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Wenn Adipositas die Gelenke belastet, ist es Zeit zum Handeln

  • Freitag, 5. Dezember 2025
  • Quelle: Lilly Deutschland GmbH

Adipositas kann entzündliche Prozesse verstärken, die rheumatologische Erkrankungen antreiben [1]. Umso wichtiger ist daher eine gezielte Behandlung. Denn ein Gewichtsverlust bringt viele Vorteile mit sich, darunter mehr Beweglichkeit und eine höhere Lebensqualität.

© Shutterstock/Studio Romantic

Adipositas ist weit mehr als ein Gewichtsproblem: Die chronische Krankheit führt nicht nur zu einer mechanischen Belastung der Körperstrukturen. Adipositas verstärkt und löst beispielsweise auch inflammatorische Prozesse aus, die bei rheumatologischen Erkrankungen, wie rheumatoider Arthritis (RA), Spondyloarthritiden (SpA) und Psoriasis-Arthritis (PsA), auftreten [1]. Adipositas erhöht außerdem das Risiko, rheumatische und muskuloskelettale Erkrankungen zu entwickeln, fördert die Krankheitsaktivität, Schmerzen und Fatigue und kann das Ansprechen auf Therapien beeinträchtigen. Folglich reduziert sich die Lebensqualität und körperliche Funktion von Menschen mit Adipositas [1, 2].

Adipositas: Auswirkungen auf Körper und Psyche bei rheumatologischen Erkrankungen

Im Rahmen der Adipositas tritt eine übermäßige Fetteinlagerung auf, die sich hauptsächlich subkutan, aber auch viszeral und sogar ektopisch in Organen wie der Leber, dem Herzen und den Muskeln nachweisen lässt [3]. Übergewicht erhöht dabei auch den Druck auf Gelenke und Enthesen, fördert Mikrotraumata und verstärkt Schmerzen sowie Funktionseinschränkungen [3]. Was Betroffene aber im Alltag häufig nicht bemerken: Adipositas führt zu einem Zustand niedriggradiger aber persistierender Entzündungsprozesse, welche die rheumatische Krankheitsaktivität erhöhen können [2]. Vor allem das viszerale Fettgewebe fungiert dabei als endokrines Organ und produziert proinflammatorische Zytokine wie Tumornekrosefaktor-α (TNF-α) und Interleukin-6 (IL-6), die als zentrale Treiber von RA, SpA und PsA gelten. Weißes Fettgewebe sezerniert zudem die Interleukine IL-17, IL-23 und weitere Mediatoren, die bei SpA-Erkrankungen eine Schlüsselrolle spielen [1].

Das hohe Übergewicht hat nicht nur Auswirkungen auf den Körper, sondern belastet Betroffene auch emotional. In einer großangelegten multizentrischen Studie zeigten beispielsweise Menschen mit PsA und Adipositas höhere Depressions- und Angstwerte sowie eine Zunahme des Fatigue-Risikos gegenüber normalgewichtigen Studienteilnehmenden [4]. Diese Symptome verschlechtern die Lebensqualität erheblich und können zu therapieresistenten Krankheitsverläufen der PsA führen, wenn sie nicht gezielt adressiert werden [5, 6].

Adipositas in der rheumatologischen Praxis

Schätzungsweise sieben von zehn Patientinnen und Patienten mit rheumatischen Erkrankungen sind von Übergewicht oder Adipositas betroffen [7]. Hinzu kommt: Menschen mit Übergewicht sprechen häufig schlechter auf Biologika und andere Immuntherapien an [7]. Doch Studien zeigen: Bereits eine moderate Gewichtsreduktion senkt die Krankheitsaktivität und verbessert die Gelenk-, Haut- und Enthesensymptome [8].

Im Erstgespräch zum Thema Adipositas ist es vor allem wichtig, diese als eine komplexe, chronische Erkrankung mit vielschichtigen Ursachen einzuordnen. Lebensstiländerungen bilden die Basis der Therapie, reichen jedoch oft nicht aus, um eine nachhaltige Gewichtsreduktion zu erzielen. Hier eröffnen moderne medikamentöse Möglichkeiten zur Gewichtsreduktion neue Perspektiven.

Mounjaro®: ein wirksamer Baustein bei der Gewichtsreduktion

Der GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonist Mounjaro® (Tirzepatid) [9, *] ist eine etablierte Therapieoption zur Behandlung von Menschen mit Adipositas [9]. Dank der Mounjaro®-Therapie erzielten Menschen mit Adipositas in der zulassungsrelevanten Studie SURMOUNT-1 eine Gewichtsreduktion von durchschnittlich 22,5 % [a] über einen Studienzeitraum von 72 Wochen [9, 10]. Auch die positiven Effekte auf Begleit- und Folgeerkrankungen der Adipositas, wie Prädiabetes oder Schlafapnoe, konnten in weiteren klinischen Studien belegt werden [9, 11, 12]. Die Mounjaro®-Therapie weist außerdem eine ähnliche Verträglichkeit wie die Therapie mit anderen GLP-1-Rezeptor-Agonisten auf [9].

Die Behandlung der Adipositas erfolgreich in Ihrer Praxis umsetzen

Bei Menschen mit Adipositas sollte die rheumatologische Behandlung immer auch eine Gewichtsreduktion in Betracht ziehen. Mit der richtigen Beratung und einer medikamentösen Therapie können Sie Ihren Patientinnen und Patienten helfen, die Belastungen durch Gelenkschmerzen und Übergewicht zu lindern und neue Perspektiven für ein gesünderes Leben zu schaffen.

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Fußnoten

[*] Mounjaro® (Tirzepatid) ist angezeigt als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Diät und erhöhter körperlicher Aktivität zum Gewichtsmanagement, einschließlich Gewichtsabnahme und Gewichtserhaltung, bei Erwachsenen mit einem Ausgangs-BMI von ≥ 30 kg/m2 (Adipositas) oder ≥ 27 kg/m2 bis < 30 kg/m2 (Übergewicht) bei Vorliegen mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung (Hypertonie, Dyslipidämie, obstruktive Schlafapnoe, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes mellitus) [9].

[a] Prozentuale Gewichtsreduktion vom Ausgangsgewicht unter Mounjaro® 15 mg nach 72 Wochen. Unter Placebo Gewichtsreduktion um 2,4 % (-2,4 kg) in diesem Zeitraum (p < 0,001 für Überlegenheit gegenüber Placebo, adjustiert für Multiplizität). Bei kalorienreduzierter Ernährung und erhöhter körperlicher Aktivität. Berechnung mit Wirksamkeitsestimand [9, 10].


Quellen

  1. Corrado A, et al.: Immun Inflamm Dis. 2025; 13(1): e70080.

  2. Gok K, et al.: Rheumatol Int. 2022 Apr; 42(4): 659–668.

  3. Busetto L, et al.: Nat Med. 2024 Sep; 30(9): 2395–2399.

  4. Gremese E, et al.: Front Immunol. 2014 Nov 11; 5: 576.

  5. Ballegaard C, et al.: Rheumatology (Oxford) 60(7): 3289–3300.

  6. Duruoz MT, et al.: Rheumatol Int 40(11): 1803–1815.

  7. Sattar N, et al.: Ann Rheum Dis. 2025 Jun; 84(6): 894–898.

  8. Weijers JM, et al.: RMD Open. 2021 Jan; 7(1): e001498.

  9. Fachinformation Mounjaro®, aktueller Stand.

  10. Jastreboff AM, et al.: N Engl J Med. 2022; 387(3): 205–216.

  11. Jastreboff AM, et al.: N Engl J Med. 2025; 392(10):958–971.

  12. Malhotra A, Grunstein RR, Fietze I, et al.: N Engl J Med. 2024; 391: 1193–1205.

mr

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