Wechseljahre und Gewicht: Wenn der Körper neue Antworten braucht
Für Frauen mit Adipositas stellt die Menopause nicht nur einen elementaren Umbruch dar, sondern gegenüber Frauen mit Normalgewicht auch ein erhöhtes gesundheitliches Risiko. Erfahren Sie hier, wie eine effektive Gewichtsreduktion helfen kann, gesund zu altern.

Mit der Menopause verändert sich der weibliche Körper tiefgreifend. Für viele Frauen beginnt ein frustrierender Kampf gegen eine scheinbar unaufhaltsame Gewichtszunahme [1]. Steigt das Gewicht trotz diszipliniertem Lebensstil an, suchen Patientinnen die Schuld meist bei sich selbst, zweifeln an ihrer Willenskraft oder resignieren. Besonders bei bestehender Adipositas wächst das Gefühl der Frustration [1].
Hormonelle Umstrukturierung
Gesundes Altern steht daher für viele Frauen während dieses hormonellen Umbruchs im Mittelpunkt ihrer Bemühungen und Sorgen. Mit dem Stoffwechsel kommt eine weitere Einflussgröße ins Spiel, die eng mit dem Hormonhaushalt interagiert: Bedingt durch den postmenopausalen Östrogenabfall verschiebt sich in den Wechseljahren die Fettverteilung von gynoid zu android und damit hin zur Körpermitte (Viszeralfett). Dieses Fettgewebe ist metabolisch hochaktiv und schüttet inflammatorische Zytokine (Adipokine) aus. Die Folge ist eine chronische, niedriggradige Entzündung, die durch direkte Störungen der Ovarialfunktion die gynäkologische Gesundheit erheblich beeinträchtigt [2, 3].
Zudem ist das überschüssige Viszeralfett ein Haupttreiber der Insulinresistenz. Stoffwechselhormone wie die Inkretine interagieren sehr eng mit dem Insulinstoffwechsel. So verbessert das Inkretinhormon GLP-1 (glucagon-like peptide 1) die Insulinsekretion, während das Inkretin GIP (glucoseabhängiges insulinotropes Peptid) zusätzlich auch die Insulinsensitivität erhöht. Gleichzeitig wirken beide Inkretine im zentralen Nervensystem auf die Bereiche, die Appetit- und Nahrungsaufnahme koordinieren [4]. Dies kann bei der Therapie von Adipositas durch den antizipierten Gewichtsverlust einen nachhaltigen Effekt auf die gynäkologische Gesundheit haben.
Viszeralfett: Risikotreiber für kardiovaskuläre und Krebserkrankungen
Die pathologischen Änderungen infolge der Gewichtszunahme begünstigen kardiometabolische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Hypertonie und Dyslipidämie. Dadurch erhöht sich das kardiovaskuläre Risiko nach der Menopause drastisch [1]. Aktuelle Auswertungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigen, dass über 10 % aller Krebserkrankungen auf Übergewicht zurückzuführen sind – und auch hier das Viszeralfett eine zentrale Schlüsselrolle einnimmt [5]. Zudem ist bekannt, dass Adipositas peri- und postmenopausal das Risiko für Mammakarzinome erhöht [6]. Hier weisen neuere bildgebende Auswertungen der UK Biobank Study darauf hin, dass unabhängig von klassischen Risikofaktoren spezifisch das Viszeralfett mit dem postmenopausalen Brustkrebsrisiko assoziiert sein könnte [7].
Adipositas wirksam bekämpfen: Mehr als eine Lifestyle-Modifikation
Anders als häufig angenommen, führt eine Hormonersatztherapie in klinischen Studien nur zu einer Gewichtsreduktion von etwa 1 % [8, 9]. Damit werden die medizinischen Anforderungen nicht erfüllt: Adipositas ist eine chronische, multifaktorielle Erkrankung mit über 200 potenziellen Folge- und Begleiterkrankungen [10]. Eine Gewichtsreduktion von 10–15 % hingegen ermöglicht krankheitsmodifizierende Effekte und führt zu messbaren Verbesserungen bei Typ-2-Diabetes und einer spürbaren Reduktion von Komplikationen [11, 12]. Auch sind weitere positiven Folgen einer deutlichen Gewichtsreduktion auf die Lebensqualität inzwischen gut dokumentiert: Die Gelenke werden entlastet, die Schlafqualität steigt und vasomotorische Beschwerden werden nachweislich gelindert [1]. Gerade in Hinblick auf Schlafstörungen und Hitzewallungen können damit auch klassische Wechseljahresbeschwerden bekämpft werden.
Mounjaro®: Überlegene Reduktion von Gewicht und geringerer Taillenumfang
Der duale GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonist Mounjaro® [13, *] (Tirzepatid) setzt genau an dieser Stelle an (siehe Abbildung 1). Mounjaro® (10 mg oder 15 mg) zeichnete sich in einer direkten Vergleichsstudie [a] mit Semaglutid (1,7 mg oder 2,4 mg) durch eine überlegene [b] Wirksamkeit auf Körpergewicht und einen geringeren Taillenumfang aus [14].

In einer DEXA-Subanalyse [c] der Phase-III-Zulassungsstudie SURMOUNT-1, in der die Körperzusammensetzung untersucht wurde, reduzierte Mounjaro® das Viszeralfett nach 72 Wochen um durchschnittlich 40 % (vs. 7 % unter Placebo) [17, b]. Analog verringerte sich auch der Taillenumfang unter Mounjaro® im Mittel um 18 cm (vs. 3 cm unter Placebo) [17, b]. So wird nicht nur die Körperfettzusammensetzung verbessert. Mounjaro® reduziert das Viszeralfett [17] und führt gleichzeitig zu einer deutlichen Verringerung des Taillenumfangs [18]. Dies kann betroffene Frauen spürbar entlasten und ihnen eine positive Aussicht auf ein leichteres Leben geben.
Sprechen Sie Ihre Patientinnen in den Wechseljahren aktiv auf eine Adipositas-Therapie an und unterstützen Sie sie dabei, wieder an Lebensqualität, Sicherheit und Zuversicht zu gewinnen. Mehr Informationen für die optimale Therapieeinleitung bei Adipositas erhalten Sie in unserer Beratungsmappe. Jetzt bestellen.
Pflichttext Mounjaro®
CMAT-49512
Fußnoten
[*] Mounjaro® (Tirzepatid) ist angezeigt zur Behandlung von Erwachsenen als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Diät und erhöhter körperlicher Aktivität zum Gewichtsmanagement, einschließlich Gewichtsabnahme und Gewichtserhaltung, bei Erwachsenen mit einem Ausgangs-BMI von ≥ 30 kg/m2 (Adipositas) oder ≥ 27 kg/m2 bis < 30 kg/m2 (Übergewicht) bei Vorliegen mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung (z. B. Hypertonie, Dyslipidämie, obstruktive Schlafapnoe, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes mellitus) [13].
[a] Die Studienmedikation von SURMOUNT-5 war nicht verblindet: Probanden wussten, ob Mounjaro® oder Wegovy® verabreicht wurde (Open-Label). Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die fehlende Verblindung auf die Ergebnisse und Validität der Studie ausgewirkt hat. Kein Placebo-Arm in Studie vorhanden. SURMOUNT-5 verglich Tirzepatid in der maximal tolerierten Dosis (MTD; 10 mg oder 15 mg) mit Semaglutid in der maximal tolerierten Dosis (1,7 mg oder 2,4 mg), der zum Zeitpunkt des Studienbeginns maximal zugelassenen Dosis von Semaglutid für das Gewichtsmanagement. Semaglutid 7,2 mg wurde in dieser Studie nicht untersucht [14].
[b] p < 0,001 nach 72 Wochen (Wirksamkeitsestimand) [14].
[c] Dual-Energy X-ray Absortiometry
Quellen
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Fachinformation Mounjaro®, aktueller Stand.
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Fachinformation Wegovy®, aktueller Stand.
Look M, et al. Diabetes Obes Metab 2025 ;27(5): 2720-2729.
Jastreboff AM et al. N Engl J Med. 2022; 387: 205-216.
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