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Reisen trotz Bowel Urgency: Mehr Sicherheit durch Symptomkontrolle

  • Donnerstag, 17. September 2026
  • Quelle: Lilly Deutschland GmbH
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Bowel Urgency ist eine starke Belastung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen [1, 2]. Eine wirksame Symptomkontrolle kann Sicherheit geben – insbesondere unterwegs.

© istock.com/encrier

Reise geplant, Koffer gepackt – und dann möglichst unbeschwert unterwegs sein: Für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) ist das nicht immer selbstverständlich. Besonders Bowel Urgency (BU) wird zur Belastung, wenn die nächste Toilette nicht unmittelbar erreichbar ist [1, 2]. Moderne Therapien können jedoch eine wirksame Symptomkontrolle ermöglichen und damit auch unterwegs zu mehr Sicherheit und Flexibilität beitragen [3].

Wie verbreitet und belastend der imperative Stuhldrang ist, zeigen die CONFIDE-Studien. Darin wurden Patient:innen mit moderat bis schwerer Colitis ulcerosa (CU) und Morbus Crohn (MC) in den USA und Europa sowie ihre Behandelnden zu Symptomen und deren Auswirkungen befragt [1, 2]. BU gehörte neben Durchfall und erhöhter Stuhlfrequenz zu den drei häufigsten Symptomen, über die Patient:innen berichteten [1, 2]. Dieses Ergebnis bestätigt frühere Daten, nach denen 84 % der Patient:innen mit CU und 67 % mit MC Bowel Urgency angaben [4]. Bei MC war BU zudem bei ilealem oder ileokolonischem Befall besonders häufig ausgeprägt [5].

BU – der blinde Fleck in der Sprechstunde?

Für Behandelnde hat BU offenbar nicht denselben Stellenwert wie für Betroffene. In den CONFIDE-Studien zählten sie die BU nicht zu den drei häufigsten Symptomen [1, 2]. Bei Colitis ulcerosa stufte zwar mehr als die Hälfte der Behandelnden Bowel Urgency als Symptom mit erheblichem Einfluss auf das Leben der Betroffenen ein, doch nur etwa ein Viertel berücksichtigte es bei Therapieentscheidungen [1]. Bei Morbus Crohn war die Differenz zwischen der Wahrnehmung von Patient:innen und Behandelnden noch ausgeprägter [2]. Eine mögliche Erklärung ist: In der Sprechstunde sprechen viele Patient:innen aus Scham nicht über BU, und Behandelnde thematisieren es zu wenig aktiv [2]. Die unterschiedliche Einschätzung der BU bei Patient:innen und Behandler:innen führt dazu, dass das Symptom klinisch unterschätzt wird [1].

Neueste Auswertungen zeigen: BU muss adressiert werden und als eigenständiges Symptom behandelt werden. In einer aktuellen Post-hoc-Analyse der LUCENT-Studien wurde untersucht, welchen Einfluss eine Verbesserung der BU zusätzlich zu den klassischen klinischen Endpunkten auf patientenrelevante Ergebnisse hat. Dabei zeigte sich: In Woche 52 erreichten 94 % der Patient:innen mit klinischer Remission[#] und gleichzeitiger BU-Remission[§] eine verbesserte gesundheitsbezogene Lebensqualität (IBDQ-Remission[II]), verglichen mit 78 % der Patient:innen mit klinischer Remission ohne gleichzeitige BU-Remission. Zudem erreichten unter dem IL-23p19-Inhibitor Mirikizumab (Omvoh®) [3, *] nach 52 Wochen mehr Patient:innen die kombinierte Zielsetzung aus klinischer Remission, BU-Remission und IBDQ-Remission als unter Placebo (27 % vs. 16 %) [6].

Unterwegs besonders relevant

Die bereits im Alltag hohe Belastung durch BU kann sich unterwegs noch verschärfen: Unbekannte Umgebungen, lange Fahrten oder Flüge und die Sorge, nicht rechtzeitig eine Toilette zu erreichen, verursachen zusätzlichen Stress. Um dem vorzubeugen, ist eine möglichst stabile Krankheitskontrolle wichtig, die Sicherheit auch in neuen Situationen gibt und Ängste reduziert. Eine bevorstehende Reise kann ein konkreter Anlass sein, BU in der Sprechstunde aktiv anzusprechen und die damit verbundenen Belastungen sowie Möglichkeiten einer wirksamen Symptomkontrolle zu thematisieren.

Frühe und anhaltende Verbesserung der Bowel Urgency

Wie sich BU früh und anhaltend verbessern lässt, zeigen Daten für Mirikizumab:

  • In den Phase-3-Studien LUCENT-1 und -2 zur Colitis ulcerosa war die Verbesserung gegenüber Placebo bereits ab Woche 2 nachweisbar und hielt über 52 Wochen an [7].

  • Bei Morbus Crohn zeigte sich in der Phase-3-Studie VIVID-1 ab Woche 6 eine signifikant stärkere Verbesserung gegenüber Placebo, ebenfalls anhaltend bis Woche 52 [5].

Die Verbesserung der BU ging über die reine Symptomkontrolle hinaus:

  • Patient:innen mit Morbus Crohn, die bis Woche 12 eine klinisch bedeutsame BU-Verbesserung erreichten, erzielten auch bessere klinische und endoskopische Ergebnisse – sowohl zu Woche 12 als auch zu Woche 52 (Abb. 1) [5].

  • BU gewinnt damit als patientenrelevanter Endpunkt für die Beurteilung des Therapieerfolgs zunehmend an Bedeutung [5].

Abbildung 1: Frühe und anhaltende Verbesserung der Bowel Urgency über 152 Wochen bei Patient:innen mit Morbus Crohn. *p < 0,05; ** p < 0,01; *** p < 0,001; **** p < 0,0001 vs. Placebo. § Reduktion auf der UNRS bei Patient:innen mit UNRS ≥ 3 zu Baseline. # Alle Teilnehmer:innen der mITT-Population mit SES-CD ≥ 7 zu Baseline (oder ≥ 4 bei isolierter Erkrankung des Ileums) & Patient:innen, die zu Woche 52 in VIVID-1 ein endoskopisches Ansprechen (definiert als ≥ 50%ige Abnahme des SES-CD gegenüber dem Ausgangswert) erreicht hatten und mit Mirikizumab 300 mg s.c. Q4W bis Woche 152 weiterbehandelt wurden; OC. I.V. = intravenös; LSM = Least Squares Means; mBOCF = modified Baseline Observation Carried Forward; mITT = modifizierte Intention-to-treat; OC = observed cases; Q4W = alle 4 Wochen; s.c. = subkutan; SES-CD = Simple Endoscopic Score for Crohn's Disease; UNRS = Numerische Rating-Skala für Urgency.[5,9]

Flexibel unterwegs mit Mirikizumab

Mirikizumab bietet ein einfaches, konsistentes Dosierschema alle vier Wochen mit einem anwenderfreundlichen Device [3]. Damit lässt sich die Therapie auch unterwegs unkompliziert handhaben: Es kann laut Fachinformation bis zu 14 Tage bei Temperaturen bis 30 °C ungekühlt aufbewahrt werden [3]. Das ist praktisch: Man kann das Medikament auf kürzeren Reisen mitnehmen, ohne dass ein durchgehender Kühltransport erforderlich ist.

Fazit

Bowel Urgency ist für viele Patient:innen mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn mit erheblichen Belastungen im Alltag verbunden [1, 2]. Auf Reisen kommen weitere Herausforderungen hinzu, wie ungewohnte Situationen und eine eingeschränkte Planbarkeit. Mirikizumab zeigte in den Phase-3-Studien eine frühe und anhaltende Verbesserung der Bowel Urgency [5, 7]. Eine gute Symptomkontrolle kann wiederum dazu beitragen, die Lebensqualität zu erhalten – ein zentrales Therapieziel der aktuellen S3-Leitlinie zur Colitis ulcerosa [8].


CMAT-51359


Pflichttext Omvoh®


Quellen

1. Travis S, et al. Inflamm Bowel Dis. 2024;30(6):939–949.

2. Schreiber S, et al. Dig Dis Sci. 2024;69(7):2333-2344.

3. Fachinformation Omvoh®, aktueller Stand.

4. Petryszyn PW, Paradowski L. Adv Clin Exp Med. 2018;27(6):813-818.

5. Jairath V, et al. Clin Gastroenterol Hepatol. 2026;24(2):463-473.e5.

6. Schreiber S et al. Crohns Colitis 360. 2026;8(2):otag051.

7. Danese S, et al. J Crohns Colitis. 2024; 18(11):1845-1856.

8. Blumenstein I, et al. Aktualisierte S3-Leitlinie Colitis ulcerosa (Version 7.0). November 2025. AWMF-Registriernummer: 021-009.

9. Laharie D et al. (Poster) ECCO 18.-21. Februar 2026, Stockholm/Schweden: P0563.



Fußnoten:

[*] Omvoh® ist angezeigt für die Behandlung von erwachsenen Patient:innen mit mittelschwerem bis schwerem aktiven Morbus Crohn (MC) sowie von erwachsenen Patient:innen mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa (CU), die auf eine konventionelle Therapie oder eine Biologika-Behandlung unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder eine Unverträglichkeit zeigen.

[#] Definiert als ein Stuhlfrequenz-Subscore von 0 oder 1 mit einer Abnahme von ≥ 1 Punkt gegenüber Baseline, ein Subscore für rektale Blutungen von 0 sowie ein endoskopischer Subscore (ES) von 0 oder 1 (ohne Schleimhautvulnerabilität).

[§] Definiert als ein UNRS-Score von 0 oder 1 bei Patient:innen mit einem UNRS-Ausgangswert ≥ 3.

[II] IBDQ-Gesamtscore ≥ 170.

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