Ärzte an kommunalen Krankenhäusern: Tarifverhandlungen auf Oktober vertagt
Düsseldorf – Zum Auftakt der Tarifverhandlungen für die etwa 52.500 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern haben die Arbeitgeber die Gewerkschaftsforderungen erneut als überzogen zurückgewiesen. Die vom Marburger Bund geforderten 5,9 Prozent mehr Gehalt bedeuteten Mehrkosten von 320 Millionen Euro und seien „nicht finanzierbar", erklärte der Verhandlungsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA), Joachim Finklenburg, nach der ersten Tarifrunde am Donnerstag in Düsseldorf.
Die geforderten Tariferhöhungen seien durch die aktuelle Krankenhausfinanzierung „nicht im Ansatz gedeckt”. Die Arbeitgeber drängen zudem auf eine Anpassung der betrieblichen Altersversorgung der Ärzte. Um die Zusatzversorgung langfristig finanzierbar zu gestalten, seien Veränderungen dringend notwendig. So seien die Zusatzrenten durch die stetig steigende Lebenserwartung länger zu zahlen als ursprünglich kalkuliert, erklärte VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann.
Nach Ansicht des Marburger Bunds ist hingegen der finanzielle Spielraum für eine Anhebung der Gehälter „durchaus vorhanden”. Eine Gehaltssteigerung in Höhe von 5,9 Prozent sei betriebswirtschaftlich vertretbar und angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung auch tarifpolitisch geboten. „Vor uns liegt noch ein schweres Stück Arbeit”, erklärte Rolf Lübke, Verhandlungsführer der Ärztegewerkschaft.
Die Verhandlungen werden am 17. und 18. Oktober 2016 in Düsseldorf fortgesetzt. Zuletzt hatten beide Seiten im Februar 2015 mehr Geld für die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern vereinbart.
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