Ausland

36 bestätigte Fälle von Kinderlähmung in Syrien

  • Mittwoch, 23. Juli 2014

Köln/Amman/Kairo/Genf – Bisher wurden 36 Kinder in Syrien durch Polio gelähmt. 25 von ihnen stammen aus dem Bezirk Deir Ez Zour, fünf aus Aleppo, drei aus Idlib, zwei als Al-Hassakeh und eines aus Hama. Das dokumentiert ein neuer Report des Kinderhilfs­werks Unicef und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Polio im Nahen Osten. Beide Organisationen machen vor allem die Krise in Syrien für den Ausbruch der Kinder­lähmung verantwortlich. Dort sei nur noch jedes zweite syrische Kind geschützt, weil seit 2011 keine Routineimpfungen mehr stattfänden.

Schätzungsweise 60 Prozent der Krankenhäuser seien zerstört oder schwer beschädigt und nur noch jeder dritte Krankenwagen funktionsfähig. Die Versorgung mit Impfstoffen und die Kühlkette seien vielfach unterbrochen. „Polio ist nach Syrien zurückgekehrt und verschärft die humanitäre Tragödie. Wir mussten mit sehr begrenzten Mitteln auf die in der Region lange vergessene Gefahr reagieren – ein Virus, der keine Grenzen oder Checkpoints kennt und in großer Geschwindigkeit nicht nur Kinder in Syrien, sondern in der ganzen Region infiziert“, erläutert Chris Maher von der WHO.

Trotz aller Widrigkeiten konnten WHO und Unicef die erste Phase einer Impfkampagne gegen Kinderlähmung im Nahen Osten abschließen. Unicef hat in den vergangenen Monaten in Syrien 2,9 Millionen Kinder gegen Polio geimpft. Allerdings waren rund 765.000 Kinder unter fünf Jahren in umkämpften Gebieten in Syrien ganz oder teilweise ausgeschlossen. Insgesamt erhielten 25 Millionen Kinder in sieben Ländern – Ägypten, Irak, Iran, Jordanien, Libanon, den Palästinensischen Autonomiegebieten, Syrien und der Türkei – eine Schluckimpfung gegen Kinderlähmung.

Die Massenimpfkampagne war notwendig geworden, nachdem im vergangenen Herbst erstmals seit 14 Jahren Kinderlähmung in Syrien wieder aufgetaucht war. „Die Arbeit ist aber noch lange nicht getan. In den kommenden Monaten müssen wir dringend mehr Kinder in umkämpften Gebieten in Syrien und in Irak erreichen“, sagte Maria Calivis, Unicef-Regionaldirektorin für den Nahen Osten und Nordafrika.

hil

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