Adipöse sterben häufiger bei Verkehrsunfällen
Berkeley – Zu den vielen gesundheitlichen Risiken einer Adipositas gehört auch eine erhöhte Gefahr, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen. Dies geht aus einer Analyse von US-Unfallstatistiken hervor, die jetzt im Emergency Medicine Journal (2013; doi: 10.1136/emermed-2012-201859) veröffentlicht wurde.
Das Fatality Analysis Reporting System (FARS) erfasst seit 1975 alle Verkehrsunfälle auf US-Straßen, bei denen eine Person ums Leben kam. Da auch die Daten zu den überlebenden Mit-Insassen erfasst werden, konnte das Team um Thomas Rice von der Universität von Kalifornien in Berkeley untersuchen, ob der Body-Mass-Index einen Einfluss auf das Sterberisiko hatte.
Dies war tatsächlich der Fall: Insassen mit einer Adipositas Grad I (BMI 30-34,9) verunglückten zu 21 Prozent häufiger tödlich. Bei einer Adipositas Grad II (BMI 35–39,9) war das Sterberisiko um 51 Prozent und bei einer Adipositas Grad III (BMI 40 oder höher) sogar um 80 Prozent erhöht. Bei Frauen war der Einfluss noch höher: Eine Adipositas Grad II oder III verdoppelte nahezu das Sterberisiko. Für untergewichtige Männer wurde ebenfalls eine Assoziation gefunden.
Die Ursache ist nicht klar. Rice verweist auf eine Studie, bei der Sicherheitsgurt bei Adipösen häufig erst mit Verzögerung reagierte. Möglich sei aber auch, dass die mit der Adipositas verbundenen Krankheiten bei einem schweren Verkehrsunfall die Überlebenschancen vermindern. Das FARS erfasst alle Todesfälle in den ersten 30 Tagen nach dem Unfall.
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