Infocenter

Faktencheck Typ-2-Diabetes: Warum der Blick auf den HbA1c-Wert allein nicht reicht

  • Freitag, 28. August 2026
  • Quelle: Lilly Deutschland GmbH
Dieses Dialog-Fenster öffnen

Den Krankheitsverlauf von Typ-2-Diabetes von Beginn an positiv beeinflussen? Das gelingt, wenn Gewichtsmanagement und glykämische Kontrolle ab Tag 1 gleichberechtigt im Fokus stehen.

© Lilly Deutschland GmbH

Mehr als 80 % der Menschen mit Typ-2-Diabetes kämpfen gleichzeitig mit Übergewicht oder Adipositas [1] – dem zentralen Risikofaktor einer nachlassenden Insulinsensitivität [2]. Ein frühzeitiges Gewichtsmanagement greift an dieser Stelle an: Es adressiert die Pathophysiologie direkt, statt nur glykämische Symptome zu korrigieren und nutzt den Legacy-Effekt, das metabolische Gedächtnis, zur langfristigen kardiovaskulären Risikoreduktion [3-6].

Abb. 1: Faktencheck Typ-2-Diabetes: HbA1c und Gewicht im Blick

Warum das Gewicht im Fokus der Typ-2-Diabetes-Therapie stehen sollte

  1. Ursache statt Symptome behandeln: Eine rein glukozentrische Therapieeskalation ignoriert die Pathophysiologie des Typ-2-Diabetes. Eine signifikante Gewichtsreduktion hingegen verbessert die Insulinresistenz und ist daher ein leitliniengerechtes primäres Therapieziel [3, 5, 7]. Dies wird unterstrichen durch die Tatsache, dass bereits ein Gewichtsverlust von mindestens 15 % den Verlauf der Erkrankung grundlegend verändern kann [6].

  2. Früh handeln ist entscheidend: Eine Gewichtsreduktion ab dem Zeitpunkt der Diagnose ist der Schlüssel für einen langfristig besseren Krankheitsverlauf bei Typ-2-Diabetes. Sie ist außerdem assoziiert mit einer effektiven Reduktion kardiovaskulärer Folge- und Begleiterkrankungen [5, 6, 8].

  3. Neue Therapieziele in der Praxis: Leitliniengerecht behandeln bedeutet heute, das Potenzial einer Therapieintensivierung frühzeitig zu nutzen. Moderne Inkretintherapien ermöglichen mittlerweile neben einer starken glykämischen Kontrolle auch die erforderliche Gewichtsabnahme von 10 – 15 %. Darüber hinaus können sie auch langfristig positive kardiovaskuläre Effekte bewirken. In der Summe ergibt sich damit ein deutlicher Vorteil gegenüber anderen Diabetestherapien [3, 7].

Die Therapieziele Gewichtsreduktion und die glykämische Kontrolle sollten von Tag 1 an als gleichberechtigt angesehen werden. In der Praxis ist die gezielte Ansprache Ihrer Patient:innen entscheidend. Dr. Witold Rak, Gießen, betont: „Die besten Gespräche entstehen oft am Ende der Konsultation – gerade bei sensiblen Themen. Ich weise deshalb bewusst am Ende des Patientengespräches darauf hin, dass es noch ein Thema – die Adipositas – gäbe, das wir besprechen könnten. So ist die Patientin / der Patient beim nächsten Mal vorbereitet, was die Gesprächsführung sehr erleichtern kann.“

Früher Einsatz von Inkretintherapien: HbA1c und Gewicht gemeinsam behandeln

Dr. Petra Sandow, Berlin, betont die Bedeutung der frühzeitigen Verordnung und Kodierung: „Wir würden alle gerne von Beginn an parallel behandeln – wie es nationale und internationale Leitlinien vorsehen –, aber wegen des für die Verordnung von SGLT2-Inhibitoren und inkretinbasierten Therapien nötigen Kriteriums „unzureichend eingestellt“ ist es wichtig, dass der Diabetes schon mindestens ein Quartal zuvor kodiert wird. Dies beugt Rückfragen der Kostenträger vor.“

Wie Sie eine frühzeitige Therapie des Typ-2-Diabetes mit modernen Inkretintherapien integrieren, was in diesem frühen Zeitfenster tatsächlich im Körper passiert, und wie Sie das metabolische Gedächtnis, den Legacy-Effekt, optimal für die Langzeitprognose Ihrer Patient:innen nutzen, erfahren Sie hier.

CMAT-47247

Quellen:

  1. Stone MA, et al. Diabetes Care. 2013; 36(9): 2628–2638.

  2. Chandrasekaran P, Weiskirchen R. Int J Mol Sci. 2024; 25(3): 1882.

  3. Davies MJ, et al. Diabetes Care. 2022; 45(11): 2753-2786.

  4. Anson M, et al. J Diabetes Res. 2024; 2024: 3470654.

  5. UKPDS Group. Lancet. 1998;352:854–865.

  6. Lean MEJ, et al. Lancet Diabetes Endocrinol. 2019;7:344–355.

  7. Gallwitz B, et al. Diabetol Stoffwechs. 2025;20:S193–S210.

  8. Adler AI, et al. Lancet. 2024;404(10448):145-155 (UKPDS 91) (Legacy effect), Lancet Diabetes Endocrinol. 2016;4(11):913-921.

mr

Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen

Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.

Jetzt bei Google bevorzugen

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung