Krankenhäuser starten Informationskampagne

Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat heute offiziell ihre Kampagne „Wir alle sind das Krankenhaus“ gestartet. „Mit dieser Kampagne wollen wir auf die Finanzierungsprobleme der Krankenhäuser aufmerksam machen“, sagte DKG-Präsident Alfred Dänzer heute am Berliner Hauptbahnhof, wo er zusammen mit DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum ein Plakat vorstellte. Zahlreiche weitere Plakate hängen in allen Landeshauptstädten.
Dänzer betonte, es handele sich nicht um eine Protestkampagne: „Wir wollen Aufmerksamkeit erzeugen und mit den Personen in Kontakt kommen, die über die Finanzierung der Krankenhäuser entscheiden.“ Fortgesetzte Kürzungen durch die Politik, Preisbegrenzungen, Energie- und Sachkostensteigerungen sowie massive Tariferhöhungen brächten immer mehr Krankenhäuser in wirtschaftlich bedrohliche Lagen und gefährdeten die Patientenversorgung, so der DKG-Präsident weiter. Wenn es immer mehr Krankenhäusern schlecht gehe, sei das ein Problem von nationaler Tragweite.
Dänzer kritisierte, dass die Kliniken – trotz Milliardenüberschüssen bei den Krankenkassen – dauerhaft unterfinanziert seien und sich zudem fast täglich gegen mit unredlichen Totschlagargumenten geführte Angriffe zur Wehr setzen müssten. Die Kampagne „Wir alle sind das Krankenhaus – faire Krankenhausfinanzierung“ sei ein Aufruf zur öffentlichen Diskussion.
Der DKG-Präsident forderte von der Regierungskoalition, den Kliniken die Mittel aus den bevorstehenden Kürzungen in Höhe von 750 Millionen Euro zu belassen. Auch die Minderung der Preise bei steigendem Behandlungsbedarf sei nicht länger akzeptabel. „Die Krankenhäuser haben die klare Erwartung an die Politik, konkrete Hilfe noch in dieser Legislaturperiode zu bekommen“, sagte Dänzer.
In den kommenden Monaten wollen die Krankenhäuser der DKG zufolge bundesweit über ihre Situation informieren und falschen Behauptungen über angeblich nicht notwendige Leistungen entgegentreten. Auf einem Krankenhausgipfel am 19. Februar sollen die Probleme der Häuser in Berlin diskutiert werden.
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