Ärztekammer Baden-Württemberg lehnt Fracking ab
Stuttgart – Die Landesärztekammer Baden-Württemberg hat vor gesundheitlichen Gefahren durch das sogenannte Fracking gewarnt. Bei den bekannten Verfahren wird ein Wasser-Chemikalien-Gemisch unter hohem Druck ins Gestein gepresst wird, um Gas und Öl in tiefliegendem Schiefergestein freizusetzen. „Diese sind nicht in der Lage, sämtliche Vorgaben für Boden- und Wasserschutz zu erfüllen“, heißt es in einer Entschließung der Vertreterversammlung (VV). Das möglicherweise verunreinigte Trinkwasser gefährde die die Gesundheit der Bevölkerung.
Zudem trage das umstrittene Verfahren nicht zu einer nachhaltigen Sicherung der Energieversorgung bei. „Geologen schätzen, dass heimische Schiefergasressourcen den Gasbedarf für höchstens 13 Jahre decken könnten“, so die Vertreterversammlung.
Darüber hinaus sprach sich das Gremium für eine gesetzliche personelle Mindestausstattung in stationären Einrichtungen aus. Die Kammer forderte den Gesetzgeber auf, entsprechende Vorgaben zu entwickeln und deren Refinanzierung sicherzustellen. Das DRG-Vergütungssystem bilde die notwendige Personalausstattung der Krankenhäuser nur unzureichend ab. „Gerade Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung in Baden-Württemberg kommen dadurch in Existenznot“, mahnte die Kammer.
Darüber hinaus mahnten die VV in ihrer Sitzung eine bessere Finanzierung der Krankenhäuser sowie modifizierte Zulassungsverfahren zum Medizinstudium an.
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