Ärzte ohne Grenzen fordert mehr Anstrengung im Kampf gegen Tuberkulose
Genf – Größere Anstrengungen im weltweiten Kampf gegen die Tuberkulose (TB) fordert Ärzte ohne Grenzen. Auf der am kommenden Montag beginnenden Weltgesundheitsversammlung (WHA) in Genf wird die Hilfsorganisation dazu ein sogenanntes TB-Manifest übergeben. Bislang haben weltweit 33.000 Menschen dieses Manifest unterschrieben.
„Die zwei neuen Antibiotika Bedaquilin und Delamanid reichen nicht aus, um die globale Bedrohung durch resistente Formen der Tuberkulose in den Griff zu bekommen“, warnte Philipp Frisch, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland. Er forderte, die Bundesregierung müsse mehr Geld für die Forschung und für die Behandlung der Infektionskrankheit zur Verfügung stellen. Für eine wirksame Behandlung seien mindestens vier verschiedene Antibiotika und komplexe Therapiepläne nötig. Mehr Forschung sei erforderlich, um die fehlenden Medikamente und Therapiepläne zu entwickeln.
Die derzeitigen Therapien sind laut Ärzte ohne Grenzen besonders belastend für die Patienten. „Denjenigen unter uns, die das Glück haben eine Behandlung zu bekommen, stehen zwei qualvolle Jahre bevor, in denen sie bis zu 20 Tabletten am Tag einnehmen müssen. In den ersten acht Monaten erhalten sie zudem täglich schmerzhafte Injektionen, die es schwer machen, zu sitzen oder sich gar hinzulegen“, berichten Betroffene auf der Internetseite zum TB-Manifest.
Viele Patienten fühlten sich durch die Behandlung noch schlechter als durch die Krankheit selbst. Die Medikamente führen laut Ärzte ohne Grenzen zu Erbrechen, verursachen Schmerzen und psychische Beschwerden und können taub machen – und trotzdem heilen Ärzte nur etwa jeden Zweiten damit.
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