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Alzheimer-Krankheit: Patient:innen können auch langfristig von einer kausalen Therapie profitieren

  • Freitag, 17. April 2026
  • Quelle: Lilly Deutschland GmbH

Können Anti-Amyloid-Therapien zur Behandlung der frühen symptomatischen Alzheimer-Krankheit ihre krankheitsmodifizierende Wirkung auch langfristig aufrechterhalten? Neue 3-Jahres-Daten zu einer aktuellen Therapieoption geben erste Hinweise.

Bildquelle: © iStock/AlexBrylov

Seit November steht mit Kisunla® (Donanemab) eine dringend benötigte Therapieoption zur Behandlung der frühen symptomatischen Alzheimer-Krankheit in Deutschland zur Verfügung. Kisunla® ist zugelassen für die Behandlung erwachsener Patient:innen mit einer klinischen Diagnose einer leichten kognitiven Störung (mild cognitive impairment, MCI) und leichter Demenz infolge der Alzheimer-Krankheit (frühe symptomatische Alzheimer-Krankheit), die heterozygote Apolipoprotein E-ε4 (ApoE-ε4)-Träger:innen oder ApoE-ε4-Nichtträger:innen sind und bei denen eine Amyloid-Pathologie bestätigt wurde (in Europa indizierte Population) [1].

Die aktuelle S3-Leitlinie Demenzen empfiehlt nun den Einsatz von Anti-Amyloid-Therapien wie Kisunla® bei dieser Patientengruppe [2]. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Kisunla® zeigte zunehmenden klinischen Nutzen über 3 Jahre

Neue Langzeitdaten (Long-term extension, LTE) über 3 Jahre zeigen für die in Europa indizierte Population, dass der in den zulassungsrelevanten Studien aufgezeigte klinische Effekt von Kisunla® über 18 Monate im weiteren Studienverlauf über zusätzliche 18 Monate kontinuierlich zunahm, obwohl die Patient:innen nach erfolgreicher Entfernung der Amyloid-Plaques nach 6, 12 oder spätestens 18 Monaten verblindet auf Placebo umgestellt wurden [3, a].

Gemessen wurde der kognitive und funktionelle Abbau anhand der Veränderung im CDR-SB (Clinical Dementia Rating – Sum of Boxes) über 36 Monate (siehe Abbildung 1) [3]. Die Daten zeigen, dass Donanemab den kognitiven und funktionellen Abbau bei Patient:innen, die in der Zulassungsstudie für 6, 12 oder 18 Monate mit Donanemab behandelt wurden, nach 18 Monaten um -0,7 Punkte und nach 36 Monaten um -1,1 Punkte im CDR-SB reduzierte im Vergleich zu einer gewichteten Vergleichskohorte (ADNI, siehe Infobox). Die neuen Daten untermauern den kausalen [b] Wirkansatz von Kisunla® und deuten darauf hin, dass die Effektgröße über die Zeit auch nach Erreichen der Amyloid-Negativität und Beendigung der Therapie weiter zunahm [1, 3].

Abbildung 1: TRAILBLAZER-ALZ 2 und -LTE: Mittlere Änderung im CDR-SB vs. Baseline über 3 Jahre. CDR-SB = Clinical Dementia Rating – Sum of Boxes; ADNI = Alzheimer’s Disease Neuroimaging Initiative; SE = Standardfehler. Modifiziert nach Lilly data on file [3].

Weitere zentrale Ergebnisse der aktuellen Post-hoc Analyse zur Wirksamkeit und Sicherheit von Kisunla® über den Beobachtungszeitraum von 3 Jahren:

  • Die Langzeitdaten über 3 Jahre zeigten, dass die Amyloid-Plaques-Level nach Therapieende auf einem geringen Niveau blieben und der klinische Nutzen anhielt [3].

  • Es zeigten sich keine neuen Sicherheitssignale. Die Raten von Amyloid-Related Imaging Abnormalities (ARIA), genauer ARIA-E (Erguss/Ödem) und ARIA-H (Hämosiderinablagerung) sowie infusionsbedingter Reaktionen betrugen 1,1 %, 13,5 % bzw. 0,6 % und entsprachen damit den Erwartungen [3].

Eine Infografik fasst diese und weitere spannende Datenpunkte übersichtlich zusammen und beschreibt, wie Patient:innen von Kisunla® profitieren können: ZUR INFOGRAFIK

Bereits veröffentlichte Daten der zulassungsrelevanten Studien zeigen:

  • Kisunla® konnte den kognitiven und funktionellen Abbau bei Patient:innen mit früher symptomatischer Alzheimer-Krankheit klinisch relevant verlangsamen: um 29 % vs. Placebo in der indizierten Gesamtpopulation [c] bzw. um 35 % vs. Placebo in der indizierten Population mit geringer bis mittlerer Tau-Last [c, d], jeweils gemessen anhand des CDR-SB nach 18 Monaten [1, 3]. Das bedeutet: je früher im Krankheitsverlauf Patient:innen mit Kisunla® behandelt werden, desto größer kann der Behandlungseffekt sein [1, 3].

  • Kisunla® zeigte eine signifikante Wirksamkeit in allen kognitiven und funktionellen Domänen des CDR-SB [3, e].

  • Kisunla® konnte das Risiko, in der indizierten Gesamtpopulation innerhalb von 18 Monaten in eine mittelschwere Demenz fortzuschreiten, um 48 % vs. Placebo reduzieren (p = 0,006; HR = 0,52; 95%-KI 0,326–0,829) und ermöglichte es Patient:innen so, länger selbstständiger zu bleiben [1, f].

  • Bei mehr als 2 von 3 Patient:innen waren bereits nach 1 Jahr die Amyloid-Plaques entfernt [1, g].


Mehr zu den Ergebnissen der zulassungsrelevanten Studie TRAILBLAZER-ALZ 2 lesen Sie hier.

Fazit

Die Ergebnisse der aktuellen Post-hoc Analyse liefern Evidenz für ein günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Kisunla® in der indizierten Patientenpopulation über einen Zeitraum von 3 Jahren. Der klinische Nutzen von Kisunla® nahm innerhalb dieses Zeitraums sogar noch zu, auch nach erreichtem Therapieende. Das unter treicht den kausalen Wirkansatz von Kisunla® und zeigt die klinische Relevanz dieser krankheitsmodifizierenden Therapieoption. Die 3-Jahres-Daten zeigten keine neuen Sicherheitssignale [3].


CMAT-19420

[a] Auswertung enthält nur Patient:innen der indizierten Population (ApoE-ε4-Träger und ApoE-ε4-Nichtträger), die in Monat 6, 12 oder 18 die Kriterien für eine Umstellung auf Placebo erfüllten (Amyloid-Level < 11 Centiloids bei einem PET-Scan oder < 25 Centiloids bei zwei aufeinander folgenden PET-Scans). Bei den LTE-Daten ab Woche 76 handelt es sich um eine retrospektive Analyse und nicht um eine direkte Vergleichsstudie [3].

[b] Die Ablagerung von β-Amyloid in Form von Plaques wird als eine der wesentlichen Ursachen für die Entstehung der Alzheimer-Krankheit erachtet [6]. Donanemab bindet an N3pE-Aβ und unterstützt die Amyloid-Plaques-Entfernung, definiert als Unterschreitung von 24,1 Centiloids im Amyloid-PET-Scan [1].

[c] Post-hoc ITT-(intent to treat) Analyse unter Verwendung konservativer Methoden beim Umgang mit fehlenden Daten (multiple imputation with jump to reference and copy increments in reference) [1].

[d] Geringe bis mittlere Tau-Last im PET-Scan deutet auf ein frühes neuropathologisches Stadium hin [4].

[e] Kognitive Parameter: Gedächtnis, Orientierung, Urteilsvermögen & Problembewältigung. Funktionelle Parameter: Leben in der Gemeinschaft, Haushalt & Hobbys, Körperpflege.

[f] Gemessen anhand einer Veränderung auf ≥ 2 im Clinical Dementia Rating – Global Score (CDR-GS) [1].

[g] Die Entfernung von Amyloid-Plaques (Amyloid-Negativität) ist definiert als < 24,1 Centiloids im Amyloid-PET-Scan [1]. Die Behandlung sollte so lange fortgesetzt werden, bis die Amyloid-Plaques entfernt sind. Die Amyloid-Plaques-Entfernung ist definiert als Unterschreitung von 24,1 Centiloids im Amyloid-PET-Scan. Die Entfernung der Amyloid-Plaques ist durch einen validierten Test zu bestätigen. Die maximale Behandlungsdauer beträgt 18 Monate und sollte nicht überschritten werden, auch wenn die Plaques-Entfernung nicht bestätigt wird [1].



Quellen

1. Aktuelle Kisunla®-Fachinformation

2. DGN e. V. & DGPPN e. V. (Hrsg.) S3-Leitlinie Demenzen, Version 6.0, 24.02.2026, verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/038-013, Letzter Zugriff am 16.03.2026.

3. Lilly data on file: post-hoc Analyse der TRAILBLAZER-ALZ 2 Studie für die indizierte Population bestehend aus heterozygoten ApoE-ε4-Trägern und ApoE-ε4-Nichtträgern.

4. Sims JR et al.: JAMA. 2023; 330(6): 512-527.

5. Zimmer JA et al.: J Prev Alzheimers Dis. 2026 Feb; 13(2): 100446.

6. Jessen F et al.: J Prev Alz Dis. 2024; 11(5): 1212-1218.


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