A, et. al.: N Engl J Med 2025; 392(10): 958–971.