80.000 Patienten pro Tag infizieren sich in Europa mit Krankenhauskeimen

Bad Hofgastein – In Europas Krankenhäusern sind täglich 80.000 Patienten und jährlich rund 3,2 Millionen Menschen von mindestens einer Krankenhausinfektion betroffen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die jetzt auf dem European Health Forum Gastein (EHFG) vorgestellt wurde. An der europaweiten Untersuchung nahmen rund 1.000 Krankenhäuser aus sämtlichen 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und Island teil.
„Der Gefahrenherd der Krankenhauskeime stellt ein großes öffentliches Gesundheitsproblem dar und bedroht die Patienten-Sicherheit in Europa“, sagte Marc Sprenger, Direktor des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) auf dem EHFG. Laut Studie sind Intensivstationen die Abteilungen mit dem größten Risiko für Krankenhausinfektionen. Im europäischen Durchschnitt erleiden 19,5 Prozent aller Intensivpatienten mindestens eine nosokomiale Infektion, am häufigsten solche der Atemwege und der Blutbahn.
„Ein Gutteil der Krankenhausinfektionen könnte durch ein Bündel nachhaltiger und mehrdimensionaler Präventions- und Kontrollprogramme verhindert werden, die auch die Überwachung von Infektionen einschließen sollten“, so Sprenger. Solche Programme und ein umsichtiger Einsatz von Antibiotika könnten alle Beteiligten dabei unterstützen, Patienten in Europas Krankenhäusern zu schützen.
„Der Schutz von Krankenhauspatienten vor nosokomialen Infektionen ist eine gemeinsame Aufgabe – Entscheidungsträger, Krankenhausmanager und die zuständigen Stellen auf europäischer und nationaler Ebene, ebenso wie die Patienten selbst, müssen in dieser gemeinsamen Verantwortung zusammenarbeiten“, verwies der ECDC-Direktor.
Er warnte gleichzeitig vor einer falschen Bagatellisierung von Krankenhauskeimen: „Auch wenn einige dieser Infektionen einfach behandelt werden können, stellen viele andere einen ernsten Angriff auf die Gesundheit der Menschen dar.“
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