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Adipositas: Eine Herausforderung für Körper und Hormonhaushalt

  • Dienstag, 18. November 2025
  • Quelle: Lilly Deutschland GmbH

Adipositas wirkt sich erheblich auf die weibliche Gesundheit aus – von hormonellen Störungen und Unfruchtbarkeit bis hin zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und gynäkologischen Krebserkrankungen im Alter. Frühzeitige Maßnahmen und gezielte medikamentöse Therapien sind entscheidend, um die Gesundheit und somit auch die Lebensqualität der Patientinnen zu verbessern.

© Shutterstock/Master1305

Etwa ein Fünftel aller erwachsenen Frauen in Deutschland lebt mit Adipositas – definiert durch einen Body-Mass-Index (BMI) ab 30 kg/m2 [1]. Lange Zeit als selbstverschuldete Lifestyle-Problematik abgetan, weiß man heute: Adipositas ist eine komplexe, multifaktorielle und chronische Erkrankung, die das Risiko für zahlreiche Begleit- und Folgeerkrankungen erhöht [2].

Die Auswirkungen von Adipositas in verschiedenen Lebensphasen von Frauen

Besonders für die Gesundheit von Frauen hat Adipositas weitreichende Konsequenzen. Bei Frauen im gebärfähigen Alter stehen hormonelle Störungen im Vordergrund, die durch Adipositas verstärkt werden können. Zu den häufigsten Problemen in dieser Patientinnengruppe zählen Infertilität, Zyklusstörungen und Androgenisierung [3]. Besonders deutlich wird dies bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS): 61 % von ihnen sind von Adipositas oder Übergewicht betroffen [4]. Bei diesen Frauen ist nicht nur das kardiovaskuläre Risiko erhöht, sondern es ist auch die Fruchtbarkeit eingeschränkt und die Erfolgsrate bei assistierten Reproduktionen hinsichtlich Empfängnis und Lebendgeburten vermindert [4]. Eine starke Gewichtsreduktion kann auch die Fertilität verbessern, insbesondere bei PCOS-Patientinnen [5]. Um weitere Symptome wie Hyperandrogenismus oder Insulinresistenz abzumildern, wird Frauen mit PCOS empfohlen, mindestens 5 bis 15 % ihres Körpergewichts zu verlieren [6]. Dies zeigt, dass gezielte Ansätze zur Gewichtsreduktion in dieser Patientinnengruppe wichtig sind.

Bei Frauen in und nach den Wechseljahren rücken die metabolischen Folgen von Adipositas zunehmend in den Fokus. Stoffwechselstörungen wie das metabolische Syndrom können langfristig das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöhen [7]. Besonders alarmierend ist das erhöhte Risiko bestimmter gynäkologischer Karzinome, wie beispielsweise des Endometriumkarzinoms bei Frauen mit PCOS [8]. Auch bei Brustkrebs zeigt sich eine klare Verbindung: Bis zu 50 % der postmenopausalen Brustkrebspatientinnen haben Adipositas [9]. Studien belegen, dass eine anhaltende Gewichtsreduktion von mindestens 13 % das Brustkrebsrisiko bei Frauen über 50 Jahren um 32 % senken kann [10]. Dies verdeutlicht, wie essenziell eine langfristige Gewichtskontrolle zur Prävention von Folgeerkrankungen ist.

Gesundheit statt Kilos: Strategien gegen Adipositas bei Frauen

Eine erfolgreiche Adipositas-Therapie setzt nicht nur Maßnahmen zur Lebensstiländerung voraus, sondern erfordert auch ein Verständnis für die zugrunde liegenden physiologischen Herausforderungen. Nach einer Gewichtsabnahme passt sich der Stoffwechsel an. Dabei kommt es zu hormonellen Veränderungen, die den Appetit steigern und das Sättigungsgefühl verringern. Diese Prozesse machen es vielen Patientinnen schwer, langfristig ein gesundes Gewicht zu halten und führen zugleich zu erheblichen mentalen Belastungen [11, 12].

Erzielen Lebensstiländerungen allein nicht den gewünschten Erfolg, können medikamentöse Therapieoptionen die Gewichtsabnahme wirksam unterstützen. Der GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonist Mounjaro® (Tirzepatid) [13, *] ermöglicht dabei eine Gewichtsreduktion von durchschnittlich 22,5 % [a, b, 13, 14]. Gleichzeitig verbessern sich unter der Behandlung kardiometabolische Risikofaktoren, darunter Blutdruck, Taillenumfang sowie verschiedene Parameter des Lipidstoffwechsels und der Glucosekontrolle [13, 14, c]. Die Mounjaro®-Therapie zeichnet sich durch eine ähnliche Verträglichkeit wie die bekannten GLP-1-Rezeptor-Agonisten aus [13]. Während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Kontrazeptiva anwenden, wird Mounjaro® nicht empfohlen. Bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft sollte Mounjaro® daher abgesetzt werden. In der Stillzeit gilt: Unter Berücksichtigung des Nutzens des Stillens für das Kind und des Nutzens der Therapie für die Frau muss entschieden werden, ob das Stillen beendet oder die Mounjaro®-Therapie abgesetzt werden soll [13].

Adipositas in der gynäkologischen Praxis: Effektive Therapiewege und langfristige Strategien

Adipositas betrifft Frauen aller Altersgruppen und kann schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben – von hormonellen Störungen bis hin zu erhöhten Risiken für Karzinome im Alter [1-12]. Eine frühzeitige medikamentöse Adipositas-Therapie ist essenziell, da sie maßgeblich dazu beitragen kann, die Gesundheit von Patientinnen zu verbessern – körperlich, hormonell und emotional.

Wie Sie die Adipositas-Therapie in der gynäkologischen Praxis strukturiert und effizient in den Behandlungsalltag integrieren können, erfahren Sie hier.


PP-TR-DE-3671

[*] Mounjaro® (Tirzepatid) ist angezeigt als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Diät und erhöhter körperlicher Aktivität zum Gewichtsmanagement, einschließlich Gewichtsabnahme und Gewichtserhaltung, bei Erwachsenen mit einem Ausgangs-BMI von ≥ 30 kg/m2 (Adipositas) oder ≥ 27 kg/m2 bis < 30 kg/m2 (Übergewicht) bei Vorliegen mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung (Hypertonie, Dyslipidämie, obstruktive Schlafapnoe, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes mellitus) [13].

[a] Prozentuale Gewichtsreduktion vom Ausgangsgewicht unter Mounjaro® 15 mg nach 72 Wochen. Unter Placebo Gewichtsreduktion um 2,4 % (-2,4 kg) in diesem Zeitraum (p < 0,001 für Überlegenheit gegenüber Placebo, adjustiert für Multiplizität). Bei kalorienreduzierter Ernährung und erhöhter körperlicher Aktivität. Berechnung mit Wirksamkeitsestimand [13, 14].

[b] p < 0,001 für Überlegenheit gegenüber Placebo, adjustiert für Multiplizität.

[c] p < 0,001 im Vergleich zum Ausgangswert. Der Wirksamkeits-Estimand für die Einzeldosen wurde mit Ausnahme des Taillenumfangs bei Mounjaro® 10 mg und 15 mg nicht multiplizitätsadjustiert [14].


Literatur

  1. Schienkiewitz A, et al.: J Health Monit. 2022; 7(3): 23–31.

  2. DAG, DDG, DGE, DGEM. Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur „Prävention und Therapie der Adipositas“. Version 5.0 (Oktober 2024), gültig bis Oktober 2029. AWMF 050-001.

  3. Styne DM, et al.: J Clin Endocrinol Metab 2017; 102: 709–757.

  4. Lim SS, et al.: Hum Reprod Update 2012; 18(6): 618–637.

  5. Ryan DH, Yockey SR. Curr Obes Rep. 2017; 6(2): 187-194.

  6. Garvey WT, et al.: Endocr Pract. 2016; 22(3): 1–203.

  7. Friedemann C, et al.: BMJ 2012; 345: e4759.

  8. Barry JA, et al.: Hum Reprod Update. 2014; 20(5): 748-58.

  9. Renehan AG, et al.: Lancet 2008; 371: 569–578.

  10. Teras LR, et al.: J Natl Cancer Inst 2020; 112(9): 929-937.

  11. Hall KD, Kahan S. Med Clin North Am. 2018; 102(1): 183–197.

  12. Sumithran P, et al.: N Engl J Med. 2011; 365(17): 1597–1604.

  13. Fachinformation Mounjaro®, aktueller Stand: https://www.fachinfo.de/fi/pdf/023865

  14. Jastreboff AM, et al.: N Engl J Med. 2022; 387(3): 205–216.



mr

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