Vermischtes

Ärztliche Diagnostik und Behandlung reicht bei Burnout nicht aus

  • Mittwoch, 21. November 2012

Berlin – Burnout ist primär ein Problem der Arbeitswelt. Die Beratung und Unterstützung der Betroffenen sollte deshalb beim Arbeitgeber entsprechend koordiniert werden. Diese Auffassung vertritt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Aus Sicht der Fachgesellschaft ist es kurzsichtig, einen stressbelasteten Arbeitnehmer in der Arztpraxis so zu behandeln, das er widrige Arbeitsbedingungen eine weitere Zeit erträgt, ohne die Ursachen für den Erschöpfungs­zustand zu beseitigen. Eine Schlüsselrolle komme dabei den Betriebsärzten mit ihrer Kenntnis der Arbeitsstrukturen und Betriebsabläufe zu, hieß es aus der DGPPN.

„Burnout ist für sich genommen keine Krankheit aber ein Risikozustand für die psychische und physische Gesundheit und muss deshalb sehr ernst genommen und untersucht werden“, sagte Wolfgang Maier, der zukünftige Präsident der DGPPN.

Länger anhaltende Erschöpfungszustände erhöhten das Risiko, an einer Depression, Angst- oder Suchtstörung, Tinnitus oder Bluthochdruck zu erkranken. Burnout-ähnliche Beschwerden wie verminderte Leistungsfähigkeit könnten aber auch andere Erkran­kungen verdecken. Es sei daher besonders wichtig, die Krankheitssymptome diagnos­tisch genau abzuklären, um rasch die richtige Therapie und Behandlung der Grunder­krankung zu gewährleisten.

In der Gruppe der 40- bis 60-Jährigen leiden laut einer Umfrage des Robert Koch-Institutes zwischen fünf und acht Prozent im Laufe ihres Lebens an einem Burnout-Zustand. Im Gegensatz zu der verbreiteten psychischen Störung Depression sind dies laut der Studie vor allem Menschen mit hohem Sozialstatus.

hil

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