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Qualität vor Quantität: Die neue Sicht auf Gewichtsabnahme

  • Donnerstag, 1. Oktober 2026
  • Quelle: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
© Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
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Wer abnehmen möchte, schaut meist zuerst auf die Waage. Doch die Zahl der verlorenen Kilos sagt nicht alles darüber aus, wie erfolgreich eine Gewichtsabnahme aus gesundheitlicher Sicht ist. Denn wichtig ist auch, was der Körper verliert. Idealerweise wird vor allem Fettmasse abgebaut, während möglichst viel Muskelmasse erhalten bleibt [1].

Adipositas ist eine chronische Erkrankung, bei der sich übermäßig viel Körperfett ansammelt. Sie betrifft nicht nur das Körpergewicht, sondern verändert den gesamten Stoffwechsel und kann zahlreiche Organe belasten. So steigt unter anderem das Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Nieren- und Leberprobleme [1].

Körperfett ist nicht gleich Körperfett

Für die Gesundheit spielt nicht allein die Menge des Körperfetts eine Rolle, sondern auch, wo es sich im Körper befindet. Der größte Teil des Fetts liegt direkt unter der Haut, bei schlanken wie auch bei übergewichtigen oder adipösen Menschen. Dieses sogenannte Unterhautfett oder subkutane Fett ist das Fett, das von außen zu sehen und zu ertasten ist [2].

Ein kleinerer Teil befindet sich aber tiefer im Bauchraum und umgibt dort Organe wie Leber und Darm. Dieses sogenannte viszerale Fett ist von außen nicht direkt sichtbar. Hinweise auf einen erhöhten Anteil kann beispielsweise der Taillenumfang geben [2].

Obwohl viszerales Fett nur einen vergleichsweise kleinen Teil des gesamten Körperfetts ausmacht, ist es für die metabolische Gesundheit besonders bedeutsam. Denn Fettgewebe ist nicht einfach nur ein Speicher für überschüssige Energie, es ist biologisch aktiv [2].

Warum viszerales Fett gefährlicher ist als Unterhautfett

Insbesondere das viszerale Fett produziert zahlreiche Botenstoffe und Hormone, die Stoffwechsel- und Entzündungsprozesse im gesamten Körper beeinflussen. Menschen mit einem hohen Anteil an viszeralem Fett haben deshalb häufig auch erhöhte Blutdruck-, Blutzucker- und Blutfettwerte. Das gefäßschützende HDL-Cholesterin ist dagegen oft verringert. Treten mehrere dieser Risikofaktoren gleichzeitig auf, spricht man von einem metabolischen Syndrom. Dieses erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes deutlich [2].

Die Forschung bringt große Mengen an Bauch- oder viszeralem Fett zudem mit einem erhöhten Risiko für Demenz, Asthma und Vorstufen von Darmkrebs in Verbindung [2].

Wie viel viszerales Fett ein Mensch einlagert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem die Gene, aber auch das Geschlecht, Hormone und das Alter [2].

Beim Abnehmen zählt nicht nur die Zahl auf der Waage

Viele Diäten und Abnehmprogramme konzentrieren sich vor allem darauf, die Kalorienzufuhr zu reduzieren und möglichst schnell möglichst viele Kilos zu verlieren. Doch die Zahl auf der Waage allein sagt wenig darüber aus, wie sich die Körperzusammensetzung verändert. Vor allem bei einer schnellen Gewichtsabnahme können neben Fettmasse auch Muskelmasse verloren gehen [3].

Warum ist das wichtig? Muskeln ermöglichen nicht nur Bewegung und körperliche Leistungsfähigkeit, sie spielen auch eine wichtige Rolle für die metabolische Gesundheit. Ein deutlicher Verlust an Muskelmasse kann körperliche Funktionen beeinträchtigen, sich ungünstig auf die Knochengesundheit auswirken und die Stoffwechselgesundheit verschlechtern [3, 4].

Aus gesundheitlicher Sicht ist es deshalb günstig, möglichst viel Fettmasse abzubauen und gleichzeitig möglichst viel Muskelmasse zu erhalten. Hinzu kommt: Muskelgewebe benötigt auch in Ruhe Energie. Der Erhalt der Muskelmasse kann deshalb dazu beitragen, den Energieverbrauch des Körpers aufrechtzuerhalten und einer erneuten Gewichtszunahme entgegenzuwirken [3, 5].

Bewegung hilft, Muskeln zu erhalten

Eine wichtige Rolle beim Erhalt der Muskelmasse spielt Bewegung. Regelmäßige körperliche Aktivität kann bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas dazu beitragen, viszerales Fett abzubauen und gleichzeitig die Muskulatur zu stärken [5].

Dabei geht die Wirkung von Bewegung weit über die zusätzlich verbrauchten Kalorien hinaus. Körperliche Aktivität kann den Zucker- und Fettstoffwechsel verbessern, die Leberfunktion unterstützen und Entzündungsprozesse im Körper günstig beeinflussen [5].

Besonders hilfreich für den Muskelerhalt ist Krafttraining. In Kombination mit einer ausreichenden Eiweißzufuhr kann es dabei helfen, während einer Gewichtsabnahme möglichst viel Muskelmasse zu bewahren [5].

Moderne Adipositastherapie zielt auf mehr als das Gewicht

Auch die medikamentöse Behandlung von Adipositas hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Moderne Medikamente wie duale Glukagon-/Glucagon-like Peptide (GLP)-1-Rezeptor-Agonisten können die Regulation von Hunger, Sättigung und Stoffwechsel beeinflussen und dadurch die Gewichtsabnahme unterstützen [6].

Ergebnisse klinischer Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil dieses Gewichtsverlusts auf die Reduktion von viszeralem Fett entfallen kann. Eine Gewichtsreduktion könnte so künftig auch mit positiven Effekten auf die Körperzusammensetzung und die metabolische Gesundheit einhergehen [6].

Damit haben sich auch die Ziele einer erfolgreichen Adipositastherapie verändert: Es geht nicht mehr nur um einen möglichst großen Gewichtsverlust. Vielmehr soll zusätzlich zur Gewichtsabnahme die Stoffwechselgesundheit verbessert und möglichst viel wertvolle Muskelmasse erhalten werden. Unternehmen wie Boehringer Ingelheim forschen aktiv auf dem Gebiet mit dem Ziel, Patientinnen und Patienten neue medizinische Perspektiven zu bieten [6].



Quellen


1. Blüher M. Diabetes Obes Metab 2025;27 Suppl 2(Suppl 2):3-19.

2. Harvard Health Publishing. Taking Aim at Belly Fat. 2024. Verfügbar unter: https://www.health.harvard.edu/newsletter_article/taking-aim-at-belly-fat. Letzter Zugriff: 23.09.2026.

3. Willoughby DS et al. Nutrients 2018;10(12):1876.

4. Stefanakis K et al. Metabolism 2024;161:156057.

5. Lee HS & Lee J. Int J Environ Res Public Health 2021;18(5):2635.

6. le Roux CW et al. N Engl J Med 2026;395(8):776-787.


PC-DE-120867

Nadine Eckert

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