Typ-2-Diabetes: Herzgesundheit im Fokus
Neue Studiendaten liefern Erkenntnisse über Lösungen, die die Herzgesundheit von Menschen mit Typ-2-Diabetes in den Mittelpunkt stellen. Tauchen Sie jetzt in die neuen Daten ein.

Die Studie SURPASS-CVOT ergänzt die klinische Evidenz rund um den GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonisten Mounjaro® [1, *] (Tirzepatid). Sie wurde aufgesetzt, um den kardiovaskulären Nutzen von Mounjaro® nachzuweisen [2, 3, a]. Für Dulaglutid war in der kardiovaskulären Endpunktstudie REWIND bereits eine signifikant geringere Rate an schwerwiegenden kardioaskulären Ereignissen gegenüber Placebo gezeigt worden [4, b]. Auch in SURPASS-CVOT wurde die Zeit bis zum ersten Auftreten eines MACE-3-Ereignisses analysiert (gemessen als MACE-3-Rate, bestehend aus kardiovaskulärem Tod, Herzinfarkt oder Schlaganfall). Die mediane Laufzeit der Studie mit mehr als 13.000 Patient:innen betrug 4 Jahre [2, 3].
In einem präspezifizierten indirekten Vergleich war Mounjaro® gegenüber Placebo mit einer Reduktion des Risikos für MACE um 28 % (HR 0,72; 95%-KI 0,55–0,94) [2, 3, 5, c] sowie mit einer Reduktion der Gesamtsterblichkeit von 39 % assoziiert (HR 0,61; 95%-KI 0,45–0,82) [5, c]. In beiden Studienarmen wurde das bekannte Verträglichkeitsprofil bestätigt – wie in früheren klinischen Studien waren die häufigsten unerwünschten Ereignisse gastrointestinaler Natur [2].
Starke Blutzucker- und Gewichtssenkung unabhängig vom Erkrankungsstadium
SURPASS-CVOT ergänzt die Ergebnisse aus dem SURPASS-Programm. „Der kardiovaskuläre Nutzen ist ein ganz elementarer Baustein, der jetzt bei der Therapieentscheidung für Mounjaro® bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und etablierter kardiovaskulärer Erkrankung hinzukommt“, betont Dr. Martin Füchtenbusch, München. In SURPASS-CVOT führte die Gabe von Mounjaro® zu einer numerisch stärkeren HbA1c- und Gewichtsreduktion gegenüber Trulicity®. Dies steht in Einklang mit der Studie SURPASS-2, in der Mounjaro® mit dem GLP-1-Rezeptor-Agonisten Semaglutid 1 mg bei Menschen mit Typ-2-Diabetes verglichen wurde, die eine mittlere Erkrankungsdauer von 8,6 Jahren aufwiesen und keine schwerwiegenden kardiovaskulären Erkrankungen aufweisen durften. Hinsichtlich der HbA1c-Senkung und der Gewichtsreduktion [*] nach 40 Wochen war Mounjaro® in SURPASS-2 Semaglutid bei vergleichbarer Verträglichkeit überlegen [d, 6]. Weiterhin wurden in dieser Studie positive Effekte auf Taillenumfang [6, e] und das Lipidprofil [1, f] unter dem GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonisten beobachtet.
Möglich wird dies durch die besonderen Effekte von Mounjaro® auf den Insulinmetabolismus und das Fettgewebe. Diese stehen auch im Zusammenhang mit der GIP-Aktivität und sorgen dafür, dass sich der Wirkstoff von GLP-1-Rezeptor-Agonisten abhebt [8, 9]. In der zulassungsrelevanten Studie SURPASS-2 zeigte Mounjaro® bei Menschen mit Typ-2-Diabetes im Vergleich zu Semaglutid eine Verbesserung der Insulinsensitivität, eine gesteigerte Insulinsekretion an den Betazellen und eine Reduktion der Fettmasse [10, 11].
Eine Studie für die kardiometabolische Praxis
SURPASS-CVOT konnte am kardiovaskulär erkrankten Kollektiv mit Typ-2-Diabetes zeigen, dass ein kardiovaskulärer Nutzen [2, 3, a] möglich ist, der den Einsatz von Mounjaro® rechtfertigt. Entsprechend empfehlen die Leitlinien der diabetologischen Fachgesellschaften insbesondere Mounjaro® für eine starke Blutzucker- und Gewichtskontrolle bei Typ-2-Diabetes unabhängig von der Erkrankungsdauer [12, 13].

CMAT-24867
Fußnoten
[*] Mounjaro® (Tirzepatid) ist angezeigt zur Behandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren mit unzureichend eingestelltem Typ-2-Diabetes als Ergänzung zu Diät und Bewegung als Monotherapie, wenn die Einnahme von Metformin wegen Unverträglichkeiten oder Kontraindikationen nicht angezeigt ist, zusätzlich zu anderen Arzneimitteln zur Behandlung von Diabetes mellitus. Die Veränderung des Körpergewichts war ein sekundärer Endpunkt in den SURPASS -Studien. Mounjaro® (Tirzepatid) ist nicht zugelassen zur Reduktion des Risikos kardiovaskulärer Ereignisse [1].
[a] SURPASS-CVOT ist eine doppelblinde, aktiv-kontrollierte Nicht-Unterlegenheitsstudie, in der Tirzepatid mit Dulaglutid 1,5 mg verglichen wurde. Der primäre Endpunkt (kardiovaskulärer Tod, Myokardinfarkt oder Schlaganfall) trat bei 12,2 % (Tirzepatid) gegenüber 13,1 % (Dulaglutid) der Patienten auf (HR 0,92; 95,3%-KI 0,83–1,01). Die obere Grenze des Konfidenzintervalls lag unterhalb der präspezifizierten Nicht-Unterlegenheitsgrenze von 1,05 (p = 0,003 für Nicht-Unterlegenheit). Tirzepatid erzielte keine statistische Überlegenheit gegenüber Dulaglutid (p = 0,09). Die Nicht-Unterlegenheitsgrenze von 1,05 wurde im Studiendesign so gewählt, dass das Erreichen dieser Grenze – unter Berücksichtigung des nachgewiesenen kardiovaskulären Nutzens von Dulaglutid gegenüber Placebo aus der REWIND-Studieb sowie einer Bayesianischen hierarchischen Meta-Analyse von sechs GLP-1-RA-CVOTs – gleichzeitig die kardiovaskuläre Sicherheit gegenüber Dulaglutid als auch den kardioprotektiven Nutzen von Tirzepatid gegenüber einem putativen Placebo belegt. Ein direkter Nachweis des kardiovaskulären Nutzens gegenüber Placebo wurde in SURPASS-CVOT nicht erbracht; der Nutzen-Claim leitet sich ausschließlich aus diesem inferentiellen, präspezifizierten, aktiv-kontrollierten Studiendesign ab.
[b] Belegt durch eine placebokontrollierte, doppelblinde kardiovaskuläre Langzeit-Outcome-Studie REWIND, bei welcher Patienten mit Typ-2-Diabetes und unterschiedlich hohem kardiovaskulären Risiko (Alter ≥ 50 Jahre und klinisch manifeste Gefäßerkrankung, Alter ≥ 55 Jahre und subklinische Gefäßerkrankung; Alter ≥ 60 Jahre und Zutreffen von mind. 2 weiteren Risikofaktoren) [4] Dulaglutid 1,5 mg oder Placebo jeweils in Kombination mit einer Standardtherapie verabreicht wurde [14].
[c] SURPASS-CVOT: doppelblinde, aktiv-kontrollierte Nicht-Unterlegenheitsstudie (Tirzepatid vs. Dulaglutid 1,5 mg). Primärer Endpunkt (kardiovaskulärer Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall): 12,2 % Tirzepatid vs. 13,1 % Dulaglutid (HR 0,92; 95,3%-KI 0,83 – 1,01; p = 0,003 für Nicht-Unterlegenheit; p = 0,09 für Überlegenheit). Die Nicht-Unterlegenheitsgrenze gegenüber Dulaglutid von 1,05 wurde präspezifiziert so gewählt, dass ihr Erreichen – auf Basis des nachgewiesenen kardiovaskulären Nutzens von Dulaglutid gegenüber Placebo (REWIND) [b] und einer Bayesianischen Meta-Analyse von sechs GLP-1-RA-CVOTs – gleichzeitig kardiovaskuläre Sicherheit gegenüber Dulaglutid und kardioprotektiven Nutzen gegenüber einem putativen Placebo belegt. Ein direkter Wirksamkeitsnachweis gegenüber Placebo wurde in SURPASS-CVOT nicht erbracht; der Nutzen-Claim leitet sich ausschließlich aus diesem präspezifizierten inferentiellen Studiendesign ab. In einer präspezifizierten explorativen indirekten Vergleichsanalyse unter Verwendung von Daten aus SURPASS-CVOT und der REWIND-Studie (Propensity-Score-adjustiert) war Tirzepatid gegenüber einem imputierten Placebo mit einer Reduktion von MACE-3 (HR 0,72; 95%-KI 0,55–0,94), kardiovaskulärem Tod oder Herzinsuffizienzereignissen (HR 0,70; 95%-KI 0,51–0,96) sowie der Gesamtsterblichkeit (HR 0,61; 95%-KI 0,45–0,82) assoziiert. Dieser Vergleich beruht auf einer indirekten Methodik und ist daher in seinen Schlussfolgerungen durch studienübergreifende Unterschiede – insbesondere hinsichtlich SGLT-2-Inhibitor-Nutzung, Einschlusskriterien und Studienzeitpunkt – limitiert.
[d] p < 0,001 für Überlegenheit, adjustiert für Multiplizität.
[e] Beobachtet in der SURPASS-2-Studie mit Mounjaro® (5 mg, 10 mg, 15 mg) vs. Semaglutid 1 mg [7]
[f] Beobachtet in der SURPASS-2-Studie mit Mounjaro® (5 mg, 10 mg, 15 mg) vs. Semaglutid 1 mg [6]
Quellen
Fachinformation Mounjaro®, aktueller Stand.
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Nicholls SJ, et al. Am Heart J 2024; 267: 1–11
Gerstein HC, et al. Lancet. 2019; 394(10193): 121–130.
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Frias JP, et al. N Engl J Med. 2021; 385: 503–515.
Supplemental Material für: Frías JP, et al. N Engl J Med 2021;385: 503-15. DOI: 10.1056/NEJMoa2107519
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