Ärztinnenbund für feste Frauenquote

Köln – Der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) fordert eine verbindliche, feste Frauenquote im Gesundheitswesen. Die „Flexi-Quote“ von Familienministerin Christina Schröder (CDU) lehnen die Ärztinnen ab. Nach dem Modell sollen Unternehmen den Frauenanteil bei ihrem Führungspersonal selbst festlegen. Aus Sicht des DÄB ist dies im Gesundheitswesen nicht zielführend.
„ Mit der Flexi-Quote kommen Ärztinnen nicht an die Spitze – weder als Chefärztinnen, noch in ärztlichen Gremien“, sagt Regine Rapp-Engels, Präsidentin des DÄB. In Führungspositionen im Krankenhaus, in Vorständen von Fachgesellschaften, Ärztekammern, Kassenärztlichen Vereinigungen oder auch in universitären Gremien seien Medizinerinnen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Freiwillige Selbstverpflichtungen wie in der Privatwirtschaft seien nicht ausreichend.
Der Frauenanteil bei den Medizinstudierenden steigt. Rund 62 Prozent der Erstsemester sind weiblich. Unterdessen sind aber nur 26 Prozent der Leitungsfunktionen in deutschen Krankenhäusern dem DÄB zufolge mit Frauen besetzt. Der Anteil der Chefärztinnen werde auf 8 bis 10 Prozent geschätzt.
Während mehr als 50 Prozent der Doktoranden in der Humanmedizin weiblich sind, beträgt der Frauenanteil bei den Habilitationen gerade einmal mit rund 20 Prozent. Dem DÄB zufolge sind nur circa sechs Prozent der medizinischen Lehrstühle mit Frauen besetzt.
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