Ärztemangel in Rheinland-Pfalz verschärft sich
Mainz – In Rheinland-Pfalz werden bis zum Jahr 2020 etwa 3.400 Ärzte und Psychotherapeuten ihre Praxen aus Altersgründen abgeben. Die Zahl der Absolventen medizinischer Studiengänge reicht schon heute nicht aus, um diese wegfallenden Stellen zu ersetzen. Darauf hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz im Rahmen der ersten landesweiten Demografiewoche Anfang November hingewiesen.
„In den kommenden sieben Jahren gibt es allein bei den Hausärzten einen Wiederbesetzungsbedarf von 1.387 Ärzten (50,8 Prozent), bei den Psychotherapeuten sind es 568 Stellen (64,4 Prozent)“, erläuterte Thomas Christ, Leiter der Versorgungsforschung der KV. Insgesamt werde bis 2020 jeder zweite niedergelassene Arzt aus der Versorgung ausscheiden. Aber schon heute hätten einige Regionen von Rheinland-Pfalz Probleme bei der Nachbesetzung von Arztsitzen.
So seien seit 2005 in 29 Gemeinden Hausarztsitze weggefallen. In neun Gemeinden, in denen es 2005 noch eine hausärztliche Zweigpraxis gab, existierte 2012 kein Praxissitz mehr. In 17 Gemeinden wurden alle zuvor existierenden Hausarztsitze in Zweigpraxen umgewandelt.
„Künftig können die derzeitigen Maßstäbe der Versorgungsdichte und Wohnortnähe in Rheinland-Pfalz nicht mehr gehalten werden“, befürchtete Christ. Gleichzeitig steige aber wegen der demografischen Entwicklung die Nachfrage nach medizinischer Versorgung.
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