Alkohol in Deutschland billiger als fast überall in Europa

Wiesbaden – Die Preise für Wein, Spirituosen oder Bier liegen in Deutschland 14 Prozent unter dem Durchschnittswert der Europäischen Union (EU). Das berichtet das Statistische Bundesamt anlässlich des „trockenen Januars“.
Noch billiger ist Alkohol europaweit nur noch in Italien, wo die Kunden 19 Prozent unter dem EU-Schnitt einkaufen können. In Finnland mussten Konsumenten hingegen mehr als Doppelte des EU-Durchschnittswerts bezahlen. Auf den Plätzen folgen Dänemark (123 Prozent des Durchschnittspreises) und Belgien (113 Prozent).
Nach älteren Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO ist der Alkoholkonsum in Deutschland vergleichsweise hoch. Im Jahr 2022 hat jeder Bürger ab 15 Jahren im Jahr 11,2 Liter reinen Alkohol getrunken. Das entspricht umgerechnet 448 Halbliter-Gläsern Bier, deutlich mehr als eins am Tag. Zehn Jahre zuvor war es noch ein Liter reiner Alkohol mehr.
Europaweit liegt Deutschland damit gemeinsam mit Frankreich und Portugal auf Platz neun. In Rumänien wurden 17,1 Liter reiner Alkohol pro Kopf getrunken. Es folgten Lettland (14,7 Liter) und Tschechien (13,7 Liter).
In den Hochpreisländern Finnland und Dänemark flossen pro Kopf 9,5 beziehungsweise 10,0 Liter reiner Alkohol. Zurückhaltender waren die Menschen in den Mittelmeerländern Griechenland (7,0 Liter pro Kopf), Malta (6,2 Liter) und Zypern (5,2 Liter).
Alkoholfreie Getränke in Deutschland teurer
Bei Getränken ohne Alkohol lagen die Preise in Deutschland zwei Prozent über dem EU-Schnitt. Spitzenreiter war Lettland mit einem Preisaufschlag von 46 Prozent, was unter anderem auf die dort erhobene Zuckersteuer zurückzuführen ist. Am günstigsten waren diese Getränke wiederum in Italien.
Für eine gute Ernährung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation Menschen mit gesundem Körpergewicht täglich nicht mehr als 50 Gramm des sogenannten freien Zuckers, idealerweise sogar weniger als 25 Gramm oder sechs Teelöffel. Zucker ist in zahlreichen Lebensmitteln enthalten.
Süße Getränke gelten als wichtige Ursache für Übergewicht und spätere Diabetes bei Kindern und Jugendlichen. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat in diesem Zusammenhang eine bundesweite Zuckersteuer gefordert. Auch bei Tabak und Alkohol könnten höhere Steuern den Konsum senken.
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