Alzheimer: Schnellerer Verlauf bei maternaler Vorbelastung
Kansas City – Verwandte ersten Grades von Alzheimerpatienten haben ein zehnfach erhöhtes Erkrankungsrisiko. Die Demenz entwickelt sich einer Studie in Neurology (2010; 74: 113-120) zufolge besonders rasch, wenn die Mutter an der Krankheit litt.
Das Kansas University Brain Aging Project begleitet eine Gruppe von 53 älteren Menschen, die zu Beginn der Studie noch nicht an einer Demenz litten. Zehn hatten jedoch einen erkrankten Vater und elf eine erkrankte Mutter. Bei allen Teilnehmern war zu Beginn der Studie und zwei Jahre später eine Kernspintomographie durchgeführt worden.
Alle Teilnehmer hatten bei der zweiten Untersuchung noch keine kognitiven Ausfälle. Dennoch waren in der voxel-basierten Morphometrie bei einigen „Schrumpfungstendenzen“ des Gehirns erkennbar. Sie waren bei Teilnehmern mit einer erkrankten Mutter doppelt so stark ausgeprägt wie bei Teilnehmern mit einem erkrankten Vater oder keiner positiven Familienanamnese, berichten Robyn Honea von der Universität in Kansas City und Mitarbeiter.
Der Volumenrückgang wurde vor allem in jenen Hirnregionen beobachtet, in denen sich der Morbus Alzheimer manifestiert. Die Ergebnisse müssen noch an größeren Studien bestätigt werden, geben die Autoren zu bedenken. Sie unterstreichen jedoch die Bedeutung der positiven maternalen Familienanamnese.
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