Ärzte ohne Grenzen will südafrikanisches Gesundheitssystem unterstützen
Kapstadt – Die Hilsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) will Südafrika weiter bei der Bekämpfung von Krankheiten unterstützen, die das staatliche Gesundheitssystem am meisten belasten. „Die häufigsten Ursachen von Krankheit und Tod in Südafrika sind HIV, Tuberkulose und sexuelle Gewalt“, sagte der MSF-Missionsleiter für Südafrika, Rodd Gerstenhaber, in Kapstadt. Obwohl Südafrika große Fortschritte beim Kampf gegen gesundheitliche und humanitäre Probleme verzeichne, gebe es noch „viel Arbeit“.
Zusätzlich zu den eigenen Kliniken, die Ärzte ohne Grenzen in vielen Ländern betreibt, wolle man in Südafrika gezielt das staatliche Gesundheitssystem unterstützen. „Wir haben stets versucht, einen Wandel herbeizuführen und als Katalysator zu fungieren“, so Gerstenhaber. Etwa habe sich MSF für die Verteilung von antiretroviralen Medikamenten eingesetzt, als die Regierung unter Präsident Thabo Mbeki noch die Ursache der Immunschwächekrankheit Aids leugnete. Zusätzlich habe man Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums ausgebildet und an medizinischen Gesetzentwürfen mitgewirkt.
Allerdings, so betont Gerstenbacher, habe die humanitäre Organisation stets an mehreren Fronten kämpfen müssen: „Auf der einen Seite haben wir das Gesundheitsministerium unterstützt. Auf der anderen mussten wir die Regierung öffentlich kritisieren und zeitweise auch einen aggressiven Ansatz verfolgen, wenn dies die Lage der Patienten verbesserte.“
MSF ist seit 1999 in Südafrika tätig und betreibt Projekte unter anderem in der ländlichen Provinz KwaZulu-Natal und dem zweitgrößten Township des Landes, Khayelitsha bei Kapstadt. Zuletzt kritisierte die Organisation die mangelhaften Patentrechte auf Medikamente. Diese machten eine Krebstherapie für viele Südafrikaner unerschwinglich.
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