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Typ-2-Diabetes: Zielwerte im Visier

  • Donnerstag, 25. Juni 2026
  • Quelle: Lilly Deutschland GmbH

Zielwerte mit Metformin nicht erreicht? Eine neue Studie zeigt, warum ein Paradigmenwechsel hin zu einer frühzeitig wirksamen Typ-2-Diabetes-Therapie die Prognose entscheidend verbessern kann und welches Antidiabetikum dabei besonders gut abschneidet.

© Adobe Stock | Brian Jackson

Ein häufiges Szenario aus der Praxis: Der Patient mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes erreicht nach Gabe von Metformin einen HbA1c-Wert zwischen 7,5 und 8 %. Dies ist nicht nur ein Messwert – er kann auch als Signal für den Beginn einer Abwärtsspirale aus verfehlten Therapiezielen und einem steigenden kardiovaskulären Risiko stehen. Die Pathophysiologie trifft für viele Patient:innen zu: Übergewicht und die damit verbundene Insulinresistenz sind die zentralen Treiber des Typ-2-Diabetes [1, 2]. Daher fordern die Leitlinien frühzeitig eine duale Strategie aus intensiver Blutzuckerkontrolle und konsequenten Gewichtsmanagement [3, 4]. Doch welche Therapieoption kann diesem Anspruch in der entscheidenden Frühphase der Erkrankung tatsächlich gerecht werden?

Normoglykämie kann real werden

Die Phase-IV-Studie (Open Label) SURPASS-EARLY [a] liefert nun Antworten [5]. Sie untersuchte Patientinnen und Patienten in einer frühen Krankheitsphase von durchschnittlich unter drei Jahren und verglich den GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonisten (RA) Mounjaro® [6, *] MTD [a] mit einer leitliniengerechten Standardtherapie [b] aus einem oder mehreren Antidiabetika [c], darunter GLP-1-RA, SGLT2-Inhibitoren, DPPIV-Hemmer und Insulinen [5]. Nach zwei Jahren Studiendauer waren 85 % der Teilnehmenden im Vergleichsarm auf einen GLP-1-RA, überwiegend Semaglutid, eingestellt. Gegenüber dem Studienbeginn hatte sich der mittlere HbA1c-Wert in der Vergleichstherapie auf 6,35 % [d] verringert. Allerdings erreichte nur ein Viertele der Teilnehmenden eine Gewichtsreduktion von mindestens 10 % [5].

Erneut zeigte Mounjaro® in dieser Studie sein Potenzial, Patientinnen und Patienten beim Erreichen ihrer individuellen Blutzucker- und Gewichtsziele zu unterstützen [5]. Der GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonist senkte den HbA1c-Wert auf 5,56 % [d] – und für 60 % der Patient:innen wurde die Normoglykämie zur Realität [5, e]. Die Vorteile des dualen GIP/GLP-1-RA zeigten sich auch und gerade in der Gewichtssenkung, die unter Mounjaro® mehr als doppelt so hoch ausfiel im Vergleich zum Vergleichsarm [5, d].

Leitliniengerechte Gesamtwirkung

Fast dreimal mehr Patient:innen erreichten unter dem GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonisten den kombinierten Zielwert aus einem HbA1c-Wert ≤ 6,5 % und einer Gewichtsreduktion ≥ 10 %, ohne dass klinisch bedeutsame oder schwere Hypoglykämien [f] auftraten (61,8 % vs. 22,7 %), siehe Abbildung 1 [5]. Diese Zielwerte entsprechen den Leitlinienempfehlungen nach einer frühzeitigen intensiven glykämischen Kontrolle in Kombination mit einem konsequenten Gewichtsmanagement und günstigen Sicherheitsprofil [3, 4].

Kardiometabolisches Risikoprofil: check!

Mounjaro® zeigte in der Studie durch eine Senkung von Blutdruck und Lipidwerten gegenüber der mehrheitlich GLP-1-RA-basierten Vergleichstherapie eine Verbesserung kardiometabolischer Parameter. Auch der Taillenumfang, ein Surrogatparameter für das metabolisch hochaktive viszerale Fett, nahm signifikant gegenüber der Kontrollgruppe ab [7, d].

Zusätzlich verbesserte sich unter Mounjaro® auch der Insulinmetabolismus (Insulinspiegel und -sensitivität), auch als Folge der starken Gewichtsreduktion [5]. Die direkte Wirkung auf das Fettgewebe leistet insbesondere durch die GIP-Aktivität von Mounjaro® einen wichtigen Betirag [6]. Mounjaro® packt den Typ-2-Diabetes damit an seiner Wurzel: Die Insulinsensitivität der Körperzellen kann gesteigert werden und die Insulin-produzierenden Betazellen können entlastet werden [6].

Abbildung 1: Kombinierter Endpunkt der SURPASS-EARLY-Studie aus einem HbA1c-Wert ≤ 6,5 %, einer Gewichtsreduktion ≥ 10 %, ohne dass klinisch bedeutsame oder schwere Hypoglykämien auftraten [5]. Hypoglykämien waren definiert als eine Verringerung der Plasmaglucose unter 54 mg/dl. Schwere Hypoglykämien waren charakterisiert als veränderter mentaler oder körperlicher Zustand, der für die Hypoglykämie-Behandlung eine Fremdhilfe erforderte.

Die Phase-IV-Studie (Open Label) SURPASS-EARLY [b] zeigt somit eindrucksvoll das Potenzial einer frühzeitigen, intensiven Therapie mit Mounjaro®. Für Ihre Patientinnen und Patienten kann dies mehr als nur das Erreichen besserer Werte bedeuten: Es ist die Chance, die Krankheitsprogression zu durchbrechen, Lebensstiländerungen konsequent umzusetzen und die Weichen für eine gesündere, aktivere Zukunft zu stellen. Mehr über Mounjaro® in der Praxis erfahren Sie mithilfe von interaktiven Fallbeispielen.



CMAT-21392


Fußnoten:

[*] Mounjaro® (Tirzepatid) ist angezeigt zur Behandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren mit unzureichend eingestelltem Typ-2-Diabetes als Ergänzung zu Diät und Bewegung als Monotherapie, wenn die Einnahme von Metformin wegen Unverträglichkeiten oder Kontraindikationen nicht angezeigt ist, zusätzlich zu anderen Arzneimitteln zur Behandlung von Diabetes mellitus. Die Veränderung des Körpergewichts war ein sekundärer Endpunkt in den SURPASS -Studien. Mounjaro® (Tirzepatid) ist nicht zugelassen zur Reduktion des Risikos kardiovaskulärer Ereignisse [6].


[a] Das Behandlungsziel für den Tirzepatid-Arm bestand darin, die Behandlung auf Tirzepatid 15 mg oder die maximal verträgliche Dosis (MTD) zu eskalieren. Tirzepatid wurde dazu alle 4 Wochen auftitriert. Mehrfache Dosisreduktionen und erneute Auftitrationen waren erlaubt [5].

[b] In SURPASS-EARLY gab es eine 3-wöchige Screening-Phase, bevor die Teilnehmer im Verhältnis 1:1 randomisiert wurden, um entweder Mounjaro 15 mg oder die maximal verträgliche Dosis plus Metformin oder eine intensivierte konventionelle Therapie (ICC) plus Metformin zu erhalten. Im Mounjaro-Arm erfolgten Dosisänderungen gemäß einem protokolldefinierten Eskalationsschema. Die Teilnehmer im Mounjaro-Arm steigerten die Dosis von 2,5 mg auf 5 mg in Woche 4, von 5 mg auf 7,5 mg in Woche 8, von 7,5 mg auf 10 mg in Woche 12, von 10 mg auf 12,5 mg in Woche 16 und von 12,5 mg auf 15 mg in Woche 20. Die Dosiseskalationsphase endete in Woche 24 nach 4 Wochen auf 15 mg. Das Erreichen eines optimalen glykämischen Zielwerts unter der Studienintervention war kein Grund für eine Dosisreduktion. Teilnehmer im ICC-Arm erhielten für die gesamte Studiendauer Metformin und ICC-Behandlungen. Die Therapieentscheidungen im ICC-Arm wurden durch das Ausmaß der glykämischen Kontrolle geleitet, mit dem Ziel, eine optimale glykämische Kontrolle im nicht-diabetischen Bereich zu erreichen, ohne die Sicherheit der Teilnehmer zu gefährden. Die Wahl der Behandlung sollte den aktuell publizierten Versorgungsstandards entsprechen. Der primäre Endpunkt wurde in Woche 104 berichtet. Die Studie läuft jedoch bis Woche 208 mit einer anschließenden 4-wöchigen Follow-up-Phase. Der Anteil der in Woche 104 als Add-on zu Metformin verordneten intensivierten konventionellen Therapien betrug: Semaglutid (injizierbar): 55,6 %; Semaglutid (oral): 18,2 %; Dulaglutid: 11,8 %; SGLT-2-Inhibitor: 16,7 %; Sulfonylharnstoff: 3,2 %; Insulin: 2,6 %; DPP-4-Inhibitor: 2,0 %. Die Anzahl der in Woche 104 verordneten ICC-Medikamente: 0 (0,9 %), 1 (88,2 %), 2 (9,8 %), 3 (1,2 %), > 3 (0,0 %) [5].

[c] Die Medikation erfolgte gemäß der üblichen klinischen Praxis, gestützt durch Behandlungsleitlinien, und entsprechend der lokal zugelassenen Fachinformation [5].

[d] Wirksamkeitsschätzung (Efficacy Estimand). Die Analyse wurde mittels MMRM durchgeführt. Die p-Werte beziehen sich auf die Überlegenheit im Vergleich zur aktiven Kontrolle (ICC) und wurden multipli-zitätsadjustiert [5].

[e] Behandlungsregimen-Schätzung (Logistische Regression mit multipler Imputation). Der Prozentsatz der Teilnehmenden wurde berechnet, indem die Anteile der Teilnehmenden, die das Ziel in den imputierten Datensätzen erreichten, mithilfe der Rubin-Regel kombiniert wurden [5].

[f] Hypoglykämien waren definiert als eine Verringerung der Plasmaglucose unter 54 mg/dl. Schwere Hy-poglykämien waren charakterisiert als veränderter mentaler oder körperlicher Zustand, der für die Hypoglykämie-Behandlung eine Fremdhilfe erforderte [5].

[g] Die Teilnehmenden im ICC-Arm erhielten eine intensivierte konventionelle Therapie (ICC) + Metformin. Die ICC wurde definiert als jede in der klinischen Praxis übliche und durch Behandlungsleitlinien gestützte blutzuckersenkende Medikation (ausgenommen Tirzepatid). Dies schloss eine intensivierte Überwachung der Standardversorgung alle 3 Monate mit Therapieanpassungen sowie bei Bedarf zusätzliche Kontrollen ein.



Quellen:

  1. Oellgaard J et al.: Diabetologia. 2018; 61(8): 1724-1733.

  2. Look AHEAD Research Group. N Engl J Med. 2013; 369(2): 145-154.

  3. Davies MJ et al.: Diabetes Care. 2022; 45(11): 2753-2786.

  4. Gallwitz B, et al.: Exp Clin Endocrinol Diabetes. 2026; 134: 99–114.

  5. DelPrato S, et al.: Ann Intern Med. 2026. doi: 10.7326/ANNALS-25-05602. Online ahead of print.

  6. Fachinformation Mounjaro®, aktueller Stand.

  7. Després JP, Lemieux I. Nature. 2006; 444(7121): 881-887.


Pflichttext Mounjaro®

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